Die Frau des Zeitreisenden

OT:  The Time Traveler's Wife   -  107 Minuten -  SciFi / Drama 
Die Frau des Zeitreisenden
Kinostart: 18.09.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Frau des Zeitreisenden

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Brad Pitt und Jennifer Aniston kauften die Filmrechte zu Audrey Niffenegger’s Roman The Time Traveler’s Wife noch bevor der Roman veröffentlicht wurde. Vermutlich mit der Absicht bei der Verfilmung selbst die Hauptrollen zu spielen. Nach ihrer Trennung und der anschließenden „Geburt“ von Brangelina wurde dieser Wunsch aber scheinbar verworfen, weshalb die Rollen neu besetzt wurden und Brad Pitt nun als Produzent in den Credits des Films erscheint. Die neuen Hauptdarsteller heißen nun Eric Bana und Rachel McAdams. Zwar liefert keiner von ihnen eine grandiose schauspielerische Leistung ab, aber sie harmonieren auf der Leinwand ganz gut miteinander, wodurch es zumindest zu einigen gelungenen Szenen kommt, wenngleich sie sich nicht zu gegenseitigen Höchstleistungen animieren können. Nur Rachel McAdams lässt das Publikum stellenweise einen Hauch ihres tatsächlichen Könnens erhaschen.

Dass gerade der relativ unbekannte, deutsche Regisseur Robert Schwentke für die Verfilmung verpflichtet wurde ist aber die eigentliche Überraschung des Films. Vor allem wo lange Zeit weitaus namhaftere Regisseure wie Steven Spielberg und David Fincher mit der Adaption des Romans in Verbindung gebracht wurden. Schwentkes Regie jedenfalls ist alles andere als originell oder einfallsreich, wenngleich auch nie wirklich schlecht. Er verfilmt die überaus unkonventionelle Geschichte auf durchwegs konventionelle Weise, erlaubt sich keinerlei kreativer Freiheiten, konzentriert sich dadurch aber auf das wesentliche, inhaltliche Drama zwischen seinen Hauptfiguren. Er verzichtet auf visuellen Schnickschnack und bleibt mit seiner Regieführung stets auf die Geschichte fokussiert. Zum Glück für ihn sorgt die Handlung für genug Originalität und inhaltliche Spannung, um eine wirklich einfallsreiche Regie ohnehin nicht zu benötigen. Dennoch kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass der Stoff in den Händen eines anderen Filmemachers mehr hergegeben hätte.

Deshalb ist es vor allem der Inhalt und die Geschichte die zählt und die den Film trotz Schwächen durchaus sehenswert macht. Henry DeTamble (Eric Bana) leidet an einem Gendefekt, der ihn dazu veranlasst unbeabsichtigt und manchmal zu den denkbar ungünstigsten Zeitpunkten die Gegenwart zu verlassen, um splitterfasernackt in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort aufzutauchen. Sein Unterbewusstsein steuert diese Sprünge und bestimmt auch wann und wo er auftaucht, selbst hat er darauf keinen direkten Einfluss. Doch das eigentliche emotionale und dramaturgische Epizentrum des Films ist die Titelgebende Frau dieses Zeitreisenden. Clare Abshire (Rachel McAdams) begegnet dem Zeitreisenden zum ersten Mal in ihrer frühesten Kindheit. Von da an taucht Henry immer wieder auf, erzählt ihr manche Dinge von der Zukunft und beschwört das unvermeidliche herauf, nämlich dass sich Clare in ihn verliebt. Natürlich finden die beiden auch in der Gegenwart zusammen, wobei der Begriff Gegenwart für Henry ein überaus vager Begriff ist und im Verlauf der Beziehung zwischen Clare und ihm, auch für seine Frau zu einem mehr als undurchsichtigen Zeitraum wird.

Dramaturgisch gesehen bietet der Film eigentlich keinen Höhepunkt, nicht mal eine ansteigende Verdichtung emotionaler Spannung. Die Frau des Zeitreisenden fesselt die Aufmerksamkeit des Zuschauers ganz besonders durch die Darstellung der alltäglichen Probleme, die sich zwangsläufig für eine Frau ergeben, die mit einem Mann verheiratet ist, der unvermittelt und für unbestimmte Zeit verschwindet. Dass sich daraus Beziehungsprobleme ergeben ist eine logische Schlussfolgerung und praktisch vorprogrammiert. Erst gegen Ende drückt der Film dann zunehmend auf die Tränendrüse und versucht krampfhaft die Gefühle des Publikums anzuheizen, was leider manchmal übertrieben wird und somit der Abschluss des Films bei weitem nicht so emotional ist, wie er sein müsste.

Der Film lebt somit von der Geschichte des Romans und nicht von einer originellen Inszenierung oder grandiosen Darstellungen, wodurch sich leider schmerzhaft die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Adaption stellt, da der Film kaum etwas neues zum Ausgangsmaterial beiträgt. Im Endeffekt handelt es sich hierbei um eine Verfilmung auf die man, trotz hohen Unterhaltungswert und emotionaler Involvierung des Zuschauers, verzichten kann und stattdessen lieber gleich zum Buch greifen sollte.

Fazit:

Die Frau des Zeitreisenden ist zwar ein streng genommen unnötiger Film und hätte vermutlich weitaus besser verfilmt werden können, bietet aber trotzdem durchwegs solide Unterhaltung und eine abwechslungsreiche Geschichte, abseits des üblichen Filmangebots. Dass weder Regie noch Hauptdarsteller zu wahren Höchstleistungen auflaufen, kann aufgrund der originellen Handlung gut und gerne vernachlässigt werden. Der Film fordert den Zuseher weder emotional noch geistig heraus, sondern plätschert geruhsam dahin, wodurch zumindest ein gemütlicher Filmgenuss geboten wird. Schlussendlich wird man wenigstens gut unterhalten.

Wertung:

7/10 Punkte 

Filmering.at
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