Die Bucht (2009)

OT: The Cove - 92 Minuten - Dokumentation
Die Bucht (2009)
Kinostart: 20.11.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Bucht

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Der Dokumentarfilm hat sich gewandelt. Spätestens seit den Erfolgen eines Michael Moore ist klar, dass man den Begriff „Dokumentation“ nicht mehr im klassischen Sinne sehen kann, da immer mehr sehr subjektive Ansichten, und in Zeiten eines Man on Wire sogar Spielfilmelemente, Einzug halten. Die Bucht ist nun ein weiterer großartiger Vertreter dieser neuen Dokumentarspezies, und besticht durch ein eindringlich vorgebrachtes Statement, und durch eine rasante Stilistik im Thrillerstil. Herausgekommen ist einer der heißesten Anwärter auf den Oscar als bester Dokumentarfilm.

 

Ric O’Barry war in den 60er Jahren Delfin-Trainer und machte sich durch seine Arbeit für die TV-Serie Flipper einen Namen. Nachdem einer der eingesetzten Delfine jedoch quasi in seinen Armen gestorben ist, begann er seinen Beruf zu überdenken, und setzte sich fortan für die Freiheit der Tiere ein. Im Dokumentarfilm Die Bucht führt er uns in eine Bucht am Küstenort Taiji, in Japan, wo jedes Jahr ein grausamer Massenmord an Delfinen stattfindet, der, durch strenge Abschottung, vor der Weltöffentlichkeit geheim gehalten werden soll…

 

Die Bucht ist sicher ein sehr wichtiger Film: Die Missstände, die hier aufgezeigt werden sind schlicht erschütternd, und zeigen nur wieder einmal aufs Neue den vernichtenden Umgang des Menschen mit der Natur. Jahr um Jahr werden 23.000 Delfine in eine Bucht getrieben und brutal abgeschlachtet. Die schönsten von ihnen werden zuvor aussortiert und für eine Viertelmillion Dollar an Delfinarien verkauft. Der Rest wird unter falschem Etikett als Nahrungsmittel verkauft. Denn wer will schon Delfin essen?

 

Die Filmemacher haben sich dabei für den Film selbst in Gefahr begeben, und sind unter größtem Risiko ins Sperrgebiet eingedrungen um das zu filmen, was nie an die Öffentlichkeit hätte gelangen sollen. Diese Szenen erinnern schon fast an einen Thriller, und bringen genügend Spannung und Unterhaltungswert in den Film, um die Botschaft auch für ein größeres Publikum interessant aufzubereiten. Natürlich kann man einwenden, dass dies nicht unbedingt dem Wesen eines klassischen Dokumentarfilms entspricht, aber dafür schafft es Die Bucht hervorragend aufzurütteln.

 

Gleichzeitig versteht es der Film politische Linien bis zur Internationalen Walfangkommission (IFC) zu zeichnen, und unangenehme Wahrheiten aufzudecken, wie z.B. dass das Delfinfleisch (das noch dazu Quecksilberverseucht ist) unter falschem Etikett an Schulkinder ausgegeben wurde, ohne dass irgendwer davon eine Ahnung gehabt hätte. Im Kontrast dazu stehen die sehr schönen Delfinbilder, die uns noch einmal verdeutlichen sollen, welche Grausamkeit hier wirklich abläuft. Oder wie es uns der Film erklärt: "Das Lächeln der Delfine ist die größte Täuschung der Natur.".

 

Gut, man kann dabei sicher argumentieren, dass der spannende und natürlich reisserische Aufbau des Films einer sachlichen Dokumentation entgegenwirkt, doch wenn man den Film gesehen hat, versteht man auch sehr gut warum dies so gemacht wurde. Denn es ist äußerst schwer bei diesem Thema „sachlich“ zu sein, da es nun einmal eine skandalöse Angelegenheit ist, und man wohl kaum Verständnis für dieses Schlachtfest erwarten kann. Die Bucht sollte man gesehen haben und vielleicht auf DVD kaufen. Denn wenn es so weiter geht werden Aufnahmen von Delfinen in freier Wildbahn wohl bald eine Rarität sein.

 

Fazit:

Die Bucht ist ein aufrührender Dokumentarfilm, der spritzig und spannend ist wie ein Thriller, und dabei ein sehr wichtiges Thema beleuchtet. Natürlich kann man anmerken, dass man dabei vor allem einen einseitigen Kampfschrei alá Michael Moore losgelassen hat, aber dies ist schon verständlich wenn man das Thema betrachtet. Die Bucht ist also ein sehr informativer und auch spannender Dokumetarfilm, der zu den besten des Jahres zu zählen ist.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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