Cube 2 - Hypercube

OT: Cube 2 - Hypercube - 95 Minuten - SciFi / Thriller
Cube 2 - Hypercube
Kinostart: 01.01.2003
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Cube 2 - Hypercube

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Wie auch schon im ersten Teil der Cube-Trilogie wachen die unterschiedlichsten Menschen eines Tages plötzlich in einem würfelartigen Raum auf. Es gibt sechs Portale, eines an jeder Seitenfläche des Raumes, aber welchen Weg man auch wählt: man kommt immer in den anscheinend selben Raum. Doch während sich das Schauspiel im Vorgängerfilm noch in einem „normalen“ Cube abspielte, kommt es nun viel schlimmer. Die entführten Menschen befinden sich in einem Hypercube …

 

Der erste Cube-Film war beeindruckend, ja nahezu überwältigend. Zwar konnte sich jeder Zuschauer selbst seine Gedanken zu den unbeantworteten Fragen machen, doch irgendwie keimte wohl in jedem die Hoffnung, dass es eine Fortsetzung geben würde, die endlich mit allen offenen Fragen aufräumen würde. 2003 sollte es diese Fortsetzung schlussendlich wirklich geben. Doch was die Beantwortung der Fragen anging – nun, man hätte keinen teuren Kinofilm drehen müssen, ein einfaches „kein Kommentar“ hätte vollkommen genügt.

 

„Cube 2: Hypercube“ macht nicht den geringsten Versuch, seinen Vorgänger auch nur ansatzweise zu erklären. Es scheint, als wollte die komplette Produktionscrew, allen voran Regisseur Andrzej Sekula und Drehbuchautor Sean Hood, das Rad neu erfinden. Sprich: das Konzept an sich sollte überholt und neu interpretiert werden. Ein Fehler, welcher sich später sehr stark in den Einspielergebnissen und den Kritiken niederschlagen sollte. Dabei fing doch alles so gut an.

 

Das kurze Vorspiel und der durchaus interessante Vorspann, machen schon Lust auf den weiteren Film und schrauben – in Anbetracht des ersten Teils – die Erwartungshaltung schon etwas nach oben. Der direkte Einstieg in die Handlung lässt auch nicht lange auf sich warten. Eine starke Anfangsszene wirkte sich sofort positiv aus und lässt den Film bereits in einem guten Licht erscheinen; spätestens nach Einführung der Charaktere soll sich dies jedoch ändern. Während im Vorgänger die Protagonisten handverlesen erschienen und man auf Qualität statt Quantität setzte, drehte man in der Fortsetzung dieses Rezept einfach um. Zugegeben, die Bandbreite der Menschen ist zwar größer, die Charaktere überschneiden sich jedoch teilweise und rauben sich somit gegenseitig die Existenzberechtigung. Dasselbe Schema setzt sich leider auch auf den tieferen Ebenen der Charaktere vor. Während im ersten Teil nur ein Protagonist direkt mit dem Cube zu tun hatte und somit vorbelastet ist, scheint es nun fast so, als wäre es in Mode, dass man durch irgendwelche zwielichtigen Kanäle in Verbindung mit dem Hypercube steht. Ein erneutes Streichresultat.

 

Die Spielzeit schreitet voran, leider nicht die Handlung. Die Charaktere stolpern von einem Raum in den nächsten, finden erneut ein paar wahllos verstreute Informationen – und stolpern schließlich munter weiter. Erneut schlägt sich die Charakterauswahl negativ zu Buche: die senile Mrs. Paley (Barbara Gordon) mag zwar eine nette, ältere Frau in Rente sein, doch trotzdem pflichtet man Simon Grady (Geraint Wyn Davies) bei: „Sie macht mich noch wahnsinnig!“ Die Übereinstimmung mit den Charakteren bleibt jedoch länger als man zuerst glauben möchte. Mit Fortschreiten trifft Jerry Whitehall (Neil Crone) sogar den Nagel auf den Kopf: „Das wird langsam lächerlich.“ Noch lächerlicher wird es nur, wenn die Hintergründe des Hypercubes (zu Deutsch: Tessarakt) beleuchtet werden: Plötzlich ist die Rede von Computerspielen, Fernsehshows und Quantenteleportation. Erneut ist es ein Gespräch der Charaktere, welches die Meinung des Publikums offenlegt: „Multidimensionale Quantenrealitäten!“ – „Ich verstehe nicht.“

 

Einen weiteren wichtigen Punkt macht wie immer auch die Besetzung aus. Zwar hatte „Cube 2: Hypercube“ ein deutlich höheres Budget als Teil eins, doch trotzdem konnte kein wirklicher A-Klasse Schauspieler für dieses Projekt gewonnen werden; warum nur, lag es etwa am Drehbuch? Wie dem auch sei, der vorhandene Cast ist für einen Film mit dieser Handlung schlichtweg einfach zu groß. Zwei Schauspieler schaffen es trotzdem, aus diesem Morast hervorzustechen: Geraint Wyn Davies als Simon und Kari Matchett als Kate. Nicht nur die zwei stärksten Schauspieler liefern sich ein Duell, nein, auch deren zwei Charaktere stehen immer unter Spannung und lassen es so doch noch etwas interessant werden. Zwar nicht besonders beeindruckend, dafür aber sehr sympathisch ist die von Jerry Whitehall gespielte Rolle. Auch, wenn sein alleswissender Bürohengst etwas zu überzeichnet auf die Leinwand kommt, auf eine nette Art und Weise wird er dem Zuschauer schnell sympathisch und kann ihn so für sich gewinnen. Am Rande erwähnt gehört natürlich auch Barbara Gordon als Mrs. Paley. Sie schafft es, die senile Rentnerin zum Leben zu erwecken, doch meistens schießt sie über ihr Ziel hinaus und wird leider, gemeinsam mit ihrer Figur, zu einem nervenden Dauerelement.

 

Es gibt aber auch positive Punkte: Die stilistische, immer gleiche Darstellung des Cubes wirkt gerade durch ihre Monotonie fast noch mehr beängstigender, als die Kulisse des Originals. Trotzdem, auch das schöne Design der Räume kann den Film nicht mehr retten. Die wenige Musik, die an die Ohren des Publikums klingen darf, wirkt zweitklassig. Dazu kommen noch viel zu schnelle Kamerafahrten, die durchaus einen Drehwurm erzeugen können. Auch so manch anderer Kameratrick wirkt auf den ersten Blick zwar nett, wirkt mit der Zeit aber langweilig beziehungsweise störend und lenkt somit nur von der eigentlichen Handlung ab.

 

Fazit:

Mehr Budget bedeutet wohl, dass dafür die Handlung reduziert werden muss. Anders ist es nicht zu erklären, dass aus einer solch guten Vorlage kein erneutes cineastisches Meisterwerk entstanden ist. Große Handlungslücken, eine durchschnittliche Besetzung und zusätzlich in die Länge gezogenes Technobabbel setzen „Cube 2: Hypercube“ wirklich sehr stark zu. Auch die tödlichen Fallen des ersten Teils fehlen und nehmen damit auch noch zusätzlich einen Großteil der Spannung weg. Unter dem Strich bleibt ein halbwegs annehmbarer Science Fiction Thriller, welcher für einen Fernsehabend zwar herhalten kann, jedoch ein absolutes No-go für die Fortsetzung zu „Cube“ bildet.

 

Wertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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