Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft (2009)

OT: Hachiko: A Dog's Story - 93 Minuten - Familien / Drama
Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft (2009)
Kinostart: 20.11.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
8104
Bewerten:

Filmkritik zu Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft

Von am

Der schwedische Regisseur Lasse Hallström hat sich durch seine meist überdurchschnittlichen ("Casanova", "The Hoax"), oft guten ("Chocolat" ,"An Unfinished Life", "Schiffsmeldungen"), teils sogar herausragenden Filme ( "Gottes Werk" und "Teufels Beitrag", "Gilbert Grape") im Laufe der Zeit einen Namen gemacht. Dabei hat er eine eigene Handschrift entwickelt, die bei all seinen Werken deutlich zu erkennen ist. Bei Hallström steht immer die Geschichte im Vordergrund. Man sieht deutlich , dass er seinen "Geschichten" den nötigen Freiraum lässt, sich zu entwickeln und auf den Zuschauer zu wirken, ohne das irgendwelche künstlichen Zuspitzungen oder Momente vom Wesentlichen, nämlich der Geschichte, ablenken. Und genau das ist auch bei seinem aus dem Jahr 2008 stammenden Drama, "Hachiko- Eine wunderbare Freundschaft", der Fall.

 

Der Musikprofessor Parker Wilson (Richard Gere) findet auf seinem Heimweg einen kleinen Hund am Bahnhofssteig. Wilson geht fest davon aus, dass der Hund nur vergessen wurde und versucht den Besitzer ausfindig zu machen- ohne Erfolg. Schließlich beschließt er den Hund mit nach Hause zu nehmen, doch seine Frau Cate (Joan Allen) ist zuerst gar nicht davon begeistert. Nach kurzer Zeit erliegt sie jedoch auch dem Charme des Hundes. Parker merkt immer mehr, wie sehr er sich zu dem Hund hingezogen fühlt und auch der Hund scheint ihm nicht mehr von der Seite gehen zu wollen. Er tauft den Hund Hachiko und von da an entwickelt sich eine tiefe, bedingungslose Freundschaft zwischen den beiden. Hachiko begleitet Parker sogar tagtäglich zum Bahnhof und holte ihn um Punkt 17 Uhr auch von dort wieder ab. Doch eines Tages wartet Hachiko vergeblich am Bahnhof...

 

Hallström`s Film ist an eine wahre Geschichte angelehnt, die sich in den 20igern und 30igern Jahren des 20. Jahrhunderts tatsächlich so zu getragen hat. 1923 kommt in Japan der Hund Hachiko zur Welt. Kurz darauf nahm ihn sein „Besitzer“, der Universitätsprofessor Ueno , mit nach Tokio. Das Wunderliche war, dass Hachiko jeden Tag sein Herrchen pünktlich vom Bahnhof in Shibuya abholte. Eines Tages verstarb jedoch der Professor. Trotz des Todes von Ueno kam Hachiko weiterhin Tag für Tag zum Bahnhof um auf sein „Herrchen“ zu warten. 1935 fand man Hachiko tot auf. Er hatte ganze neun Jahre lang am Bahnhof von Shibuya auf seinen „Besitzer“ gewartet. Schon zu Lebzeiten war Hachiko in ganz Japan bekannt und wurde für seine Treue  und Loyalität zu Professor Ueno verehrt. 1934 wurde in Anwesenheit von Hachiko sogar eine Bronzestatue am Bahnhof  Shibuya von ihm aufgestellt. Selbst heute noch gilt der Akita-Hund in Japan als Inbegriff der Treue.

 

Manche mögen nun vielleicht sagen, dass „Hachiko“ nur ein Film für Hundeliebhaber sei. Das ist aber weit gefehlt. Hallström wählt die Geschichte von Hachiko um die Begriffe Freundschaft und Treue im Allgemeinen wieder mit Substanz zu füllen. Heutzutage sind diese beiden Worte oftmals nur inhaltsleere Worthülsen, die fast schon floskelhaft verwendet werden. Deshalb ist es genau richtig, das Lasse Hallström eine unaufgeregte, ruhige Erzählweiße wählt, um die Begriffe wieder mit Sinn und Tiefe zu füllen. Die Handlung des Films verläuft ohne jegliche pathetischen Zuspitzungen. Dieses Fehlen von künstlichen Höhepunkten verleiht dem Film eine tiefe Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit, die durch Richard Geres („Zwielicht“ Pretty Woman“) , zurückhaltendes, dennoch exzellentes Schauspiel gestärkt wird. Auch Joan Allen ( „Wie ein einziger Tag“, Im Körper des Feindes“) zeigt mit ihrem feinfühligen Auftreten eine starke schauspielerische Leistung.  Auch die sonstigen Nebendarsteller zeigen durchweg gute Leistungen, die sich ins Gesamtbild einfügen- nichts wirkt aufgesetzt.

 

Eine weitere Stärke des Films ist die herausragende, sich dennoch nicht in den Mittelpunkt stellende Musik von Jan Kaczmarek (Oscar für Finding Neverland). Sie unterstreicht zu jedem Zeitpunkt das Geschehen auf der Leinwand und rührt, ohne rührselig zu sein. Zu guter Letzt muss man auch die insgesamt drei Hakita-Hunde ( Chico,Layla, Forrest) erwähnen, die Hachiko im Film spielen. Es lässt sich nicht verleugnen, dass diese Hunderasse wirklich etwas tiefgehendes, bedingungslos Ehrliches mit ihrem Wesen ausdrücken.

 

Fazit:

Lasse Hallström hat mit „Hachiko“ einen Film geschaffen, der im Gegensatz zu den sonstigen effekthascherischen Dramen erfrischend ruhig ist. Wer also ein berührendes, beeindruckendes Drama frei von jeglichen Künstlichkeiten sehen möchte, der ist bei „Hachiko“ mehr als gut aufgehoben.
 
 
Wertung:
9/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 8
10 /10
0%
9 /10
38%
8 /10
25%
7 /10
25%
6 /10
0%
5 /10
13%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Gottes Werk & Teufels Beitrag (1999)
Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa (1993)
Lachsfischen im Jemen (2011)
Das Leuchten der Stille (Dear John) (2009)
Der Mandant (2011)
Chocolat... ein kleiner Biss genügt (2000)
Das Streben nach Glück (2006)
Frost/Nixon
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!