Rocky 3

OT: -  99 Minuten -  Action
Rocky 3
Kinostart: 12.11.1982
DVD-Start: 14.02.2014 - Blu-ray-Start: 06.07.2012
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Filmkritik zu Rocky 3

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Mit „Rocky“ feierte Sylvester Stallone („First Blood“, „Cliffhanger“) nicht nur seinen Durchbruch, der ihn über Nacht zum Star machte, sondern schuf er sich gleichzeitig auch ein lange verlässliches Standbein, das bis zum vierten Teil auch enormen Anklang beim Publikum fand, obwohl die Figur selbst sich nur noch wenig weiterentwickelte. Mittelklassigen Filmen wie „Nighthawks“ oder „Victory“ zum Trotz kletterte Sly die Karriereleiter emsig nach oben.

Die „Rocky“ – Reihe war seine Franchise, sein Baby, in die er anfangs sicherlich mehr Fleiß und Mühe investierte als später, die ihm trotzdem sehr ans Herz wuchs. Nicht von ungefähr soll Ende dieses Jahres nun doch noch ein endgültig letzter, sechster Teil gedreht werden. Der Posten des Regisseurs und Drehbuchautors gehörte hier ein weiteres Mal ihm und auch die Choreographie der Boxkämpfe übernahm er wieder selbst. Ich persönlich kann mich „Rocky III“ allein schon deswegen kaum entziehen, weil der Streifen ein waschechtes Kind der Achtziger ist und Stallone das zweite Sequel auf maximale Kurzweiligkeit trimmte. Die Hymne „Eye of The Tiger“ von Survivor ist Filmgeschichte, die Gegner reichlich exotisch und Sly nun in Vergleich zu Teil 2 schon ein beeindruckender Muskelprotz geworden.

Die Weiterentwicklung des Lebens von Rocky Balboa ist weitestgehend logisch, sofern man denn ein paar Aussagen des Vorgängers außer Acht lässt. Der frisch gebackene Weltmeister verteidigte seinen Titel zehnmal erfolgreich, schwelgt im Luxus, veranstaltet Showkämpfe (u.a. ein sehr amüsanter Kampf gegen Hulk Hogan, der dann doch eine ganze Nummer größer als Sly ist) zu wohltätigen Zwecken und braucht sich über sein Einkommen dank lukrativer Werbeverträge keine Sorgen mehr zu machen. Mit diesem neuen Leben hält allerdings auch ein Rocky Einzug, der weich geworden ist, der sich in seinem Ruhm sonnt und den Biss längst verloren hat. Ein Boxer, der, wie er einst, aus dem Nichts kommt und sich nach oben gekämpft hat, provoziert bei einer öffentlichen Kundgebung den italienischen Hengst so sehr, dass er seinen beschlossenen Rücktritt noch mal überdenkt und einen letzten Kampf wagt, den er haushoch verliert, während sein Trainer Mickey (Burgess Meredith) in der Umkleidekabine an Herzversagen stirbt.

Dieser dritte Teil behält sich ein hohes Tempo vor, weswegen der Fokus hier eigentlich auch komplett auf Rocky liegt. Mickeys Schicksal ist noch das Ergreifendste, denn speziell der ewig meckernde Paulie (Burt Young, „The Killer Elite“, „Convoy“) und Ehefrau Adrian (Talia Shire) bleiben hier bestenfalls Statistenrollen. Mr. T machte hier zum ersten Mal auf sich aufmerksam und sollte dann wenig später als Mitglied des A-Teams unsterblich werden. Viel erfährt man nicht über ihn, aber als bedrohlicher, pöbelnder, großmäuliger und ewig miesgelaunter Boxer, der seine Kontrahenten im Ring regelrecht zu Brei prügelt, ist er ein mehr als nur akzeptabler Opponent. Wenn man jemals einen Gegner Rockys unsympathisch fand, dann ihn. Dolph Lundgren ist allerdings dicht dran.

Die Spezialität der Franchise sind neben den Boxkämpfen, die natürlich auch hier wieder die Highlights stellen und mit zuschwellenden Augen, blutig geschlagenen Visagen, euphorischen Zuschauermengen, übertriebenen, gesundheitsschädigenden Prügeleien und aufbauschenden Sympathien für Rocky, unterlegt mit der unvergesslichen und treibenden Musik von Bill Conti („For Your Eyes Only“, „Lock Up“) quasi filmisches Adrenalin liefern, das unumgängliche Aufbautraining. Denn Rocky muss am Boden zerstört wieder aufgebaut werden und seinen Boxstil weiterentwickeln. Auf diesem schwerem Weg begleitet ihn ausgerechnet sein ehemals ärgster Widersacher Apollo Creed (Carl Weathers, „Predator“, „Action Jackson“), der die Situation seines ehemaligen Kontrahenten nur zu gut kennt und verhindern will, dass Rocky die gleichen Fehler wie er damals macht. Zusammen geht es back to the roots, zurück ins Ghetto, zurück zu den Anfängen, zurück zu den archaischen Trainingsmethoden in einer alten Boxstätte, also genau dorthin wo Rocky seinen Erfolg begründete.

Die Entwicklung der Hauptfigur vom sicherlich alles andere als intelligenten, unbeholfenen Straßenkämpfer zum weltmännischen Showtalent, das sich als Geschäftsmann ganz problemlos in der Medien- und Werbewelt zu verkaufen weiß, ist bei näherer Betrachtung dann schon weniger glaubwürdig, aber spätestens ab Teil 3 war die Reihe ohnehin nicht mehr als Drama oder gar Milieustudie geplant. Dorthin zurück besann man sich erst wieder mit dem leider sehr mäßigen „Rocky V“. Potential ist zwar vorhanden, wie beispielsweise das leider zu kurze, ernsthafte Gespräch mit Mickey, der ihm offenbart, dass seine Gegner alle handverlesen waren, beweist, wird im Dienste der schnörkellose Unterhaltung jedoch nicht weiter ausstaffiert.

Der Ablauf selbst erfolgt dann auch wenig überraschend. Auf den tiefen Fall folgt der Erfolg, ein Rückkampf, bei dem sich alles zum Guten wenden soll, auch weil Rocky seine Boxtaktik umstellt und Clubber Lang (Mr. T) in einem Boxkampf, dessen Dominanz gewaltigen Schwankungen unterworfen ist, gehörig überrascht und vernichtet. Der nachdenkliche Rocky, der vor dem TV sitzt oder einsam in der Boxhalle mit seinem Schicksal hadert ist bei Einsetzen der Endcredits auch längst wieder vergessen.

Fazit:
Die Oberflächlichkeit regiert hier zum ersten und nicht zum letzten Mal in der Reihe deutlich, doch die Erfolgsformel funktioniert nach wie vor, weswegen ich „Rocky III schon allein aus Nostalgiegründen nicht böse sein kann. Sylvester Stallone setzte für den dritten Teil auf Kurzweiligkeit, ohne dem kontinuierlichen, wenn auch nur leichten Abwärtstrend der Reihe Einhalt gebieten zu können. Ein treibender Score, grandiose, wenn auch in dramaturgischer Hinsicht völlig übertriebene Kämpfe jenseits der Realität, das mitreißende Aufbautraining und das Wiedersehen mit sympathischen Figuren wie Apollo Creed sorgen bei mir immer wieder für Filmvergnügen. Kult eben...

 

Wertung:

7/10 Punkte

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Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 9
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