Factotum

OT: Factotum - 93 Minuten - Drama
Factotum
Kinostart: 08.12.2005
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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8100
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Filmkritik zu Factotum

Von am

Pickle Factory boss: Writer huh? Are you sure?

Henry Chinaski: No, I’m not. I’m halfway through a novel.

Pickle Factory boss: What’s it about?

Henry Chinaski: Everything.

Pickle Factory boss: It’s about ... cancer?

Henry Chinaski: Yes.

Pickle Factory boss: How about my wife?

Henry Chinaski: She’s in there too.

 

Um Bukowskis Welt zu genießen muss man nicht besoffen sein, aber es hilft. Um diese Kritik zu verfassen muss ich besoffen sein. Und ich bin froh, dass ich schon ein paar Bier und Whisky intus habe, andernfalls hätte ich wohl nicht die Eier gehabt um diese Kritik so zu schreiben, wie ich es gerade tue. Ist doch langweilig immer den gleichen scheiß zu lesen. Die Schauspieler sind toll, der Regisseur macht ganze Arbeit und das Drehbuch ist so originell, dass man darauf am liebsten abwichsen will. Also dachte ich mir: Versuchst du mal auf andere Art und Weise einen Eindruck von dem Film zu vermitteln. Ob es funktioniert weiß ich nicht und ehrlich gesagt ist es mir scheiß egal.

 

Wer sich den Film anschauen will. Viel vergnügen. Wer nicht, der nicht. Aber wer es nicht tut, verpasst etwas. So viel steht fest. Wer nicht den Nerv oder in vielen Fällen die Intelligenz hat Bukowskis Welt in seinen Romanen und Kurzgeschichten zu erleben, bekommt hier endlich mal die Gelegenheit sie in einem Film zu sehen. Klar der Film dämpft alles ein wenig ab und ist bei weitem nicht so dreckig und abgefuckt wie seine Romane, aber es gibt doch einen ganz netten Eindruck in was für einer Welt dieser Mann lebte. Von der Wirklichkeit zwar trotzdem so weit entfernt wie Roland Emmerich von einem Arthousefilm, gelingt es Factotum trotzdem zumindest die Atmosphäre des Romans einzufangen und auf die Leinwand zu projizieren.

 

Mir fällt es relativ schwer den Film objektiv zu beurteilen, da ich ein großer Fan von Bukowski bin und mich somit auch fast automatisch in den Film verliebt habe. Aber scheiß auf Objektivität. Schreiben ist nie objektiv, genau so wenig wie Film, Musik oder jede andere Kunst. Jeder Kritiker der behauptet einen Film objektiv beurteilen zu können fickt nicht nur sich, sondern auch jeden Leser gehörig in den Arsch. Aber vielleicht findet ja manch einer gefallen daran.

 

Bitte, lieber Leser, versteh mich nicht falsch. Ich versuche hier keinesfalls auf billige Art und Weise Bukowskis Stil zu imitieren. Nichts liegt mir ferner. Stattdessen will ich nur ein einziges Mal fernab von all jener pseudointellektuellen, filmkritischen Hirnwichserei zu dem geneigten Leser, zu dir, sprechen, so direkt und ehrlich wie es nun mal möglich ist. Deshalb versuche ich hier auch weniger dir einen Film nahe zu bringen, sondern viel eher einen gesamten Menschen. Charles Bukowski verdient es nicht nur verfilmt zu werden, er verdient es gelesen zu werden. Er war ein Mensch, der sein Leben bis zur letzten Konsequenz, frei von allen Kompromissen gelebt hat und dies in seinen Romanen und Kurzgeschichten verewigt hat. Der Film Factotum gibt zwar nur einen oberflächlichen Einblick in die zerstörte Welt des Autors, aber es ist ein guter Anfang. Trotzdem sei allen empfohlen zuerst zumindest ein paar seiner Werke zu lesen, damit man weiß wer er ist und wie er gelebt hat. Danach kann man den Film umso besser genießen.

 

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man bloß weil man Bukowski mag, ihn imitieren soll. Nicht umsonst hat er Dont’ try auf seinen Grabstein schreiben lassen. Hier soll auf keinen Fall Saufen und Hurerei verherrlicht werden. Mir hat Factotum jedenfalls gefallen. Für mich hat er seinen Zweck erfüllt. Und ich genieße es, mir den Film immer wieder anzusehen. Aber da ich ein Fan von Bukowski bin und vieles von ihm gelesen habe, ist meine Meinung einen Dreck wert und zählt vielleicht weniger als die eines objektiven Zuschauers. Mir egal. Es wird sicher genug Leute geben, denen der Film nicht so gut gefällt wie mir. Aber „objektiv“ betrachtet (und ja, trotz meinem heutigen Alkoholskonsum weiß ich, dass ich euch jetzt ficke) kann ich keine Mängel an dem Film erkennen, weder was die schauspielerischen Leistungen, noch was Regie und Drehbuch betrifft, ganz zu schweigen von all den anderen unüberschaubaren Aspekten, die man beim Filmemachen beachten muss. Besonders hervorheben will ich an der Stelle die Musik des Films. Kristin Asbjornsen leistet hier wirklich einen fabelhaften Job um die Atmosphäre des Romans in Musik zu verwandeln.

 

Rügt mich, verarscht mich, macht mich fertig, aber ehrlicher kann ich eine Kritik über einen Film an dem mein Herz hängt nicht schreiben. Wenn es euch nicht gefällt, ich kann damit leben.

 

Zum Fazit gibt’s ein Zitat aus dem Film, es beschreibt nicht nur die Essenz des Films, sondern auch die von Bukowskis Leben:

 

"If you're going to try, go all the way. Otherwise don't even start. This could mean losing girlfriends, wives, relatives, jobs. And maybe your mind. It could mean not eating for three or four days. It could mean freezing on a park bench. It could mean jail. It could mean derision. It could mean mockery, isolation. Isolation is the gift. All the others are a test of your endurance. Of how much you really want to do it. And you'll do it, despite rejection in the worst odds. And it will be better than anything else you can imagine. If you're going to try, go all the way. There is no other feeling like that. You will be alone with the gods. And the nights will flame with fire. You will ride life straight to perfect laughter. It's the only good fight there is."

 

Wertung:

Scheiß drauf.

Filmering.at
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