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Regie: Paul Verhoeven Drehbuch: Ronald Shusett, Dan O'Bannon, Gary Goldman Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Ronny Cox, Michael Ironside Filmstart: 26.07.1990 | Laufzeit: 113 Minuten | SciFi-Action |
"Aber Sie können beruhigt sein. Bis der Trip vorbei ist bekommen sie das Mädchen, töten die Gangster und retten den gesamten Planeten."
Paul Verhoeven ist ein besonderer europäischer Regisseur, der seinen eigenen Stil entwickelt hat, und es wie kaum ein anderer versteht angeblich oberflächliche Unterhaltung mit einem durchdachten Subtext zu versehen. Er versteht dabei sowohl die Mechanismen des Mainstreamkinos, im Fall von Total Recall zeigt sich dies bereits mit der Wahl des populären Hauptdarstellers Arnold Schwarzenegger, als auch die Einarbeitung einer durchdachten Handlung, die sowohl großartige Unterhaltung, als auch eine durchdachte Doppelbödigkeit aufweist.
Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) ist ein einfacher Arbeiter, ist mit der hübschen Lori (Sharon Stone) verheiratet, und träumt von einer Reise zum Mars, der mittlerweile bewohnbar ist. Lori ist jedoch gegen diese Reise, da es am Mars einen Aufstand gibt, und sie den Urlaub für zu gefährlich hält. Die Lösung heißt Recall: Eine Firma, die ihren Kunden Erinnerungen implementiert, sodass sie meinen diese Erinnerungen wirklich erlebt zu haben. Quaid will sich von Recall die Erinnerung an einen Marsaufenthalt einpflanzen lassen, inklusive Love-Story und Geheimagentengeschichte. Doch während der Implementierung kommt es zu Komplikationen, und Quaid wird plötzlich von Spionen verfolgt. Hat der Prozess eine gelöschte Erinnerung von Quaid freigelegt, oder handelt es sich nur um einen Traum?
Total Recall ist ein großer Film, egal aus welcher Perspektive man ihn betrachtet: Für Mainstream-Fans wird mit Arnold Schwarzengger der perfekte Held geboten, der uns in klassischer Manier durch den Film führt und dabei zahlreiche Actionszenen und brutale Einlagen meistert. Aber auch für Freunde ansprechender Filme wird genügend geboten, denn in Total Recall findet sich nicht nur eine wunderbare Schilderung einer düsteren Zukunft (basierend auf einer Kurzgeschichte von SciFi-Meister Philip K. Dick), sondern vor allem eine fabelhafte Doppelbödigkeit, die gekonnt Fragen bezüglich Sein und Schein stellt.
Und dies ist auch einer der Glanzpunkte von Total Recall, denn Paul Verhoeven versteht es exzellent seinen Film zweigleisig aufzubauen. Man kann ihn als Realität und als Traum lesen, keine der beiden Seiten wird bevorzugt, sondern beide können ihren Standpunkt vertreten. Und hier besitzt Total Recall Interpretationsmöglichkeiten, und speziell wenn dann das klischeehafte Ende gezeigt wird, in dem der Held wie prophezeit das Mädchen bekommt, die Gangster tötet und den Planeten rettet, und selbst hofft, dass alles nicht nur ein Traum war, drängt sich doch deutlich auf, dass wir nur ein Hirngespinst gesehen haben.
Und dieser grandiose Schachzug regt nicht nur zum wiederholten Ansehen an, sondern auch zum Nachdenken. Und Paul Verhoeven ist so geschickt in seiner Inszenierung, dass Total Recall immer wieder Spaß macht, und man immer wieder neue Hinweise entdeckt. Doch er versteht es nicht nur seine Wendungen und Metaebenen zu verdichten, sondern die wahre Stärke von Paul Verhoeven ist, dass er dies alles in ein klassisches Schwarzenegger-Starvehikel packt, das auch Fans der eher simpleren Actionreisser von Schwarzenegger sehr zufrieden stellt.
Hinzu kommt eine wunderbar skizzierte Zukunftsversion, die es gekonnt versteht die politischen Aspekte der Zukunft mit dem Actionanteil des Films in Einklang zu bringen. In seiner Inszenierung lässt sich Verhoeven auch schon einmal vom Pulp und Trash beeinflussen, zeigt uns Aliens mit drei Brüsten und eine Ausstattung, wie man sie auch in einem B-SciFi-Film erwarten könnte. Doch all dies ist Teil des Konzepts, denn Total Recall wandelt geschickt zwischen den Ebenen und versucht verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Und dieser ambitionierte Versuch ist Verhoeven auch sehr gut gelungen, denn Total Recall schafft es auch heute noch zu faszinieren.
Fazit:
Total Recall ist auf der einen Seite ein klassisches Arnold Schwarzenegger Starvehikel mit dem Touch der 80er Jahre. Gleichzeitig ist der Film aber auch noch eine sehr durchdachte Zukunftsvision, die vor allem durch ihre Auseinandersetzung mit Sein und Schein punktet. Was ist real, was passiert nur im Kopf der Hauptfigur? Verhoeven lässt die Antwort offen, ermöglicht aber Interpretationen. Vor allem aber schafft es Total Recall sowohl diejenigen anzusprechen, die nur auf kurzweilige Unterhaltung aus sind, als auch die, die mehr über den Film nachdenken wollen. Und alleine dafür verdient sich Paul Verhoeven großes Lob. Auch wenn seine Pulp- und Trascheinflüsse an manchen Stellen etwas zu sehr in den Vordergrund rücken. Doch dies ist nur ein kleiner Kratzer an einem ansonsten großartigen Film.
Wertung:
9/10 Punkte
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Ø Pressewertung: 9,5 /10 |












