Survival of the Dead (2009)

OT: Survival of the Dead - 90 Minuten - Horror
Survival of the Dead (2009)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 07.10.2011 - Blu-ray-Start: 07.10.2011
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Filmkritik zu Survival of the Dead

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Wieder einmal ist es Zeit, dass George A. Romero die Untoten auf die Menschheit hetzt. Dabei ist Survival of the Dead der bereits sechste Teil seiner Living Dead-Reihe, aber gleichzeitig leider ein gewaltiger Rückschritt in Sachen Qualität. Indem der neueste Teil auf direkte Art und Weise mit dem Vorgänger Diary of the Dead verknüpft wird, findet zum bisher ersten Mal in dieser Filmreihe eine derart unmittelbare Verbindung zwischen zwei Teilen statt, obwohl diese Verbindung im weiteren Verlauf der Geschichte keinerlei Bedeutung mehr hat und somit nichts weiter als einen kleinen Leckerbissen für Insider darstellt. Dabei hat aber alles so gut angefangen...

 

Dass Night of the Living Dead, Dawn of the Dead und Day of the Dead Klassiker des Zombiefilms sind, ist eine unbestrittene Tatsache, gehören sie doch zum Fixstern am filmischen Firmament dieses, oftmals zu Unrecht herabgewürdigten und übersehenen Genres, das den Ruf hat hauptsächlich von schrägen Filmfans (=Nerds) geliebt zu werden. Über die Stellung von Land of the Dead und Diary of the Dead lässt sich momentan noch streiten und es scheiden sich die Geister, fest steht aber, dass auch diese beiden Teile stets eine neue Dimension in das Universum der Untoten einführten und es an Komplexität und Gesellschaftskritik bereicherten. Auf Romeros neuesten Streich trifft diese Tatsache jedoch nicht mehr zu.

 

Survival of the Dead hat keine hintergründige (und leider auch keine vordergründige), erkennbare Intention. Außerdem fügt es der Living Dead-Reihe keine neue Dimension hinzu, geschweige denn dass es sie auf irgendeine Art und Weise bereichern würde. Im Gegenteil, angesichts mancher neuen Wendungen wird die innere Logik der gesamten Konzeption rund um Romeros Zombiewelt in Frage gestellt. Besonders gegen Ende hin führt er dadurch seine vorherigen Filme ad absurdum, wodurch aber zum Glück deren Bedeutung nicht negiert wird. Trotzdem stellt man sich bei Survival of the Dead stets die Frage was den Regisseur dabei getrieben hat diesen Film zu machen.

 

Auf einer Insel an der Küste Nordamerikas kämpfen die Einwohner nicht nur gegen die Zombies, sondern in erster Linie gegeneinander. Während die eine Hälfte der Meinung ist, dass man die Untoten endgültig töten muss, meint die andere Hälfte, dass es besser wäre eine Heilung zu finden, indem man ihnen beibringt kein Menschenfleisch mehr zu essen, sondern sich genau wie wir Menschen mit dem Fleisch von Tieren zu begnügen. Vielleicht ist der Film ja insgeheim ein Aufruf zum Vegetarismus, was an sich ein lobenswertes Unterfangen darstellen würde, aber in einer Welt voller menschenfressender Zombies einfach keinen Platz hat.

 

Soweit zur Handlung des Films. Wobei die Handlung an sich nie das Hauptaugenmerk der Living Dead-Reihe war, sondern vielmehr das wofür die Handlungen stehen. Doch danach sucht man in Survival of the Dead vergebens. Aber dafür bekommt man coole Charaktere, lässige Dialoge und unterhaltsame Actioneinlagen geboten. Es mangelt zumindest nicht an Blut und Hirnmasse, explodierenden Zombieköpfen und originell witzigen Tötungsmethoden. Aber auch das verliert hier leider irgendwann an Spannung und verkommt zu immer übertriebeneren, bis hin zur Unglaubwürdigkeit degradierten Splattereffekten, die im späteren Verlauf krampfhaft amüsant sein sollen, es aber nicht mehr sind. Romero verschießt hier seine Munition leider schon in der Anfangszeit des Films, wodurch für den Rest nicht mehr viel übrig bleibt.

 

Die Figuren, allen voran „Nicotine“ Crocket (Alan Van Sprang), sind durchaus cool und gelassen angesichts der globalen Apokalypse. Ihre Handlungen hingegen ergeben leider nicht immer Sinn. Besonders die von Devon Bostick gespielte Figur ist oftmals sehr inkonsequent gestaltet, was sich darin äußert, dass er einmal cool und lässig Zombies killt, aber in anderen Momenten vor Angst nicht mehr weiß was er tun soll. Ähnliches gilt auch für manche Wendungen in der Geschichte, die zeitweise derart an den Haaren herbei gezogen sind, dass sich das Publikum ein unfreiwilliges Lachen nicht verkneifen kann. Überhaupt ist Survival of the Dead der mit Abstand humorvollste Teil der Filmreihe, ob dieser Umstand jedoch beabsichtigt ist, sei mal dahingestellt. Ernst nehmen kann man diesen übertrieben coolen Film, der mehr an eine Comicverfilmung als an einen Zombiefilm erinnert, überhaupt nicht mehr.

 

Eines der wesentlichsten, essentiellsten Aspekte eines Zombiefilms fehlt bei Survival of the Dead überhaupt gänzlich. Der Horror. Romero versagt hierbei kläglich auch nur einen Funken Angst und Schrecken zu verbreiten. Was ihm mit diesem Film jedoch gelingt, ist eine gekonnte (bewusste oder unbewusste?) Persiflage auf seine eigene Living Dead-Reihe, die er mit diesem Film leider absolut ins unglaubwürdige und beinahe lächerliche abdriften lässt. Zum Glück für ihn sind seine vorherigen Teile bereits derart etabliert und genießen einen enorm hohen Kultstatus, wodurch dieser Fehltritt nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Aber im Endeffekt vermisst man hier alles was man an den früheren Filmen so sehr geliebt hat, ein Umstand der Survival of the Dead zum mit Abstand schwächsten Teil der Reihe werden lässt. Bleibt bloß zu hoffen, dass dies nicht Romeros letzter Zombiefilm war und er noch einen wirklich gekonnten Abschluss für seine Reihe findet.

 

Fazit:

Survival of the Dead ist ein komplett sinnleerer, intentionsarmer Zombiefilm, der vorwiegend von coolen Sprüchen, witzigen bis skurrilen Momenten und seinen gelungenen Actionsequenz lebt. Ein gewaltiger Rückschritt im qualitativen Schaffen von George A. Romero und vermutlich der schwächste Teil seiner Filmreihe, bietet Survival of the Dead zwar humorvolle und extrem kurzweilige Unterhaltung, entlässt aber den Zuschauer mit einem enttäuschten Gefühl aus dem Kinosaal. Gerade heute wo die Konkurrenz in diesem Genre größer ist, muss sich George A. Romero etwas mehr anstrengen um sein Publikum zu fesseln. Mit Survival of the Dead hat er es sich eindeutig zu einfach gemacht und verlässt sich voll und ganz auf den Status seiner früheren Filme, um die Zuschauer für sein neuestes Werk zu begeistern. Survival of the Dead ist im Endeffekt bloß eine schwache Karikatur eines Zombiefilms und weit unter dem eigentlichen Können eines George A. Romero.

 

Wertung:

4/10 Punkte

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Ø Wertung: 4.5/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 6
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