Adventureland (2009)

OT: Adventureland - 107 Minuten - Tragikomödie
Adventureland (2009)
Kinostart: 29.10.2009
DVD-Start: 19.04.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
7802
Bewerten:

Filmkritik zu Adventureland

Von am

Im Jahr 2007 schaffte Regisseur Greg Mottola im Windschatten der Apatow-Crew, die durch den Erfolg von Beim ersten Mal beflügelt wurde, den Durchbruch, mit seinem großartigen Gagfeuerwerk Superbad. Das Thema entsprach voll und ganz dem Apatow-Credo: Eine Gruppe Nerds, die in den meisten Filmen nur als Sidekick herhalten würde, rückt ins Zentrum, und man versucht sich an einer schrägen Variante einer Coming-of-Age Geschichte. Dabei steht derber Humor und eine hohe Gagdicht im Vordergrund. Bei seinem neuen Film Adventureland ist das Thema nun zwar ähnlich, die Herangehensweise jedoch eine spürbar andere.

 

Wir schreiben das Jahr 1987: James Brennan (Jesse Eisenberg) hat das College beendet, und freut sich nun auf einen Trip nach Europa, und seinen anschließenden Umzug nach New York, wo er mit einem Kumpel leben will. Doch kurz bevor es losgeht haben seine Eltern schlechte Nachrichten für ihn: Der Familie mangelt es an Geld, und so muss James die Europareise gegen einen Ferienjob tauschen. Der einzige Posten den er bekommt, ist eine Anstellung im heimischen Vergnügungspark, wo James auf seltsame Gestalten, und dubiose Beziehungsgeflechte trifft…

 

Adventureland ist natürlich zu aller erst eine ernst gemeinde Coming-of-Age Geschichte, und verabschiedet sich somit gleich bewusst vom Blödelcharme eines Superbad, tauscht diesen jedoch gegen ernst gezeichnete Figuren, und einen kräftigen Anstricht Melancholie. Blickt man aber weiter, so entdeckt man aber auch einen interessanten autobiographischen Zug an Adventureland: Denn Greg Mottola, der hier sein eigenes Drehbuch verfilmte, rechnet auch mit seiner eigenen Vergangenheit ab, in der er selbst in einem Vergnügungspark arbeiten musste, um sich das Studium zu finanzieren.

 

Und da ihn diese Arbeit wohl mit einer Hassliebe verbindet, erhält Adventureland seinen besonderen Touch. Vom Rock me Amadeus Overkill, bis zu ständigen Wiederholungen und der generellen Dämlichkeit der eigenen Tätigkeit ist alles vertreten. Doch zwischen diesen negativen Aspekten, blitzt immer wieder eine gewisse Nostalgie durch: Das Erwachsenwerden wird ehrlich skizziert, und abgesehen von aufkeimenden Freundschaften, wird auch eine Liebesgeschichte aufgeworfen, und selbst der eigentliche Gegenspieler des Hauptdarstellers ist hier noch sympathisch, und wächst dem Publikum ans Herz.

 

All diese Aspekte lassen bei Adventureland die klassischen Grenzen verwischen, und der Film verwehrt sich auch großteils eines klassischen Handlungsfadens. Klar, im Kern ist der Film natürlich eine Liebesgeschichte, aber eben nicht unbedingt im klassischen Sinne. Eher geht es um das generelle Ausbrechen aus dem Kokon der Jugend, und wie sich James am Ende der Jugend, aber noch vor dem Erwachsensein zu entfalten versucht. Dieser Prozess wird durch die melancholische Atmosphäre und die unklaren Beziehungsfäden, reichlich ungewöhnlich skizziert. Der Handlungsfaden selbst ist also eher untergeordnet, stattdessen geht es nur um die Entfaltung der Figuren und um das Driften durch die Jugend.

 

Greg Mottola zeigt dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Deshalb wirkt sein Film auch ganz anders als Superbad. Natürlich wirkt sich dies positiv auf die Ernsthaftigkeit des Gezeigten aus, und auch ist der Effekt eher ein tragischkomischer, als ein nur komischer. Doch natürlich bewirkt dies auch, dass sich der Film bei weitem nicht so spritzig wie Superbad anfühlt, und alleine vom Funfaktor her ist Adventureland deutlich unterlegen. Dies soll aber keinesfalls abschrecken, denn Adventureland schafft es insgesamt, und nicht zu letzt dank den Leistungen von Jesse Eisenberg, Ryan Reynolds und Kristen Stewart, zu überzeugen, und bietet eine hochwerte Coming-of-Age Geschichte mit tragischkomischen Ambiente.

 

Fazit:

Im Kern erzählt Adventureland, wie auch Greg Mottola’s letzter Film Superbad, eine Geschichte vom Erwachsenwerden. Doch im Gegensatz zum saukomischen Superbad ist Adventureland eher eine melancholische Auseinandersetzung mit dem Thema. Nichtsdestotrotz schafft es der Film zu überzeugen, und ernsthaft Figuren zu skizzieren. An Superbad reicht es schlussendlich zwar nicht heran (was wohl auch nie das Ziel war), aber Interessierte können dennoch gerne einen Blick riskieren.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.6/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 12
10 /10
8%
9 /10
0%
8 /10
33%
7 /10
58%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Die Eleganz der Madame Michel (2009)
Greenberg (2010)
Ein Sommer in New York (The Visitor) (2007)
Night on Earth (1991)
Looking for Eric (2009)
Vincent will Meer (2010)
The Women (2008)
I Love You Phillip Morris (2009)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von pries
Erstellt: 03.01.2015