Twilight 2: New Moon - Biss zur Mittagsstunde (2009)

OT: The Twilight Saga: New Moon - 130 Minuten - Fantasy / Drama / Romanze
Twilight 2: New Moon - Biss zur Mittagsstunde (2009)
Kinostart: 27.11.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Twilight 2: New Moon - Biss zur Mittagsstunde

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Mit unglaublichen 72,7 Millionen US-Dollar am ersten Tag verdrängt der neueste Teil der nun als Saga angelegten Literaturverfilmung Twilight, New Moon, den bisherige Kinokassenprimus The Dark Knight auf den zweiten Platz. Wenig verwunderlich erscheint dieses Rekordergebnis jedoch angesichts der enormen, zumeist weiblichen und unter 16jährigen Fangemeinde, die sich rund um die Autorin Stephenie Meyer und ihre bisher vier veröffentlichten Romane gebildet hat. Ebenso wie in den gleichermaßen erfolgreichen Harry Potter - Werken der britischen Schriftstellerin J.K. Rowling werden in Diesen Fantasyelemente mit allerlei romantischen Ingredienzien vermengt, wobei durch die Sichtweise der Erzählung eine schon mehr oder minder stereotype, geschlechtsspezifische Gewichtung offenbart wird: Die aus der Ego-Perspektive erzählende, weiblichen Twilight-Protagonistin durchlebt die obskuren Ereignisse rund um ihre Person klar aus einer anderen, besonders die Emotion unterstreichenden Sichtweise als der (zumindest anfangs noch) vorpubertäre Zauberlehrling. Bei der Thematik scheint natürlich der romantische Aspekt schon vorgegeben zu sein, ist doch die bevorzugte Lebensquelle eines Vampirs zumeist ein unverhüllter und gerade deswegen besonders reizvoller Nacken, der zum Reinbeißen geradezu prädestiniert scheint und neben Gefahr natürlich auch Leidenschaft bzw. Erotik symbolisiert.

 

Dass die Vielfalt der Geschichten rund um die untoten Blutsauger auch noch nach dem bereits 1897 veröffentlichten (und zugleich für das in der Gesellschaft geprägte Bild des Nosferatu) Roman Dracula aus der Feder von Abraham Stoker jahrein, jahraus Faszination beim geneigten Publikum auszulösen vermag, bleibt aufgrund der gerade im Filmgeschäft vorhandenen Möglichkeiten der genreübergreifenden Verankerungen wenig verwunderlich. Sei es nun die klassische Literaturverfilmung (Dracula, Nosferatu – eine Symphonie des Grauen), humorvolle Satire (Tanz der Vampire, Vampire in Brooklyn), das postmoderne Actionspektakel (Underworld - und Blade Trilogie) oder diverse Spielarten der genannten Varianten (Let the Right One In, 30 Days of Night, The Lost Boys): Vampirgeschichten verkaufen sich immer gut, das scheint auch Stephenie Meyer zu wissen.

 

Aufbauend auf den Ereignissen der ersten, schlicht Twilight betitelten Verfilmung wird in der Fortsetzung New Moon wenig an der erfolgversprechenden Formel des Vorgängers verändert: Protagonistin Bella Swan (Kristin Stewart) durchlebt und leidet mit konstanten Silberblick das oftmals für sie nicht ganz durchschaubare emotionale Chaos, das über ihr hereinbricht. Während der offensichtlich schwierige Grundstein der Beziehung zwischen ihr und dem charmanten, mittlerweile 109jährigen Vampir Edward (Robert Pattinson) bereits im ersten Teil der geplanten Quadrologie gelegt wurde, wird diese nun durch den unverhofften Aufbruch der untoten Sippe schnell und schmerzhaft beendet. Abermals in eine seelische Krise gestürzt, leidet Bella an den Folgen der Trennung - Alpträume mit Schreikrämpfen, monatelange Isolation, Aufkündung aller sozialen Kontakte sowie ein Hang zu Extremsportarten (um schemenhafte Erscheinungen von Edward zu erleben) sind die Auswirkungen. Da allerdings 135 Minuten Masochismus, Verbitterung und Depression in einer nebligen amerikanischen Kleinstadt nicht allzu positive (Mainstream-) Zuseherreaktionen hervorrufen, wurde der schon aus Twilight bekannte Jacob (Taylor Lautner) als dritter Punkt eines absehbaren Liebesdreiecks verstärkt ins Rampenlicht gerückt: Nach einigen Dialogen und Oben-ohne Einstellungen wird bald klar, das auch dieser potentielle Verehrer ein mehr oder minder gut gehütetes Geheimnis hat – hinter der durchtrainierten Native-American-Sunnyboy-Fassade versteckt sich nämlich ein Werwolf, dessen Temperament mit zunehmender Laufzeit des Film unzügelbarer wird, obwohl auch diese Fantasiegestalt an mangelnder Triebhaftigkeit bzw. selbstauferlegter Restriktionen zu leiden scheint. Obschon der kommende Verlauf der Handlung weniger überraschend als vielmehr mit unzähligen Klischees und filmischen Referenzen übersäht ist, bleibt vor allem für die Fangemeinde in der dramaturgische Annäherung an die Romane ein Hoffnungsschimmer bestehen: Die (unsubtile) Zitation von Shakespeares Romeo und Julia zu Beginn von New Moon verweist schnell auf die kommenden Themen, die vor allem in der Buchvorlage maßgeblichen Anteil vorweisen.

 

Wie schon seine Vorgängerin Catherine Hardwicke setzt Regisseur Chris Weitz (About a Boy, The Golden Compass) auf kühle, meist durch Farbfilter gedämpfte Bilder, die selten mit bestechend dynamischen Actionsequenzen durchbrochen werden. Doch auch wenn die Optik des Films durchgehend auf hohem Standard umgesetzt und der Fangemeinde mit einer vorlagengetreuen Umsetzung gedient wurde, so kommen bei der Sichtung von New Moon dennoch einige grundsätzliche Problemstellungen ans Tageslicht: Der Charakter Bella erscheint als grundsätzlich geistlos, ohne Interessen oder Leidenschaften abseits ihrer fanatischen, destruktiv-obsessiven Liebe zu Edward. Das Frauenbild, das dabei etabliert wird, dürfte so manchem Zuseher bitter aufstoßen: Verletzlich, hilflos, auf der Suche nach einem Beschützer, ungeschickt, keine Ahnung von Technik oder ähnlichem – kommt hierbei der religiöse Hintergrund der Mormonin Meyer zum Vorschein, der die Rolle der Frau zunehmend nur als gebärfreudige Mutter vorsieht? Sicherlich nicht die beste Demonstration von gleichwertiger Selbstbestimmung und Darstellung eines Frauenbildes für die durchgehend jugendliche sowie weibliche Fanbasis.

 

Fazit:

Herzschmerz, ausgebreitet auf 135 Minuten: Wer sich von New Moon eine Abkehr von Themen wie jugendlichem Gefühlschaos und gezügelter, disziplinierter Leidenschaft erwartet, wird enttäuscht. Fans und treue Leser von Stephenie Meyer werden aufgrund der beibehaltenen Optik, des hochkarätigen Soundtracks und der Einbindung aller aus dem Vorgänger bekannten Charaktere erfreut sein, wenn auch das deutlich verringerte Auftreten von Twilight - Beau Robert Pattinson sicherlich für Verwunderung und zugleich Enttäuschung sorgen wird. Freunde von dramaturgisch ausgereiften Filmen mit überzeugenden Charakteren und überraschenden Story-Wendungen werden allerdings wenige Ansatzpunkte für Freude an New Moon finden.

 

Wertung:

5/10 Punkte

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