Pandorum

OT: Pandorum - 109 Minuten - SciFi / Action
Pandorum
Kinostart: 01.10.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Pandorum

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Der deutsche Regisseur Christian Alvart dürfte sich mit seinem Thriller Antikörper erfolgreich in Hollywood beworben haben, denn nun hat er den Sprung über den großen Teich geschafft, und darf für seine SciFi-Vision unter anderem namhafte Darsteller wie Dennis Quaid und Ben Foster dirigieren. Alvart hat seine Arbeit dabei prinzipiell auch gut gemacht, jedoch durchzieht Pandorum eine gravierende Diskprepanz zwischen Action und Substanz, und wenngleich der Film versucht die Balance zu wahren, lässt er die hoch interessante Hintergrundgeschichte viel zu oft links liegen, und stürzt sich auf die nächste Actionsequenz.

2173: Die Menschheit hat den Planeten Erde beinahe zur Gänze ausgebeutet. Doch man hat bereits einen potentiellen Nachfolger gefunden: Der Planet Tanis ist erdähnlich und es wäre möglich dort Menschen anzusiedeln. Mitten während der ersten Mission nach Tanis wachen die beiden Astronauten Bower (Ben Foster) und Payton (Dennis Quaid) aus dem künstlichen Tiefschlaf auf. Beide haben große Probleme sich an die genaue Mission zu erinnern, und auch scheinen sie völlig alleine auf dem Schiff zu sein. Doch während Bower versucht das gigantische Schiff zu erkunden muss er bald einsehen, dass sie nicht die einzigen Lebewesen an Bord sind…

Kaum ein Genre (mal vom Fantasy Genre abgesehen) bietet einen solchen kreativen Freiraum wie die Science Fiction. Hier hat man wirklich die Möglichkeit eine eigene Mythologie zu entwickeln und die „Zukunft“ der Menschheit zu gestalten. Wenn man sich einmal rein die Hintergrundgeschichte von Pandorum vor Augen führt, haben die Filmemacher diese Aufgabe auch wirklich gut umgesetzt. Die Menschheit wird zur Flucht in den Weltraum gedrängt und muss sich zu ungewohnten Ufern aufmachen. Am Ende wird dann klar, dass dies lediglich der Beginn einer Reise ist, und der abschließende Twist des Films macht wirklich Lust auf mehr, sodass es doch sehr schön wäre, wenn man hier noch weitere Teile zu sehen bekäme.

Das Problem ist nur, dass hier die Idee besser als die Umsetzung ist, was sich wohl durch das Hin und Her rund um das Drehbuch erklären lässt. Denn schlussendlich wurde das ursprüngliche Grundgerüst von Christian Alvart (das auch die Hintergrundgeschichte beinhaltet) mit einem zwar ähnlichen, aber vom Schwerpunkt her eher auf Action getrimmten, Drehbuch von Travis Milloy fusioniert. Man kann sich nun sehr gut vorstellen wie die hoch interessante Grundidee immer weiter in den Hintergrund gerückt ist, und durch einen kurzweiligen Thrillride ersetzt wurde.

Dabei hätte alles so schön begonnen: Nachdem Bower und Payton aus dem künstlichen Tiefschlaf erwachen befinden sie sich in der selben Situation wie die Zuseher, und wissen einmal gar nichts. Dies spielt erstens der Atmosphäre in die Karten, da die Besichtigung des vermeintlich verlassenen Schiffes wirklich recht spannend ist, und unterstützt auch die Story, da man so natürlich über Zeit und Raum im unklaren ist, und miträtseln kann was denn nun eigentlich vor sich geht. Doch leider sind diese atmosphärisch dichten Bilder bald vorüber, und der Film stürzt sich ins Actiongetummel.

Aus einem Event Horizon Touch wird bald ein Resident Evil Klon, und die Monster hetzen in bester Zombiemanier die Menschen durch die verlassenen Gänge. Dabei spult der Film die klassische „Man on a Mission“ Story ab und rettet sich von einem Geplänkel zum Nächsten, während Atmosphäre und Story immer weiter in den Hintergrund gedrängt werden. Die Auflösung um was es sich bei den Monstern handelt gibt sich schließlich genauso uninspiriert, wie der vorletzte Twist, der den wahren Bösewicht in bester Klischeemanier enthüllt. Dies alles ist so richtig schade, da Pandorum tatsächlich Potential gehabt hätte, und in seinen Schlusseinstellungen sogar Lust auf mehr macht.

Bei den Darstellern kann vor allem der hochtalentierte und relativ unverbrauchte Ben Foster punkten, der hier das eindeutige darstellerische Glanzlicht ist, und den Film mühelos auf seinen Schultern trägt. Dennis Quaid kann zwar routiniert mitspielen, muss aber gegen die Tücken seiner Figur kämpfen, und auch durch einige nicht gerade prickelnden Szenen anspielen. Die restlichen Darsteller bleiben vor allem Beiwerk. Dies alles führt dazu, dass Pandorum zwar ein recht kurzweiliger Film bleibt, der am Ende Lust auf Mehr macht, aber leider weder sein Potential ausnutzt, noch der aufgebauten Spannung aus den ersten 15 Minuten gerecht wird. Da die letzten Bilder aber Lust auf mehr machen, könnte eine Fortsetzung hier durchaus Sinn machen.

Fazit:
Pandorum hätte durchaus Potential gehabt eine spannende und auch hoch interessante Geschichte zu erzählen, da sich der Film jedoch vorwiegend auf ein kurzes Action/Horrorgeplänkel konzentriert, schafft er es nicht seine Hintergrundstory zu nutzen. Stattdessen bekommt man einen Film von der Stange, der an einigen unmotivierten Wendungen kränkt, und der dem Regisseur in der zweiten Filmhälfte immer weiter entgleitet. Zwar machen die letzten Einstellungen durchaus Lust auf mehr, aber dies ändert nichts daran, dass Pandorum lediglich ein durchschnittlicher Film mit viel verschenktem Potential geworden ist.

Wertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 12
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