This Is It (2009)

OT: This Is It - 111 Minuten - Dokumentation
This Is It (2009)
Drehbuch:
Kinostart: 28.10.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu This Is It

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750 Millionen an geschätzten verkauften Alben; das meistverkaufte Musikalbum der Welt mit 109 Millionen Exemplaren; erfolgreichster Musiker aller Zeiten, gemessen am Tonträgerverkauf innerhalb eines Jahres. Elvis? Madonna? Nein, die Rede ist vom King of Pop: Michael Jackson. Am 5. März 2009 kündigte der King of Pop seinen Abschied von der Bühne an. Der Name dieser letzten, gewaltigen Bühnenshow: This Is It. 18 Tage vor dem Beginn der Konzertserie raste dann eine Nachricht wie kaum eine andere um die Welt: Michael Jackson war tot. In kürzester Zeit schalteten sich AEG Live und Sony Music zusammen, um Aufnahmen zu den Proben der Konzertserie als Dokumentarfilm in die Kinos zu bringen: „Michael Jackson’s This Is It.“ Alles für die Fans, versteht sich …

 

Viel war geredet worden um „This Is It.“ Ein persönlicher Abschied vom King of Pop sollte es sein, ein letzter Dank an die Fans. Wer sollte für die Regie dieses Dokumentarfilms besser passen als Kenny Ortega, langjähriger Weggefährte Jacksons und Regisseur der „This Is It“ Bühnenshow. Er stand nun also vor der schwierigen Aufgabe, aus insgesamt 100 Stunden Filmmaterial eine Dokumentation über die Proben zur letzten Show zusammenzuschneiden. Mit großer finanzieller Unterstützung von Sony Music sollte dieses Vorhaben auch gelingen: am 28. Oktober 2009 sollte „This Is It“ seine Weltpremiere feiern. Das Besondere dabei: der Film wird einzig und alleine zwei Wochen in den Kinos spielen, danach wird er sofort wieder verschwinden. Man könnte meinen, dass dieser Stil durchaus zu Jacksons Leben beziehungsweise dessen Auftritten und Konzerten passen könnte, doch insgeheim sollen diese zeitlich begrenzten Aufführungen wohl nur einen weiteren Anreiz bieten, um Michael Jackson auf der großen Kinoleinwand zu bewundern.

 

Genau hier fangen die Probleme aber auch an. Die Aufnahmen zu „This Is It“ waren niemals für eine Kinoproduktion angedacht. Einige davon sollten direkt in Jacksons Privatarchiv wandern, andere hingegen sollten wohl nur für ein Making-Of auf der ursprünglich geplanten Konzert-DVD herhalten. Es darf also keinesfalls verwundern, dass die kurzen Ausschnitte und Interviews mit Mitarbeitern beziehungsweise Gesprächspartnern kaum über die üblichen Danksagungen und Glaubensbekräftigungen hinaus gehen. Regelrechte Augenschmerzen stellen sich dann ein, wenn eine minderwertige Aufnahme brutal auf die Leinwand übertragen werden muss. Mancher Clip scheint tatsächlich so, als hätte ihn jemand mit einer Handykamera mit gefilmt. YouTube erscheint hierzu wohl das bessere Medium zu sein, als eine große Kinoleinwand mit mehreren Metern Bilddiagonale. Der Schnitt selbst scheint leider auch nicht sehr durchdacht zu sein. Anfangs gehen die verschiedenen Stücke nahtlos über, doch nach etwa einem Drittel des Films setzen langsame, komplett schwarze Abblenden ein, die die Dokumentation plötzlich episodenhaft erscheinen lassen, und die Gesamtheit stören.

 

Einen Pluspunkt gibt es für Michael Jacksons Performance sowie die äußert gute Tonqualität. Erst mit einem tollen Soundsystem, kann man Klassiker wie „Thriller“, „Beat It“ oder „Black or White“ richtig genießen. Erfreulich dazu ist auch noch, dass Jackson fit und vital wie eh und je wirkt – natürlich wurde im Film die allgemein bekannte Tatsache ausgespart, dass sich Jackson nur dank starker Schmerzmittel durch das Programm schleppen konnte.

 

Die Songpassagen wurden gut gemeistert und ließen, für eine Probeaufnahme, kaum Wünsche offen. Zwar ist es durchaus Schade, wenn der King of Pop mitten in einem Song abbrach, um eine Unstimmigkeit zu klären, doch „genau dafür sind die Proben da.“ - Zitat Jackson. Besonders schön umgesetzt und in die Dokumentation einbezogen wurden neu gedrehte Teile der Musikvideos, hier befinden sich absolute Highlights darunter. Besonders erwähnenswert scheinen die Videos zu „Smooth Criminal“ und „Thriller.“ In „Smooth Criminal“ schneidet sich Jackson selbst in den schwarz-weiß Klassiker „Gilda“ und kann durch die gezeigten Videosequenzen sogar im Kinosaal für Stimmung sorgen. „Thriller“ hingegen erlebt keine Revolution, bekommt aber durch eingebundene 3D-Effekte und kurzweilige Ausschnitte durchaus einen neuerlichen Reiz zugewiesen. Gut angedacht war die selbige Idee auch bei „Earth Song“, jedoch schlitterte das Video mit einem Mädchen, welches gegen einen Bulldozer um die letzte lebende Pflanze in einem Wald kämpft, zu stark in den Kitsch ab und kann daher auf der Leinwand leider nicht mehr überzeugen.

 

Generell scheint die Überzeugung auf der Leinwand ein Problem für „This Is It“ darzustellen. Die Leistungen des Regisseurs sind natürlich anzuerkennen, doch ein Zusammenschnitt aus verschiedenen Proben zu einer Konzertserie kann einfach noch keinen Dokumentarfilm für das Kino ergeben; auch nicht, wenn der Titel mit dem Namen „Michael Jackson“ wirbt.

 

Jackson selbst stellt ein weiteres Manko dar. Er scheint wieder zurück auf der Bühne zu sein, kümmert sich um jedes noch so kleine Detail, lebt sich in seine Songs hinein – und verbleibt so. Gerade in einem Film, welcher einen Abschied für die Fans bilden soll, hätte man doch annehmen können, dass Jackson während den Proben beziehungsweise für die Making-Of DVD einige persönliche Worte an seine Fans richtet. Dem ist aber nicht so. Es gibt zwar einige kurzen Zwischensequenzen in der Show, in welchen Jackson beispielsweise seinen Brüdern und Eltern dankt, doch diese Passagen erscheinen einstudiert und ebenfalls nur Teil der Show zu sein. Ein Teil des wahren King of Pop blitzt nur dann durch, wenn Jackson seinen Perfektionismus auslebt. Artig und brav hängt er jedoch sofort immer ein „alles für die Liebe“ ran und lässt somit nicht das kleinste negative Gefühl aufkommen.

 

Zum Schluss hin wird noch einmal ordentlich aufgedreht, Tänzer und Mitarbeiter kommen schon wie anfangs zu Wort und berichten noch einmal, wie toll doch die Zusammenarbeit mit Michael Jackson wäre. Nach einer letzten Besprechung geht der Film langsam zum Ende über. Ein Musikstück, ein kurzes Denken an den King of Pop, danach trällert der Abspann zu der gleichnamigen Single „This Is It“ vor sich hin. Die Show ist vorüber, der letzte Vorhang gefallen.

 

Fazit:

This Is It? Hoffentlich nicht, denn es wäre äußerst schade, wenn dies die letzte Dokumentation mit, beziehungsweise über Michael Jackson wäre. Sony hat alle Hebel in Gang gesetzt, um das bereits vorhandene Filmmaterial in Rekordzeit auf die Leinwand zu bringen, koste es, was es wolle. Alles für die Fans, trifft zwar teilweise durchaus zu, aber gerade die Fans sind es auch, die Sony somit erneut Geld für den Namen Michael Jackson überweisen. „This Is It“ kann musikalisch für sich punkten und zeigt einen anscheinend fitten Jackson bei seinen letzten Proben. Für Fans und Freunde des King of Pop durchaus zu empfehlen, der normale Kinobesucher dürfte aber wahrscheinlich enttäuscht den Saal verlassen. Hoffentlich bekommen wir noch eine „richtige“ Dokumentation über den Menschen Michael Jackson zu sehen; seine Shows kennen wir nun ja.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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