Gesetz der Rache (2009)

OT: Law Abiding Citizen - 108 Minuten - Action / Thriller
Gesetz der Rache (2009)
Kinostart: 20.11.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Gesetz der Rache

Von am

Rachethriller sind ja in letzter Zeit wieder etwas in Mode gekommen, was unter anderem Filme wie Kill Bill, Death Sentence, Die Fremde in Dir und 96 Hours bewiesen haben. Dabei erlaubte man sich auch stets in den moralischen Grenzbereich vorzudringen, und sogar eine etwas härtere Gangart war erlaubt. Diese neue Welle des Genres ist wohl auch der Grund warum es nun Gesetz der Rache in die Kinos schafft. Der Film weicht dabei allerdings etwas vom klassischen Genremuster ab, und richtet seine Rache gegen das ganze Justizsystem. Leider ist dies storytechnisch äußerst schlampig, vor allem aber mit einer grauenhaften Doppelmoral, umgesetzt worden.

 

Clyde Shelton (Gerard Butler) führt mit seiner Familie ein glückliches Leben, doch dann stellt ein grausamer Überfall seine ganze Existenz auf den Kopf. Zwei Räuber brechen bei ihm zuhause ein, und zwingen ihn mit anzusehen, wie seine Frau und seine Tochter brutal getötet werden. Clyde überlebt den Überfall zwar, erlebt aber bald schon die nächste Überraschung: Die Täter werden zwar gefasst, jedoch geht Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) einen Deal ein, der die Strafe des brutaleren der beiden verringert, damit er gegen seinen Partner aussagt. Clyde ist entsetzt, und beschließt das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen…

 

Zunächst zu den guten Seiten: Am Anfang hat man wirklich das Gefühl, dass hinter Gesetz der Rache eine überlegte Geschichte steht, die auf etwas hinaus will, und besonders die Einführung ist durchaus gelungen. Auch versteht es Regisseur F. Gary Gray sehr gut mit der Erwartungshaltung zu spielen. Erwartet man zunächst einen baldigen Rachfeldzug (man wird ja bereits durch den Titel auf diese Idee gebracht), lässt Gesetz der Rache erst einmal zehn Jahre im Film vergehen, bevor überhaupt etwas geschieht. Auch danach wechselt der Film noch öfters die Richtung, bevor er es sich bequem macht.

 

Doch sobald der Film seinen Standpunkt gefunden hat, wird das Erlebnis äußerst ambivalent. Denn Gerard Butler sitzt in Folge im Gefängnis, nachdem er die Mörder seiner Familie bereits relativ früh, und relativ brutal, ausgeschaltet hat, jedoch zieht er aus seiner Gefängniszelle weiterhin die Fäden, und versucht das Justizsystem zum Einsturz zu bringen. So schnappen draußen ständig wieder Fallen zu, die ihm seinem Ziel näher bringen. Doch wie ist das möglich? Hat er etwa einen Partner, der ihm draußen hilft?

 

Hier beginnen jedoch die großen Probleme: Denn der Film bleibt zwar großteils kurzweilig, und schafft es sich mit seinen Wendungen ganz gut über die Zeit zu retten, jedoch entwickelt sich die Geschichte in eine, auf mehreren Ebenen, fragwürdige Weise. Einmal ganz davon abgesehen, dass die Story jede Glaubwürdigkeit verliert, und man bei abschließendem Nachdenken über den Film eigentlich nur mehr lachen kann, schleicht sich hier eine unangenehme Doppelmoral ein die, ähnlich wie Sheltons perverse Spiele, schon fast an die Saw Filme erinnert, die ja auch stets versuchen die Folterspiele durch eine fragwürdige Moralisierung zu rechtfertigen.

 

Ok, normale Selbstjustizfilme sind schon moralisch fragwürdig, können aber insofern gerechtfertigt werden, als dass sie zeigen wie jemand in einer Grenzsituation Rache für seine Liebsten nimmt, und da er durch das Gesetz im Stich gelassen wurde, die Täter selbst richtet. Wie gesagt, moralisch fragwürdig, aber eben trotzdem glaubwürdig und auf gewisser Ebene sicher nachvollziehbar. Gesetz der Rache aber bringt einen guten Menschen in diese Ausgangslage, und lässt ihn dann völlig unschuldige Leute umbringen, um das System zu stürzen. Doppelmoral gefunden?

 

Dabei wurden storytechnische Dämlichkeiten wie der hineingeschusterte Spionagebackground von Shelton, der wirklich nur dazu dient um seine Fähigkeiten halbwegs zu erklären, noch gar nicht erwähnt, aber sei’s drum. Gesetz der Rache ist einfach ein verdammt dummer Film, der im Finale völlig seinen Schwachsinn preisgibt. Gut, wenn man nicht darüber nachdenkt, und den Film für den Augenblick einfach hinnimmt, dann schafft er es recht kurzweilig zu unterhalten. Aber der Mensch ist nun mal ein denkendes Wesen, und so fällt es schwer den Film einfach so hinzunehmen. Da hilft es auch nicht wenn Gerard Butler und Jamie Foxx durchaus gefällig agieren.

 

Fazit:

Gesetz der Rache ist ein oberflächlich betrachtet recht kurzweiliger Film, der als No-Brainer vielleicht zu unterhalten weiß. Doch sobald man auch nur wenige Gehirnwindungen aktiviert wird es für den Film brenzlig. Einmal von offensichtlichen Unzulänglichkeiten der Story abgesehen, besitzt Gesetz der Rache einfach eine widerliche Doppelmoral, die weitaus schlimmer ist, als es im Selbstjustizgenre üblich ist. Nun gut, wer es dennoch schafft sein Gehirn auszuschalten bekommt einen großteils kurzweiligen, wendungsreichen Thriller, der solide bis gut gespielt ist. Man kann es aber drehen und wenden wie man will, das Ende bleibt in jedem Fall dämlich.

 

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013