Saw 6 (2009)

OT: Saw 6 - 91 Minuten - Horror
Saw 6 (2009)
Kinostart: 03.12.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Saw 6

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Neues Jahr, selber Film. Mit schier unglaublicher Zuverlässigkeit wird nun seit dem Jahr 2004, als James Wan und Leigh Whannell den tatsächlich spannenden Film Saw in die Kinos brachten, jedes Jahr ein neuer Teil der Horrorreihe rausgefeuert. Die Qualität ist dabei längst auf der Strecke geblieben, stattdessen gibt es nur mehr Retortenhorror vom Fließband, der kalkulierend die Erwartungshaltung der Fans zu erfüllen versucht. Doch mit Saw 6 könnte sich vielleicht eine Trendwende abzeichnen, denn der Film musste sich nur mit dem zweiten Platz der US-Charts am Startwochenende zufrieden geben, und blieb hinter dem Einspielergebnis der Vorgänger zurück. Da die Filme aber äußerst günstig zu produzieren sind, und somit der finanzielle Ertrag so gut wie immer garantiert ist, müssen wir uns wohl auf weitere Fortsetzungen einstellen. Auch wenn die Qualität der Filme diese schon lange nicht mehr rechtfertigt.

 

FBI-Agenten Strahm (Scott Patterson) ist Detective Hoffman (Costas Mandylor), dem Nachfolger von Jigsaws (Tobin Bell), in die Falle gegangen, und musste sein Leben lassen. Doch Hoffman benutzt ihn als Sündenbock, und so glauben alle, dass Strahm noch am Leben ist, und der Killer ist, während Hoffman weiterhin das Werk Jigsaws vollendet. Doch die Schlinge schließt sich langsam, und die Ermittlungen kommen dem wahren Täter drohend nahe. Währenddessen muss sich William (Peter Outerbridge) durch seine ganz persönliche Falle schlagen, die Jigsaw für den skrupellosen Krankenkassen-Manager erdacht hat…

 

If it’s Halloween it must be Saw. So klingt uns die Werbung nun schon seit Jahren entgegen. Die Grenzen des Franchise sind ebenfalls längst abgesteckt, und konzeptuelle Neuerungen darf man sich nicht erwarten. Saw 6 besteht nur aus Folterspielchen, Rückblenden, die ältere Handlungen der Reihen in neuem Licht erstrahlen lassen, und natürlich zweifelhafte moralische Statements, bei denen man sich nur noch an die Birne klatschen kann. Das alles ist eben seit jeher Saw, und die Fans konnten bis jetzt auch immer brav angelockt werden.

 

Die Frage die sich dabei allerdings stellt ist, wie lange man dieses Spiel noch weitertreiben kann, bzw. will. Die Reihe liegt spätestens seit dem dritten Teil, als man den Bösewicht Jigsaw, die einzige wieder erkennbare Figur, tötete, im Sterben, doch solange die Reihe auch nur ansatzweise Kohle bringt, scheint Euthanasie verboten. Nun versucht man krampfhaft durch Rückblenden immer wieder Jigsaw mit ins Spiel zu bringen, um zu kaschieren, dass die Filme eigentlich kaum mehr etwas auf die Reihe bekommen, doch das Ganze stinkt mittlerweile schon so erbärmlich nach Kommerz, dass es selbst der abgebrühteste Saw-Anhänger bald riechen müsste.

 

Ein weiterer Trick der Filmemacher ist es mit jedem Teil neue Rückblenden zu liefern, die neue Hintergrundinformationen liefern, bzw. bereits bekannte Szene in neues Licht rücken sollen. Aus künstlerischer Sicht ist dieses Labyrinth aus verzweigten Rückblenden schon längst zum bloßen Selbstzweck verkommen, da es nur mehr dazu dient, dass sich Fans neue Einblicke erhoffen, und ins Kino stürmen. Dass man sich dabei eigentlich nur selbst schadet, die Reihe immer unglaubwürdiger und künstlich aufgeblasen wird, scheint absolut niemanden zu interessieren, solange die Cashcow brav Milch gibt. Mittlerweile ist jeglicher Mythos um den einst wirklich interessanten Erstling abgetötet worden, und übrig geblieben ist nur eine seelenlose Reihe, die wohl in bester Freitag der 13. Manier noch weiter wachsen wird.

 

Enttäuschend auch der angebliche Jigsaw Ersatzmann Hoffman, der vom Typ her ein völlig anderer Killer als sein Vorgänger ist, und eher an einen Brachialkiller alá Jason erinnert, als an ein denkendes Individuum. Dass der Killer dabei die Ausstrahlung einer Kartoffel hat, scheint auch keinen zu jucken. Hinzu kommt, dass in Saw 6 ein weiterer grenzdebiler Versuch der Filmemacher unternommen wurde in moralische Instanzen vorzudringen. So rechtfertigt man die Folterorgie (die dieses Mal übrigens weniger kreativ als gewohnt ausgefallen ist) damit, dass man über das marode Gesundheitssystem der USA herzieht, und auch versucht den Kapitalismus anzuprangern. Gelungene Kritik sieht jedoch anders aus. Mittlerweile schafft es die Reihe noch nicht einmal mehr einen ordentlichen Schlusstwist hinzubekommen, sodass die Fanherde langsam aber sicher immer lichter werden dürfte.

 

Fazit:

Saw 6 ist genau was man sich erwarten konnte. Der neue Regisseur, Kevin Greutert, ist stilistisch nicht von seinem Vorgänger zu unterscheiden, da die Reihe mittlerweile ohnehin stilistisch völlig eingerostet ist. Wer also die Teile vier und fünf gut fand, der wird auch an Saw 6 eventuell noch seine Freude haben. Da die Reihe ihren eigenen Mythos ohnehin längst in Stücke gerissen hat, und von der Faszination des ersten Teils nichts mehr übrig ist, ist der Zeitpunkt für eine Notbremsung ohnehin schön längst überschritten, sodass es eigentlich völlig egal ist wie sich die Reihe weiterentwickelt. Der Point of no Return liegt ohnehin in der Vergangenheit. Freddy Krueger und Jason Vorhees können ein Lied davon singen.

 

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4.7/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 15
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Liste von Al
Erstellt: 21.06.2014