My Brilliant Career

OT: My Brilliant Career - 100 Minuten - Drama
My Brilliant Career
Kinostart: Unbekannt
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Filmkritik zu My Brilliant Career

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My Brilliant Career war seinerzeit ein durchaus durchdachter Gegenentwurf zum New Hollywood Kino, und versuchte den Stauts Australiens als Filmland weiterzubringen. Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Miles Franklin. Eine Besonderheit dabei ist, dass der Film in den wesentlichen Positionen (Produktion, Regie, Drehbuch) ausschließlich mit Frauen besetzt ist, was dem feministischen Grundcharakter von My Brilliant Career sehr gut entspricht, speziell im Australien der 70er Jahre aber natürlich auch die Eroberung einer männlichen Domäne darstellt.

 

Sybylla Melvyn (Judie Davis) ist jung und rebellisch. Sie wächst im australischen Outback auf einer Farm auf. Sie sieht, dass die Ehe ihrer Eltern nicht gerade gut verläuft, und beschließt für sich selbst, sich nicht den Konventionen der verpflichteten Ehe hinzugeben. Stattdessen will sie Schriftstellerin werden, und nicht von einem Mann abhängig sein. Schließlich fährt sie zu ihrer Großmutter, die ein großes Gut besitzt, wo sie den Engländer Frank Hawdon (Robert Grubb) kennen lernt. Doch an ihm hat sie kein Interesse. Viel interessanter erscheint da der wohlhabende Harry Beecham (Sam Neil)…

 

Wie bereits eingangs erwähnt ist My Brilliant Career vor allem ein sehr feministischer Film, der versucht verkrustete Bräuche aufzubrechen. Das Filmemachen war zu dieser Zeit (ist es wohl großteils noch heute) eine einzige Männerdomäne, was auch ganz besonders für das Australien der 70er galt. Gillian Armstrong inszenierte den Film, Margaret Fink produzierte und Eleanor Witcombe verfasste das Drehbuch. So wollte man beweisen, dass auch ein weibliches Team einen erfolgreichen Film drehen kann, was mit My Brilliant Career ja auch gelungen ist.

 

Zunächst wollten die Geldgeber noch das Ende des Films ändern lassen, da sie der Ansicht waren, dass das Publikum ein klassisches Happy End will. Doch die Filmemacherinnen blieben stur, und aus heutiger Sicht gibt ihnen der Erfolg recht. Denn My Brilliant Career war nicht nur beim Publikum erfolgreich, sondern wurde auch bei den Filmfestspielen in Cannes sehr positiv aufgenommen (der Film lief im Wettbewerb des Festivals, war also für die Goldene Palme nominiert).

 

My Brilliant Career schafft es vorzüglich die Atmosphäre der australischen Einöde heraufzubeschwören, und erlaubt sich vor allem im späteren Verlauf der Geschichte, einen stets präsenten, ironischen Unterton, und ganz besonders einige Seitenhiebe auf die Unterschiede zwischen England und Australien. Besonders gut kommt dies in der Originalfassung des Films heraus, denn alleine die unterschiedlichen Dialekte tragen viel zu diesem stimmungsvollen Nationenvergleich bei. Da es sich bei My Brilliant Career um eine australische Produktion handelt, dürfte auch schon klar sein, welche Nation vorwiegend aufs Korn genommen wird.

 

Im Zentrum ist der Film dabei natürlich vor allem die Geschichte einer Frau, die sich gegen die Konventionen der Gesellschaft stellt, und sich weigert einen Mann zu heiraten, da sie so nur sein Leben leben würde, und ihr eigenes versäumen würde. Der Film schafft es dabei sehr gut uns in die Gedankenwelt von Sybylla zu versetzen, sodass wir ihren Wunsch nachvollziehen können, was vor allem auch an der großteils vernichtenden Ehesituation der Nebenfiguren liegt. Denn man findet wohl im ganzen Film kaum eine Frau, die mit ihrer Ehe wirklich rundum glücklich sein kann.

 

Atmosphärisch sehr gelungen, stets mit Augenzwinkern erzählt und vor allem toll gespielt (Sam Neil und Judie Davis in den Hauptrollen sind einfach großartig) schafft es My Brilliant Career auch durchwegs zu überzeugen. Das einzige Problem des Films ist, dass er es nie schafft seiner Geschichte Nachdruck zu verleihen. Alles läuft vor sich her, ist interessant, aber bricht nie völlig durch, sodass es eigentlich kaum Szenen gibt, die sich wirklich ins Gedächtnis brennen. Es fehlen schließlich die ganz großen Momente, die den Film unsterblich machen könnten. So ist er nur ein wirklich guter Film.

 

Fazit:

My Brilliant Career ist ein sehr feministischer Film, der nicht nur von weiblichen Filmemacherinnen gemacht wurde, sondern vor allem seine Figur eine sehr feministische Geschichte durchlaufen lässt. Hinzu kommt eine mit Ironie und Augenzwinkern versehene Auseinandersetzung mit England und Australien, vor allem aber eine grandiose Leistung von Judie Davis und Sam Neil. Leider fehlen dem Film die ganz großen Momente, so ist er lediglich gut, ohne für lange Zeit im Gedächtins zu haften.

 

Wertung:

7/10 Punkte

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