Lucky Luke

OT: Lucky Luke - 92 Minuten - Komödie
Lucky Luke
Kinostart: 04.07.1991
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Lucky Luke

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Lange Zeit war sich Terence Hill, legendäres Bestandteil des Kultduos Bud Spencer/ Terence Hill, unschlüssig, ob er „Lucky Luke“ wirklich realisieren sollte. Er hatte seinerzeit schwer an dem Tod seines Sohnes Ross („Renegade“) zu knabbern, weswegen einiges an Überredungskunst, auch seitens der Familie nötig war, um ihn schließlich zur Durchführung des Projekts zu bewegen. Seine Trauer war letztlich wohl auch ausschlaggebend, warum aus der ersten Realverfilmung, der zumindest in Frankreich Kultstatus genießenden Comicreihe von Morris und „Asterix“ - Erfinder René Goscinny, ein bisweilen sehr liebloser und einfallsloser Western wurde.

Seine Frau Lori Hill schrieb das Skript, Hill führte nach „Don Camillo“ zum ersten mal wieder Regie. Leider schienen beide keinen rechten Zugang zum Stoff zu haben. Außer den Namen der Charaktere erinnert eigentlich nichts an die Comics. Der Plot ist platt wie öde (Luke wird Sheriff von Daisytown, sorgt für Recht und Ordnung, unterbindet damit jeglichen Spaß und muss sich zum Schluss noch mit den Daltons (u.a. sein langjähriges Prügelopfer Dominic Barto) auseinander setzen).

Dabei versprüht „Lucky Luke“ leider nie den Flair der Comics. Der Witz ist meist flach, die Texteinblendungen (... und so entstand American Football) sind unter aller Kanone und wenn zum Schluss das Duell Lucky Luke vs. The Daltons auch noch Ennio Morricones „Dollar“-Score geklaut wird, leisten Lori wie Terence einen Offenbarungseid.

Dass hier nicht mit vollen Engagement gefilmt wurde, spürt man über die vollen 90 Minuten und so sehr ich mich als langjähriger Spencer/Hill-Fan bemühe hier etwas Positives zu entdecken, es gibt kaum etwas – allerhöchstens für die Kleinsten. Die wenigen Prügeleien fallen halbherzig aus, der „Rückwärts durch die Scheibe“ – Stunt wird bis zum Exzess wiederholt, die Revolverduelle fallen unspannend aus. Das Auftauchen bekannter Comicgesichter (der Chinese, der Totengräber) hilft dabei nie weiter.

So langsam und einfallslos der Plot vor sich hin kränkelt, so uninspiriert auch die Inszenierung. Schon im überlangen Vorspann werden unzählige Szenen wiederholt, Lukes späterer Ausritt mit Jolly Jumper wird kurzfristig eingeschoben, hat aber keinen weiteren Sinn für den Film. Obendrauf gibt es noch einige platte Klischees bezüglich der Indianer und der auch immer wieder kurz auftauchenden Kavallerie. Einzig und allein den Bauten der Stadt, wenn sie denn tatsächlich für diesen Film erstellt worden sind, kann man ein Lob aussprechen.

Schön, Lucky Luke kann schnell ziehen und sein Pferd sprechen. Die daraus resultierenden Gags sind dann jedoch auf infantilem Kindergartenniveau und keineswegs wirklich lustig. Somit hat man hier über die volle Distanz das Gefühl einen Film zu sehen, der niemals, nicht mal ansatzweise, das wird, was er wohl werden sollte: Eine würdige Adaption der Comics.

Fazit:
Langweiliger Western voller Klischees, halbherziger Gags, selten guten Sprüchen und einer nicht existenten Geschichte. Hill-Fans sollten sich „Lucky Luke“ kompletthalber mal zu Gemüte führen. Der Rest sollte lieber bei den Trickfilmen und Comics bleiben. Terence wie Lori Hill waren noch zu deutlich von Ross Schicksal geprägt, um wirklich Würdiges auf die Beine zu stellen.

 

Wertung:

3/10 Punkte

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