Blue Steel

OT: Blue Steel - 102 Minuten - Action / Thriller
Blue Steel
Kinostart: 26.04.1990
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 18.10.2012
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Filmkritik zu Blue Steel

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Regisseurin Kathryn Bigelow ist als Frau eine Ausnahme in der von Männern beherrschte Regiedomäne und hat es demzufolge auch schwer sich durchzusetzen. „Near Dark“ wird immer noch (nur) als Geheimtipp gehandelt, „Point Break“ wird bisweilen eher belächelt, der ambitionierte „Strange Days“ scheiterte an der Anspruchslosigkeit des Mainstreampublikums und „K-19: The Widowmaker“ erwies sich jüngst ebenfalls als Kassengift. Mit „Blue Steel“ versuchte Bigelow die maskuline Kruste im Thrillerbereich aufzubrechen.

Niemand scheint für die Rolle der jungen Polizistin Megan Turner besser geeignet zu sein, als die dank etlicher Rollen in Horrorfilmen („Halloween“, „Prom Night“) gleichermaßen als zartes wie renitentes Opfer fungierende Jamie Lee Curtis. Megan ist ein selbstbewusster, beziehungsscheuer Charakter, der von genug Selbstbewusstsein erfüllt ist, um gegen den Willen ihres Vaters die Polizeischule zu absolvieren. Natürlich hat der Frischling auf seinem neuen Revier mit den üblichen Vorurteilen gegenüber neuen weiblichen Kollegen zu kämpfen, kann sich jedoch schnell beweisen. Schon in der ersten Nacht erschießt sie in einem Supermarkt einen den Kassenwart bedrohenden Verbrecher (Tom Sizemore!!). Doch anstatt einer Belobigung erhält sie eine Suspendierung nebst Rüge. Die Bürokratie sieht den Fall nämlich anders, weil die Waffe des toten Verbrechers nicht aufzufinden ist und die Zeugen sich nicht sicher sind, ob es wirklich eine Pistole war und ob Megan damit in Notwehr gehandelt hat. Als dann auch noch ein scheinbar geistesgestörter Mörder wahllos Menschen erschießt und sich auf den Projektilen der Name Megan Turner finden lässt, steckt die junge Frau bald tief in Schwierigkeiten.

Die knisternde Spannung entwickelt sich aus der Tatsache, dass der psychopathische Eugene (Ron Silver, „Timecop“, mal wieder als Bösewicht in Topform) sich an Megan heranmacht und mit ihr, da er in ihr eine Geistesverwandte sieht, eine Beziehung beginnt. Davon merkt Megan zunächst nichts, weiß somit wesentlich weniger als der Zuschauer, und verbringt mit ihm ein paar sehr romantische Stunden - bevor er dann sein wahres Gesicht zeigt. Und obwohl sie nun die Wahrheit kennt, erfährt sie von den, ihr keinen Glauben schenkenden Kollegen (u.a. „Pack die Hand an die Wand, Soldat!“ – Clancy Brown, „Starship Troopers“), keine Unterstützung.

Deutlich Kritik übt „Blue Steel“ am amerikanischen Paragraphendschungel, gelingt es Eugenes windigem Anwalt den Börsenspekulanten immer wieder aus der Bredouille zu manövrieren. Obwohl der Verdacht offensichtlich ist, kann Eugene wegen mangelnder Beweis nicht verhaftet werden, was wiederum zu weiteren Morden führt. Bigelow schätzt hier blutige Shootouts und geht bei den Morden nicht sparsam mit der roten Tunke um.

Die kühle Optik hat schon edlen Charakter und wird insbesondere von den nächtlichen Lichtermeeren unterstützt. Minuspunkte verzeichnet der Film nur durch seine etwas einfallslose zweite Hälfte (Eugene windet sich mehrmals durch den Justizapparat) und den zu wenig ausgearbeiteten, problematischen Part in Bezug auf die Eltern. Zwar ermöglichte ihre Anwesenheit später noch ein kniffliges Zusammentreffen zwischen Megan und Eugene, die belastete Beziehung wird jedoch nur marginal ausstaffiert (besonders überflüssig ist die Megans Festnahme ihres Vaters).

Auf das Finale zulaufend entwickelt sich in „Blue Steel“ dann, nach einem obligatorischen und etwas zu fix anbahnenden Stellungskrieg auf der Matratze, ein überraschend harter, in geringem Maß natürlich auch die Selbstjustiz glorifizierender Schlussshowdown, der konsequent endet, das Publikum dann nur leider auch mit ein paar Frage zurücklässt. Warum die Morde? Was waren die Ursachen der Geisteskrankheit?

Fazit:

Schick fotografierter, meist sehr spannender Cop-Thriller, der, untypisch, mit Jamie Lee Curtis von einer Frau getragen wird. Leider ist das von Regisseurin Kathryn Bigelow selbstverfasste Drehbuch etwas unausgegoren. Die Beziehung zu den Eltern und die einfasslose Hälfte lassen „Blue Steel“ auf gutes Mittelmaß absinken. Da vermögen auch die blutige Action und die guten Darstellerleistungen nicht mehr Qualität herauszuholen.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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