Lock Up

OT: Lock Up - 104 Minuten - Action / Thriller
Lock Up
Kinostart: 11.01.1990
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Lock Up

Von am

Häftling Frank Leone (Sylvester Stallone) muss nur noch 6 Monate seiner Haftstrafe absitzen. Urplötzlich wird er in ein anderes Hochsicherheitsgefängnis verfrachtet. Dort herrscht der gemeine Gefängnisdirektor Warden Drumgoole (Donald Suntherland), der Rache an ihm üben will. Leone floh einst aus einem von Drumgoole geführten Gefängnis und prangerte die Verhältnisse in dem Gefängnis an. Wardens Karriere wurde so zerstört. Nun soll Leone so gereizt werden, dass er wieder eine Straftat begeht. Im neuen Gefängnis wird Leone von Wärtern und einigen Häftlingen provoziert, allerdings findet er auch neue Freunde. Schließlich erfährt Leone, dass seine Verlobte von einem Insassen vergewaltigt werden soll.....

 

Lock Up ist ein typisches Stallone Vehikel der 80er. Der Einzelgänger Sly hat im neuen Gefängnis jede menge Feinde und nur wenige Freunde. Jedoch lässt er sich nie unterkriegen, obwohl der „Oberbösewicht“ Drumgoole am längerem Hebel sitzt. Das Knastactiondrama zeigt das harte Leben in Gefängnissen der USA und stellt die Knastis teilweise als recht sympathische Menschen da. Auf viel Story wird Sly typisch verzichtet, dafür wird auf Action gesetzt. Dass ein Happy End folgt ist natürlich klar. Auch bekommt man die aus zB aus Lethal Weapon, Rocky 3,4 oder City Cobra bekannte Popmusik vorgesetzt, so dass man sich schnell zurecht findet und weiß wann dieser Film gedreht wurde. Auf der anderen Seite dominiert zum Beispiel beim Footballspiel sehr heroische Musik, die das „Sly du schafft es“ Gefühl des Zuschauer beeidruckend unterstützen.

 

Da die kaum vorhandene Story schon eher ein Aufhänger ist, liegen die Stärken des Films in Stallone, Männerfreundschaften und Action. Das beste im Film ist aber die düstere und schmutzige Atmosphäre des Knasts, die der inzwischen etwas antiquierte 80er Jahre Look verstärkt. Häftling Leone geht im neuen Knast zwar allem Ärger aus dem Weg, doch hat der Direktor vorgesorgt und Häftlinge auf ihn angesetzt. Trotzdem findet er neue Freunde aller Art. So haben wir einen dicken sympathischen Schwarzen, das Plappermaul Dallas und den schüchternen „First Base“. Leone erfährt alle Grausamkeiten des Knasts (zB Entlausung) und wird immer wieder übel misshandelt. Aber wer ein Stallone ist, der lässt sich nicht unterkriegen. Unvergesslich ist für mich das Footballspiel, in dem Stallone gewaltig abbekommt, aber immer wieder aufsteht. Die kleine Clique päppelt in der Gefängniswerkstatt ein altes Auto wieder auf und restauriert es (erinnert ein wenig ans A-Team).

 

Über alles wacht der harte und undurchsichtige Wärterchef Meissner. Drumgoole hat aber seine Augen überall, so dass das Auto nach einer wilden Jagd durch den Gefängnishof zerstört wird. Leider reicht das aber nicht, um Leone ausrasten zu lassen. Also lässt er einen Freund Leones töten. Leone reagiert zwar ungehalten, jedoch tötet er den Mörder nicht. Schließlich kann nur noch eine List helfen. Drumgoole beauftragt einen Insassen, der bald entlassen wird, Leones Frau zu vergewaltigen. Darauf will Leone flüchten, wobei der dank Verrat geschnappt wird. Der darauf folgende Kampf ist recht hart. Leone kann nicht entkommen, schnappt sich aber Drumgoole, um ihn auf den elektrischen Stuhl zu fesseln. Der muss in letzter Sekunde nun die Wahrheit sagen. Das erwartete Happy End folgt, da Leone die letzten par Tage ohne Probleme übersteht. Zusammen mit Meissner schreitet er zum Ausgang.

 

Schade, dass solche Actionperlen der 80er Jahre heute nicht mehr gedreht werden. Eine simple Story, ein guter Actionheld, viel Atmosphäre und harte Action sind nun mal ein hervorragender Mix. Leider aber wohl nicht mehr mainstream-tauglich (Wie viele FSK 18er finden heute noch den Weg ins Kino?). Sylvester Stallone spielt den Einzelgänger wie schon aus „Rambo“ und „Rocky“ mit gewohnter Sicherheit. Der Mann hat einfach das gewisse „Etwas“, das ein Actionheld braucht. Dabei ist Lock up nicht mal ein reiner Actionfilm, sondern zeichnet sich eher durch die düstere Atmosphäre aus. Leone ist ein „unkaputtbares Stehaufmännchen“: Paraderolle für Sly mit trockenen, für Stallone ungewöhnlich weise Sprüche (TKA). Donald Sutherland ist dank Aussehen und Auftreten die ideale Besetzung des sadistischen Gefängnisdirektors Warden Drumgoole. Mit seiner fiesen Art hat gewinnt er schnell die Antiapthie der Zuschauer: Als Leones Gegenspieler ideal.

 

Hervorheben möchte ich auch noch den unvergesslichen Meissner. John Amos erzeugt mit seiner grimmigen Visage eine der für mich unvergesslichsten Filmfiguren. Bis zum Ende weiß man nicht, auf welcher Seite Meissner steht, oder welche Einstellung er gegenüber seinem Direktor und Leone hat. Eine in meinen Augen oscarverdächtige Darstellung dieser Nebenrolle. Nett ist auch der noch sehr junge Tom Sizemore als Plappermaul mit gegelten Haaren. Man erkennt ihn kaum.

Fazit:
Atmosphärisches Knastdrama mit Actionanteil. Typischer 80er Jahre Film Stallones mit klarer Gut/Böse Zeichnung, guten Darstellern, sympathischen Figuren und einem Maß Kritik an amerikanischen Gefängnissen. Rund um gute Unterhaltung ohne größere Höhepunkte.


Wertung:
7/10 Punkte

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