Das perfekte Verbrechen

OT: -  112 Minuten -  Thriller
Das perfekte Verbrechen
Kinostart: 17.05.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
812
Bewerten:

Filmkritik zu Das perfekte Verbrechen

Von am

Regisseur Gregory Hoblit scheint ein Problem zu haben, dass einem Regisseur durchaus schnell heimsuchen kann, wenn sein erster Film bereits gut angekommen ist. Denn seit er 1996 mit Zwielicht sein durchaus lobenswertes Kinodebüt feierte, versucht er vergebens seinen Erstling zu übertreffen. Nicht dass seine Folgefilme wie Dämon, Frequenzy oder Das Tribunal schlecht wären, aber es sind eben nur solide, mittelmäßige Filme und Hoblit fehlt immer noch der ganz große Wurf. An dieser Stelle kann ich gleich verraten dass Das perfekte Verbrechen auch nicht der von ihm herbeigesehnte Geniestreich ist, aber einen gewissen Unterhaltungswert kann man dem Film auch nicht absprechen.

 

Ted Crawford (Anthony Hopkins) ist in allen Lebenslagen ein Perfektionist. Dies ist auch notwendig um der Beste in seinem Job zu sein: Er findet winzig kleine Haarrisse an abgestürzten Flugzeugen um nachzuvollziehen was die Ursache für die jeweiligen Unfälle waren. Eben diese Charaktereigenschaft hat Ted ein schönes Leben beschert: Er hat mehr Geld als er ausgeben kann und eine wunderschöne Frau. Doch eben mit dieser Frau ergeben sich durch Teds einnehmenden Charakter so einige Problem. Jennifer (Embeth Davidtz) beginnt eine Affäre mit dem Polizisten Rob Nunally (Billy Burke).

 

Doch dabei hat sie die Fähigkeit ihres Mannes unterschätzt absolut jeden Fehler, in jedem System ausfindig zu machen. Seine Ehe lässt sich ebenso wie seine Flugzeuge als ein solches System betrachten. Er entwirft einen ausgeklügelten Plan um seine Frau loszuwerden und wendet zunächst eine merkwürdige Taktik an: Nachdem er Jennifer erschossen hat, gesteht er Rob, den ermittelnden Beamten, den Mord. Dieser findet ihn mit der Mordwaffe in der Hand am Tatort und hat auch noch ein Geständnis. Der Fall scheint somit entschieden. Der beauftragte Staatsanwalt Willy Beachum (Ryan Gosling) wiegt sich sicher, doch vor Gericht will sich der smarte Ted selbst verteidigen und lehnt die Hilfe eines Anwalts ab. Was hat er nur vor?

 

Man kann dem Film eines nicht absprechen: Er beginnt ziemlich eindrucksvoll. Bereits wenn wir Ted mit seinem Luxuswagen zum Flughafen fahren sehen, er schnell klarmacht wie sich ein Absturz zugetragen hat und er dann gleich arrogant wieder abzieht ohne auf die Ergebnisse zu warten, muss man sagen dass die Figur sehr schön und pointiert eingeführt wird. Als Zuseher weiß man ja im Normalfall bei dieser Art Filme ziemlich genau was zu Beginn passieren wird, und dennoch schafft es Das perfekte Verbrechen hier eine etwas neuartige Nuance einzubringen. Der Mord geschieht traditionsgemäß sehr früh im Film, doch das Geständnis des Täters passt sogar nicht ins Bild. Das Problem der Ermittler im Film ist nicht den Mörder zu finden, sondern dem Mörder den Mord auch zu beweisen.

 

Dieser kreative Impuls ist auch das stärkste Standbein des Films. Die Katz- und Mausspiele zwischen Ryan Gosling und Anthonny Hopkins sind ebenfalls sehr positiv hervorzuheben und als Zuseher ist man vom Schauspiel der beiden gefesselt. Auch ist es sehr schön gelungen den Film unterhaltsam zu gestalten und großteils für Kurzweiligkeit zu sorgen. Leider haben sich dennoch einige gravierende Fehler eingeschlichen, die den Filmgenuss etwas trüben. Zum Beispiel wird die angespannte Situation zwischen Gosling und Hopkins bei weitem nicht voll ausgeschöpft. Man verliert über weite Strecken den Fokus von den Dingen die den Zusehern wirklich interessieren und verstrickt sich in Details aus Willys Privatleben, die leider doch für etwas Langeweile sorgen.

 

Auch ist das sogenannte "perfekte Verbrechen" bei weitem nicht so ausgeklügelt wie man es gerne hätte, und im Endeffekt ist die endgültige Auflösung der Szenarie sehr enttäuschend. Überhaupt fällt das gesamte letzte Drittel des Films deutlich ab. Es war ein angestrebtes Ziel der Autoren eine Art Gerichtsthriller mit wenigen Gerichtsszenen zu drehen und ähnlich konsequenzlos ist der Film auch geworden. Es wird eine angespannte Rahmenhandlung entworfen, die dann an einigen Stellen einfach links liegen gelassen wird um sich teilweise Nebensächlichkeiten zuzuwenden.

 

Überhaupt hatte ich über weite Strecken das Gefühl nicht im Kino zu sitzen, sondern mir eine Folge Columbo anzusehen. Für mich kein gravierender Nachteil, da ich ein Fan der Serie bin, aber eigentlich sollte man von einem Streifen auf der großen Leinwand doch mehr erwarten können als Unterhaltung auf Fernsehniveau. Eine eindeutige Empfehlung für den Film kann ich nicht abgeben. Das perfekte Verbrechen ist sicher ein Film den man sich ansehen kann, da er auch einen relativ hohen Unterhaltungswert besitzt, aber die Schwächen drängen sich dann doch zu sehr auf um ihn als wirklich gelungen betrachten zu können.

 

Fazit:

Das perfekte Verbrechen ist ein Film, dem so einiges zur Perfektion fehlt. An den Darstellern liegt dies freilich nicht, da sowohl Anthonny Hopkins, als auch Ryan Gosling und eigentlich sämtliche Nebenfiguren restlos überzeugen. Doch leider verstrickt sich der Plot sehr in Nebensächlichkeiten und kann die Tension der Situation nie wirklich nutzen. Auch das Ende ist alles andere als überzeugend und so ist Das perfekte Verbrechen ein sicherlich unterhaltsamer Film, der sich allerdings nicht deutlich vom Niveau eines Fernsehkrimis absetzen kann.

 

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 12
10 /10
8%
9 /10
17%
8 /10
8%
7 /10
42%
6 /10
17%
5 /10
8%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Der Staatsfeind Nr. 1
The Number 23
Butterfly Effect
8 Blickwinkel
Training Day
The Hitcher
Panic Room
Der Mann, der zuviel wusste
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013