Waterboy

OT: -  90 Minuten -  Komödie
Waterboy
Kinostart: 15.04.1999
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Waterboy

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Nach seinem mit „The Wedding Singer“ erst mal nur kurz währenden Ausflug ins Romantikfach kehrte U.S. – Komiker Adam Sandler („Happy Gilmore“, „The Longest Yard“) in sein Fachgebiet zurück, um eine reichlich hohle Klamotte vom Stapel zu lassen, die das geistige Niveau von „Billy Madison“ noch unterbietet. Das hielt in Amerika aber niemanden davon ab das Kino trotzdem zu besuchen und dem Film damit erstaunliche Summe von 160 Millionen Dollar Einspiel zu bescheren. Wobei der Besucheransturm sich auch mit dem hier thematisierten Nationalsport Football, stets ein altbewährtes Lockmittel, begründen lässt.

„The Waterboy“, geschrieben von Adam Sandler und seinem Co-Schreiber Tim Herlihy („Billy Madison“, „Happy Gilmore“), vereint den Hauptdarsteller nach „The Wedding Singer“ erneut mit Regisseur Frank Coraci („Around the World in 80 Days“, „Click“), um die übliche Formel zu verfolgen, nämlich Sandler als naiven, zurückgebliebenen, aber herzensguten Mann mit einer großen Liebe, intriganten Menschen und später dann auch Erfolg und Anerkennung zu konfrontieren.

Wasserjunge Robert „Bobby“ Boucher Jr. Wurde schon früh von seiner Mutter Helen (köstlich: Kathy Bates, „Misery“, „About Schmidt“) ein handfester Ödipus-Komplex anerzogen, weswegen der ohnehin nicht kluge Bobby mit 31 immer noch ein infantiles Muttersöhnchen ist, dessen Vorbilder Wrestler sind und dessen Lebensinhalt darin besteht, dem lokalen Footballteam Wasser zu bringen. Als er dort rausgeworfen wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Wenig später heuert er bei dem heruntergekommenen College-Team Mud Dogs an, um dort bald zum Startackler zu werden, gelingt es ihm doch auf reichlich banale Weise durch ein paar Worte seines auch nicht gerade sein Oberstübchen in Ordnung haltenden Coach Klein (Henry Winkler) aufgestaute Wut jeweils auf den gegnerischen Quarterback zu projizieren, was für den dann grundsätzlich schmerzhafte Folgen hat.

An Adam Sandlers Komödien durfte man vor allem zu Anfang seiner Karriere keine Ansprüche an das Niveau stellen, wobei „The Waterboy“ dennoch zur Grenze des Erträglichen ist, was die leider völlig verkorkste deutsche Synchronisation (Sandler wird von der Knalltüte Richie (Kennt den noch wer?) gesprochen..) nur noch verstärkt wird. Die Witze sind meist von besonders alberner Qualität. Über das erste und zweite Mal kann man ja noch lachen, wenn Bobby die gegnerischen Spieler tackelt und in den Boden rammt, aber damit hat sich die Chose auch schon ausgereizt.

Die ausgesuchte, musikalische Begleitung setzt sich dabei aus etlichen Evergreens von Musikern wie The Doors, The Chemical Brothers oder Lenny Kravitz zusammen und kann in besonders peinlichen Momenten das Ruder noch einmal herumreißen. Besonders Bobbys Romanze mit seiner Jugendliebe Vicki Vallencourt (Fairuza Balk, wild in „American History X“), einem mordlüsternen Vamp, und die damit verbundenen Eifersüchtelei seitens seiner Mutter, sind nun wirklich nicht mehr witzig. Genauso dämlich sind die Dinner im Sumpfgebiet der Marke Boa und Mini-Alligator oder Bobbys Ausflüge in die Schule, wo er für sein Wissen nur Gelächter erntet.

Auch „The Waterboy“ erzählt nur die längst ausgediente Geschichte des Sonderlings, der sich mit Fleiß und Herz am College durchsetzt und alsbald zur lokalen Heldenfigur stilisiert wird, um am Ende natürlich auch das große Spiel, selbstverständlich gegen die favorisierte Mannschaft, die ihn anfangs feuerte, zu gewinnen. Wortwitz wurde, wenn denn welcher im O-Ton existiert, von der deutschen Synchronisation erstickt, deswegen sind es neben witzigen Cameos (u.a. Rob Schneider) kurze Szenen, wie ein sich besaufendes Maskottchen, noch zum Lachen sind. Denn insbesondere Sandlers provokativen Humor, der dann auch gern mal unter die Gürtellinie geht und seine Mitmenschen zur Weißglut treibt, wird hier kläglich vermisst.

Fazit:
Letztlich enttäuschende Sandler-Komödie, die selbst für seine damaligen Standards etwas zu blöd geriet. Die Debilität der Hauptfigur, der schwer klischeehafte Verlauf und eben die deutsche Synchronisation zerstören die amüsante Unterhaltung bei jeder Chance, die sich ihnen bietet. Es gibt sicherlich bessere Alternativen des Komikers. In diese infantilen Niederungen sollte er dann auch nicht wieder zurückkehren. Stellenweise ganz amüsant und mit einem guten Soundtrack versehen, versinkt „The Waterboy“ dank seiner Blödsinnigkeit irgendwo im Nirvana.

 

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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