The Messenger (2009)

OT: The Messenger - 105 Minuten - Drama
The Messenger (2009)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 23.09.2011
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Filmkritik zu The Messenger

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Nachdem er sich seine Sporen als Autor (unter anderem I’m not There und Married Life) verdiente, durfte sich Oren Moverman, bei The Messenger das erste Mal als Regisseur versuchen. Dabei merkt man dem Film auch deutlich an, dass er einen frischen Ansatz besitzt, und nicht innerhalb eines verkrusteten Studiosystems entstanden ist. Anstatt den üblichen Klischees gibt es also ein wirklich stimmiges Drama, das es perfekt versteht seine tragischen und seine komischen Aspekte unter einen Hut zu bekommen und zu berühren.

 

Will Montgomery (Ben Foster) hat sich im Einsatz am Auge verletzt, und kehrt als Kriegsheld aus dem Irak zurück. Nachdem seine Verletzungen ausgeheilt sind, bleiben ihm noch drei Monate Dienstzeit über. Diese Restzeit soll er beim „Casualty Notification Team“ ableisten. Unter der Leitung von Captain Tony Stone (Woody Harrelson) ist es nun Wills Aufgabe den Angehörigen von verstorbenen Soldaten, die schlechten Nachrichten zu überbringen. Doch Zeit für Gefühle bleibt dabei nicht. Denn es gibt ein Standardprotokoll, an das sich alle halten müssen, egal wie sehr es auch im inneren der Soldaten brodelt…

 

The Messenger errichtet den unbesungenen Helden des Krieges, und stillen Gesellen in den meisten bisherigen Kriegsfilmen, ein Denkmal. Denn der Film verabschiedet sich von der bekannten Diskussion rund um den Irakkrieg, und lässt Überlegungen, ob der Krieg gerechtfertigt ist, oder nicht, vollkommen aussen vor. Der Krieg selbst ist dabei sogar austauschbar, denn eigentlich spielt es keine Rolle woher die Toten stammen. The Messenger zollt lediglich einer schwierigen Arbeit Tribut, die unabhängig vom Krieg selbst, sicher Respekt verdient.

 

So besteht auch ein nicht unwesentlicher Teil von The Messenger darin, dass wir Will und Tony auf ihrer Mission begleiten, und die Reaktion der Angehörigen erleben müssen. Dabei ergibt sich eine interessante Situation: Den Soldaten ist es völlig untersagt Emotionen zu zeigen, und sie dürfen die Angehörigen auch auf keinen Fall berühren. Sie treffen jedoch auf Personen, die eine Grenzsituation durchleben, die extreme Emotionen in ihnen hervorruft. Dieser emotionale Konflikt entlädt sich auf unterschiedlichste Weise, und es ist hoch interessant und berührend dies zu sehen. Natürlich kann man argumentieren, dass die Reaktion der Betroffenen manchmal etwas zu heftig ausfällt, aber dies wurde meiner Ansicht nach gut gelöst.

 

Die einzige Blöße die sich The Messenger leistet ist die obligatorische Liebesgeschichte, die hier den Film leider etwas ausbremst. Es hätte sicher Potential gehabt die Grenzen auszuloten, und in den moralischen Grenzbereich beider Figuren einzudringen. Denn hier versucht der Botschafter eine Beziehung zu einer Witwe herzustellen, was auch großteils subtil gelöst wird. Nur leider fehlt der Punkt auf das alles hinauslaufen soll. Denn The Messenger investiert einige Zeit in diese aufkeimende Beziehung, scheint sich aber in letzter Instanz gar nicht so sehr dafür zu interessieren, sodass sich diese Nebenhandlung eher als Fremdkörper anfühlt.

 

Ansonsten geht der Film jedoch vorbildlich mit seinem Stoff um, und schafft es sehr gekonnt die Balance zwischen Tragik und Komik zu wahren. Zu einem großen Teil verdankt dies The Messenger wohl auch den großartigen Hauptdarstellern: Woody Harrelson und Ben Foster (den man leider viel zu selten im Kino sieht) harmonieren prächtig, und servieren eine kraftvolle und starke Leistung. Besonders Ben Foster zeigt hier eindringlich, dass er nicht nur als großartiger Nebendarsteller geeignet ist, sondern durchaus auch das Charisma hat um einen Film alleine zu tragen. Seine Leistung trägt zu einem wesentlichen Anteil dazu bei, dass The Messenger so gut funktioniert.

 

Fazit:

The Messenger beleuchtet eine schwierige Aufgabe innerhalb der Armee, und schafft es ausgezeichnet die dramatischen Aspekte seiner Geschichte, mit charmant komischen Humor aufzulockern. Getragen wird der Film von zwei großartigen Hauptdarstellern, die hier eine kraftvolle Performance abliefern. Schwächen zeigt The Messenger nur wenn es an die obligatorische Liebesgeschichte geht, die nicht so richtig zu überzeugen weiß. Ansonsten handelt es sich jedoch um einen wirklich sehenswerten, und starken Film.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.5/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 12
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Liste von Radleey
Erstellt: 07.10.2012