Gallipoli

OT: Gallipoli - 110 Minuten - Drama
Gallipoli
Kinostart: 05.03.1982
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Gallipoli

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Das Frühwerk des genialen Kreativkopfs Peter Weir („The Truman Show“, „Master and Commander: The Far Side of the World”) stellte eine überaus interessante Zusammenarbeit, später in Hollywood Karriere machender Australier, dar und ist überdies ein, vor allem in der letzten halben Stunde mitreißender Mix aus Jugenddrama und Antikriegsfilm. Neben Mel Gibson („Lethal Weapon“, „Braveheart“), der noch im selben Jahr „Mad Max 2“ abdrehte, waren hier auch der später bei Cannon unterkommende Komponist Brian May („Missing in Action 2: The Beginning“, „Death Before Dishonor“) und Kameramann Russell Boyd („Master and Commander: The Far Side of the World“, „Ghost Rider“) an diesem Projekt beteiligt.

„Gallipoli“ stammt aus Weirs eigener Feder und erzählt von zwei jungen, australischen Männern, die auf den ersten Blick zwar sehr unterschiedlich erscheinen, im Geiste allerdings Brüder sind und mit völlig falschen Vorstellungen ausziehen, um für ihr Land unter den Briten im 1. Weltkrieg gegen die Türken zu kämpfen. Bis es zu diesem dramatischen Höhepunkt kommt, errichtet Weir jedoch ein sehr ausführliches Charakterportrait.

Archy Hamilton (Mark Lee) lebt recht behütet im Outback und wird von seinem Onkel, selbst ehemaliger Vorzeigesportler zu einem Sprinter herangezogen. Doch er will mehr aus seinem Leben machen, die Welt kennen lernen. Was bietet sich da Besseres als das werbende Militär an? Obwohl der Junge nicht mal weiß, weswegen dieser Krieg geführt wird und von wem, lässt er sich unter den traurigen Blicken seines Onkels werben und tritt in die Armee ein – mit dem frommen Wunsch die Ideale Australiens zu verteidigen. Der ziellose Frank Dunne (Gibson), etwas älter als Hamilton, ist ein zynischer Herumtreiber, der sich durch das Leben schlängelt, aber permanent pleite ist. Mit ähnlich wirren Ansichten, nämlich der fixen Idee, schnurstracks Offizier zu werden und zu Ruhm und Geld zu kommen, lässt auch er sich rekrutieren. Die Wahrheit soll anders aussehen.

Doch bis es dazu kommt, erleben die Jungen Kairo, den harten Drill des Militärs und eine sich krass von der australischen unterscheidenden ägyptischen Welt. Für meinen Geschmack driftet Peter Weir zwar vor allem zu Beginn etwas ab (z.B. der Marsch durch die Wüste) und hätte besser daran getan, sich mit den noch zu Beginn doch deutlich unterscheidenden Ansichten der Freunde auseinander zusetzen, dafür hat er im letzten Drittel jedoch die Unmenschlichkeit des Krieges fest im Griff. Auf den von den Türken gehaltenen Dardanellen schicken die Briten ihre australische Unterstützung nämlich ohne mit der Wimper zu zucken in den aussichtslosen Frontalangriff und damit in den sicheren Tod. Wie es ausgeht sei hier nicht verraten, doch die läuferischen Qualitäten der beiden sollen zum Schluss noch eine tragische Rolle spielen.

Die beeindruckendsten Momente sind die, in denen beide realisieren wie grausam der Krieg, zu dem sie sich so euphorisch selbst freiwillig gemeldet haben, eigentlich ist. Getragen werden diese erkenntnisreichen Musik nicht nur von klassischen Stücken, sondern auch vor allen durch die top aufspielenden Mel Gibson und Mark Lee – Jungstars hin oder her.

Fazit:
Stark fotografierter, realistisch gehaltener Antikriegsfilm, der schon auf die spätere Brillanz der beteiligten Personen hinweist und den damaligen Zeitgeist, wie auch über die reichlich naiven Vorstellungen der Jugend aufklärt. Peter Weir setzt hier weniger auf Action, als auf eine sehr ausführliche Darstellung einer tiefen Freundschaft. Zwar wird „Gallipoli“ noch nicht von Weirs späterer Brillanz geprägt, einen Kloß dürfte der ein oder andere Zuschauer später trotzdem im Hals haben. Wenn auch die Anklagen nichts Neues sind, so werden sie hier doch von einer selten gezeigten Seite, nämlich der australischen, gezeigt. Für den Genrefan allemal eine Empfehlung wert.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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