Moon (2009)

OT: Moon - 97 Minuten - SciFi
Moon (2009)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 28.01.2011 - Blu-ray-Start: 28.01.2011
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Filmkritik zu Moon

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Intelligente Science-Fiction ist selten. Das galt schon immer, aber heute besonders. Zu groß ist scheinbar die Verlockung mit der modernen Technik zu spielen, und zwar pompöse Optik, aber keine Substanz abzuliefern. Hier ist es schön, dass Duncan Jones, mit seinem Spielfilmdebüt Moon einen anderen Weg geht. Seine Geschichte ist aufs Wesentlichste reduziert, überlässt dem Zuseher genügend Spielraum die Welt weiterzuspinnen und schafft es dennoch großartige Bilder zu servieren, die digitale Spielereien außen vor lassen.

 

Wir befinden uns in einer nicht näher bestimmten Zukunft. Die Energieprobleme wurden gelöst, und die Menschheit versteht es die Ressourcen des Mondes zu nutzen. Um die Anlage in Betrieb zu halten bedarf es lediglich eines Menschens, der alles überwacht und wenn nötig die Systeme wartet. Sam Bell (Sam Rockwell) übernimmt diese Aufgabe nun bereits seit drei Jahren, und freut sich auf die Ablöse, die in zwei Wochen eintreffen soll. Seinen einzigen Kontakt hat er zu Roboter GERTY, und zu seiner Frau Tess (Dominique McElligott) und seiner Tochter Eve (Kaya Scodelario), via Videobotschaften. Doch so kurz vor seiner Rückkehr zur Erde, beginnen sich mysteriöse Situationen zu häufen…

 

Das wirklich Schöne an Moon ist, dass der Film auf eine sehr durchdachte Idee zurückgreifen kann, und diese auch fokussiert aufgreift, ohne den Film unnötig aufzublasen. So liegt es über weite Strecken auch nur an Sam Rockwell den Film in einer beeindruckenden One-Man-Show, bzw. später in einer Two-Man-Show zu tragen. Auch der Schauplatz ist fast ausschließlich auf seine Mondstation, und die nähere Umgebung auf der Mondoberfläche beschränkt. Durch diese Limitierung in seinen Schauplätzen erzeugt Moon noch zusätzlich Atmosphäre, und schafft es von Anfang an zu faszinieren.

 

Der Film ist dabei im Groben zweigeteilt. Die Exposition ist eine Studie der Einsamkeit, eines Mannes, der seit 3 Jahren der einzige Mensch auf dem Mond ist, und versuchen muss mit seinem Leben klar zu kommen. Bereits hier wird klar, dass sich Moon auch eindeutig bei Stanley Kubrick’s 2001 – Odyssee im Weltraum hat inspirieren lassen. Wir beobachten wie Sam Rockwell versucht seinen Alltag zu meistern, Sport betreibt, seinen Arbeiten nachgeht, schläft, und schließlich wieder vom Wecker aus dem Schlaf gerissen wird. Duncan Jones hat es sich dabei auch nicht nehmen lassen, den Radiowecker stets den, gleich auf mehreren Ebenen ironischen, Song von Chesney Hawke, „I am the One and Only“ spielen zu lassen.

 

Stets dabei ist auch der Roboter der Station, GERTY, der mit einem Display ausgestattet ist, das einen bunten Smiley zeigt, der die Gefühlslage des Roboters repräsentieren soll. Gerty wird übrigens im Original von niemand geringerem als Kevin Spacey gesprochen, und man muss kein Genie zu sein, um zu erkennen, dass hier eine mehr als deutliche Verbeugung vor HAL gemacht wird, was auch spätestens durch die Sprechweise von Spacey, klar werden sollte. Alleine durch diese Anspielung auf HAL nehmen wir GERTY zu Beginn auch schon mit Skepsis, war, und Moon schafft es auch gekonnt mit dieser Ausgangslage zu spielen. Dabei geht er auch neue Wege und schafft es schließlich zu überraschen.

 

Nach dem ersten großen Twist des Films (von dem der Trailer leider schon viel zu viel vorweg nimmt), geht Moon in eine etwas andere Richtung, und lässt den Zuseher zunächst im Unklaren über den weiteren Verlauf des Films. Und obwohl zunächst Skepsis auf Grund des untypischen Handlungsverlaufs angebracht ist, schafft es Moon doch großartig die Brücke zu schlagen, und befriedigende Antworten zu liefern. Durch den neuen Weg erweitert der Film auch seine Dimension und spricht ernste Themen an, über die es sich nachzudenken lohnt.

 

Verstärkt durch die großartige Atmosphäre in der sterilen Raumstation, und auf der verlassenen Mondoberfläche und natürlich durch die absolut fabelhafte Leistung von Sam Rockwell, schafft es Moon auch emotional zu überzeugen. Am Ende fühlt man sich stark an Sam Bell gebunden, und fiebert mit ihm auf seiner Odyssee mit. Moon geht dabei aber genau den richtigen Weg, und verrät auf der einen Seite genauso viel, sodass man die Handlung an sich durchschaut, lässt aber andererseits auch völlig offen wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat, sodass man sich am Ende seine eigenen Vorstellungen machen kann, in welche Richtung sich der Weg von Sam bewegt, wenn er zum Final Frontier (nur eben mit umgekehrten Vorzeichen) aufbricht.

 

Kritisch anmerken kann man lediglich, dass Moon sein Pulver vielleicht etwas zu früh verschießt und am Ende nicht mehr viele Überraschungen zu bieten hat. Im Wesentlichen gibt es 3 große Plotpoints, die dem Film eine neue Richtung geben, am Ende bleibt aber keine große Offenbarung über, sondern nur ein lediglich gelungener Abschied. Dies rundet auf der einen Seite die Geschichte ab, es wird sich aber kaum der Drang zum philosophieren einstellen, wie nach einer Vorführung von 2001 – Odyssee im Weltraum. Doch trotz dieser kleinen Macke bleibt Moon ein kleiner, aber feiner Film, der es versteht mit seinem Setting umzugehen.

 

Fazit:

Moon wirkt sehr durchdacht und bietet tatsächlich intelligente Science-Fiction, die aber auch zu unterhalten versteht. Besonders gelungen ist dabei natürlich die großartige Atmosphäre und die grandiose Leistung von Sam Rockwell. Aber auch ansonsten versteht es Moon zu fesseln und zu überraschen. Lediglich am Ende geht dem Film etwas das Überraschungspotential aus, aber das verhindert nicht, dass Moon als sehr positiv in Erinnerung bleibt, und durch seinen minimalistischen Stil auch die Fantasie des Publikums beflügelt.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 57
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