American Psycho 2

OT:  American Psycho 2   -  88 Minuten -  Psycho / Drama 
American Psycho 2
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu American Psycho 2

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Die Zwölfjährige Rachel Newman wird eines Tages von ihrer Babysitterin mit zu einem Date geschleppt. Was die kleine Rachel jedoch nicht wusste: der Mann mit dem sich ihre Aufpasserin traf war niemand anders als der kaltblütige Patrick Bateman. Während sich der psychopathische Serienkiller der Babysittern annahm, konnte sich das zwölfjährige Mädchen befreien und ihren Peiniger umbringen. Sie wurde damit zum einzigen Opfer, welches Batemans Fängen jemals heil entkommen war. Jahre später schreibt sich die nahezu erwachsene Rachel (Mila Kunis) an einer Universität ein und will unbedingt die Assistentin von Professor Robert Starkman (William Shatner), ehemaliger FBI-Profiler, werden, da dies ihre weitere Fahrkarte zum FBI wäre. Obwohl sie ihrer Meinung nach die einzig richtige Wahl für die Assistentenrolle wäre, stellen sich ihr Mitbewerber in den Weg. Nun liegt es an Rachel ihre Konkurrenten aus dem Weg zu räumen – und das tut sie um jeden Preis …

Zugegeben, die Handlung um eine Serienmörderin, welche gerne zum FBI möchte um eben solche Leute aufzuhalten klingt auf den ersten Anschein interessant, die Umsetzung selbst ist aber höchst fraglich. Allen voran stört schon der Titel „American Psycho 2 – Der Horror geht weiter.“ Abgesehen von den kurzen Anfangsminuten in denen Rachel Zeuge von Patrick Batemans Grausamkeiten wird, hat dieser Film nichts, aber absolut nichts mit seinem eigentlichen Namensgeber gemeinsam. Patrick Bateman tötete in „American Psycho“ nicht wegen eines Plans, sondern einfach nur aus der Lust am  töten und um aus seinem materialistischen Alltag zu verschwinden. Rachel Newman hingegen tötet für das Ziel ihrer Träume: eine Stelle beim FBI. „American Psycho 2“ ist ohne Frage nur die typische Direct-to-DVD-Fortsetzung des berühmten Vorgängers und versucht damit noch finanziell vom Erfolg des ersten Teils zu profitieren. Es sollte daher auch nicht verwundern, dass sich Bret Easton Ellis, der Autor von „American Psycho“ eindeutig von diesem B-Movie distanziert. Trotz dieser Distanzierung ist es äußerst schade, dass Lions Gate Films diesen Film als offizielle Fortsetzung sieht, immerhin scheint er rückwirkend wie ein Schlagbolzen auf „American Psycho“ einzuwirken. Während im ersten Teil noch gekonnt genügend Spielraum offengelassen wurde, ob Patrick Batemans Blutorgien vielleicht doch nur die reine Vorstellung eines Psychopathen waren, stellt der zweite Teil schon zu Anfang sofort klar, dass all diese Ereignisse wirklich stattgefunden haben.

Weitere Negativpunkte sind schnell gefunden. Abgesehen davon, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass eine Zwölfjährige einen geisteskranken Serienmörder einfach so ohne weitere Probleme töten kann, kann der Film selbst kaum Tempo aufnehmen und dümpelt nur vor sich hin. Viel zu oft werden typische Hollywoodelemente verwendet, wie zum Beispiel das Zurückkehren eines Charakters um zufällig ein wichtiges Telefonat mitzubekommen, das einfache bezirzen von Männern um sie schnell gefügig zu machen usw. Auch die Handlungsorte (Universität, abgeschiedene Landstraßen) können kaum beeindrucken, viel zu schnell kommt das Flair eines typischen Teenie-Schockers auf. Gleicht einfallslos gibt sich mit die Musik: Großteils unbekannte Musikstücke sollen zwanghaft Stimmung erzeugen. Doch es passiert das Gegenteil, die musikalische Untermalung läuft schief und erscheint an einigen Stellen einfach nur noch störend. Mit den letzten zwei Punkten verhält sich „American Psycho 2“ genau verkehrt zum Vorgänger, hier wurden exquisite Drehorte und Kulissen von perfekt ausgesuchter Musik unterstrichen und bildeten damit unter anderem die Stärken des Films.

Auch schauspieltechnisch gibt es leider nicht sehr viel zu erwähnen. Die Hauptdarstellerin Mila Kunis versucht zwar sichtlich ihr Bestes zu geben, doch manchmal ist auch das einfach nicht genug. Ihre Art zu schauspielern ist viel zu zart und passt daher nicht zu dem von ihr dargestellten Charakter. Auch scheint es teilweise so, als würde sie schon fast planlos oder gelangweilt von einer Szene in die andere stolpern; Stimmung alleine kann halt einfach nicht nur durch gutes Aussehen erzeugt werden. Auch ihr „Gegenspieler“, der Psychiater Eric Daniels, dargestellt von Geraint Wyn Davies, kann sich vom Rest des Films zwar nicht wirklich absetzten, stellt in der zweiten Hälfte des Films aber eindeutig einen Lichtblick dar und lässt die Sympathien des Zusehers zu sich überwandern. Schlussendlich hätten wir neben all den kleinen Nebenrollen noch William Shatner als Professor Starkman, welcher erfreulicherweise sein bekanntes Overacting komplett zur Seite schiebt und damit eine durchaus konstante Leistung zu Tage legt. Er kann damit zwar nicht an die Lichtblicke von Davies heranreichen und rutscht in einer Szene etwas ab, doch trotzdem zählt auch er damit zur sogenannten schauspielerischen Elite von „American Psycho 2.“

Zum Ende hin wird der Film sogar noch etwas interessant und lässt, nach schon fast offensichtlichen Andeutungen der Protagonistin, mysteriöse Elemente Einzug halten. Trotzdem gibt es viel zu viele Beanstandungen, die „American Psycho 2“ noch tiefer hinunterziehen. Besonders erwähnenswert sind hierbei die große Anzahl klischeehafter Charaktere, die unglaublich trottelige Polizei und so mancher Filmfehler. Zwar kann die ein oder andere zynische Bemerkung von Rachel noch ein leichtes Schmunzeln entlocken, doch abgesehen von ihren Gedankengängen und dem halbwegs annehmbaren Lied im Abspann, kann der Film keine weiteren Pluspunkte mehr sammeln.

Fazit:
Eine erneute Direct-to-DVD-Fortsetzung, die absolut nichts mehr mit ihrem Namensgeber zu tun hat. Die Grundhandlung erscheint zwar durchaus interessant, doch Regisseur und Darsteller verschenken das Potential gekonnt. Ein in die Länge gezogener Krimi- bzw. Horrorfilm, welcher sehr schnell auf das Niveau eines 0815-Teeniefilms abfällt. Für B-Movie Fans bestens geeignet, wer sich jedoch eine Fortsetzung von „American Psycho“ erwartet, sollte um diesen Film jedoch besser einen weiten Bogen machen.

Wertung:

2/10 Punkte 

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