Die Troublemaker

OT: Botte di Natale - 107 Minuten - Western
Die Troublemaker
Kinostart: 16.03.1995
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Troublemaker

Von am
Travis (Terence Hill) und Moses (Bud Spencer) Mutter wünscht, dass ihre Söhne zusammen mit ihr das Weihnachtsfest verbringen. Moses will aber nichts mehr mit seiner Mutter zu tun haben, seit dem sie ihn wegen Pferdediebstahls anzeigte. Also greift Travis zu einer List und ködert Kopfgeldjäger Moses mit dem Räuber Sam Stone. Zusammen machen sie sich auf die Jagd und kommen dabei dem Haus ihrer Mutter immer näher. Dabei stoßen sie aber auf ihre „üblichen“ Probleme.

 

Leider krankt der Film an dem sehr schlechten Drehbuch, so dass der letzte Film  des Duos Spencer/Hill ein Schuss in den Ofen war. Besonders der Part von Moses Kindern geriet zu ausführlich und nervt auf die Dauer. Die Szenen um das streitbare Brüderpaar kann sich aber sehen lassen. Man merkt aber, dass die beiden ihre besten Zeiten hinter sich haben und in die Jahre gekommen sind. Einfallslos bewegt sich das Duo durch die Wüste, bis es Weihnachten in Mutter’s Haus ankommt. Die Idee ging ganz böse daneben. Die Musik hat etwas melancholisches und endgültiges. Besonders Fans, wie mir, gehen die Melodien irgendwie schon ans Herz. Man fühlt, dass das ihr letzter Film sein wird.

 

In den Prügelszenen fehlt die feuchtfröhliche Musik alter Tage. Aus irgendeinem Grund ist das alles sehr traurig gehalten. Dafür, dass der Film Jahre nach ihrem gemeinsamen Karriereende gedreht wurde, ist er für mich als Fan noch okay. Sonstige Zuschauer werden sich aber leider fragen, was dieser Müll eigentlich soll.  Der Film hat, wie oben schon erwähnt, massive Probleme bei der Handlung. Dabei lässt der tolle Anfang mit dem schnell ziehenden Travis noch auf mehr hoffen. Auch Moses, der behände einem Entführer die Birne weich drischt, sorgt für Nostalgie pur. Problematisch wird aber nun der Einbau von Weihnachten und den Kindern. Man hätte Terence's Sohn (Jess) auf keinen Fall das Drehbuch überlassen sollen, sondern auf die alten Kräfte früherer Filme zurückgreifen müssen.

 

So hat man nämlich das Gefühl, eine verhinderte Weihnachtsgeschichte für kleine Kinder zu sehen. Hinzu kommt, dass einfach zu wenig im Film passiert. Schlägereien sind recht rar und der Gag mit dem Schachbrett und den beiden Sheriffs ist schnell ausgelutscht. Die wenigen Schlägereien muss Terence zu einem (leider) viel zu großen Teil selber bewerkstelligen, da Bud auf Grund seines Alters und seiner Körpermaße alles andere als beweglich ist und sich daher oft doubeln lassen musste. Für den einen oder anderen Schlag reicht es aber noch, wobei Terence dann meist nicht mehr weiter weiß und Bud um Hilfe bittet. Aber auch Terence ist nicht mehr so agil wie früher.

 

Eine weitere Stärke ihrer alten Filme waren die Sprüche, die hier nur ganz selten mal geklopft werden. Früher konnte man sich auf dem Boden kugeln vor Lachen und heute noch zitieren. Hier herrscht diesbezüglich aber Flaute. Man sollte dem Film aber auch seine Momente zugestehen. So streiten sich Terence und Bud wie früher, wobei Terence meist fröhlich drauflos plappert und Bud fast durchdreht. Das Verhältnis zwischen den beiden hat sich also keineswegs verändert. Knalligste Szene ist dabei wohl das Schaukeln der beiden in den beiden Schaukelstühlen, bei dem Terence unbedingt immer im Rhythmus von Bud schaukeln will, welcher aber das Schaukeln unterbricht.

 

Hätte man sich nun komplett auf das Duo konzentriert wäre ich als Fan zufrieden gewesen, aber Terence muss noch seine Frauengeschichten lostreten, während einer von Buds Söhnen in der Wüste von einer Klapperschlange gebissen wird. „Die Troublemaker“ sorgte für leere Kinosäle, obwohl sie auch heute noch eine große Fancommunity haben. Das Problem ist das schlechte Drehbuch und nicht die Darsteller, denn besonders Fans sollten einsehen, dass ihre Helden inzwischen Rentner sind. Ich kann leider nicht nachvollziehen, wieso dem Film der Wortwitz alter Tage fehlt, denn das war neben den Schlägereien damals ihre Stärke. Somit bleibt das Werk ein unwürdiger Abschluss für das erfolgreichste Duo der Filmgeschichte. Vielleicht raufen sie sich ja doch noch mal zusammen?

Terence Hill führt hier auch noch Regie und ist präsenter als Bud. Sein Klamauk wirkt auf Grund seines Alters schon etwas antiquittiert, auch in den Schlägereien ist er bei weitem nicht mehr so wendig wie früher. Sein immer währende Fröhlichkeit hat er aber nicht verloren. Sein einziger Fehler war, seinem Sohn das Drehbuch schreiben zu lassen. Bud Spencer wirkt aufgrund des Gewichts und seines Alters leider sehr träge. Unbeweglich stapft er durch den Film und scheint kein rechten Bezug zum Film zu finden. Einzig und allein ein paar Gags, wie der immer wieder brechende Zaun beim Schmied, erinnern an alte Tage. Er ist leider einfach zu alt geworden für solche Filme. Schade....

Fazit:
Misslungener Abschlussfilm des Spencer/Hill Duos, der am Drehbuch scheitert. Man hätte dem Duo altersbedingt in einen anderen Film stecken müssen und mehr auf Sprücheklopfer setzen müssen. So bleibt eine viel zu kindgerechtes Werk mit Weihnachtstouch, dass für Fans akzeptabel ist. Der Rest wird sich aber leider mit Grausen abwenden.

 

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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