![]() ![]() Verblendung OT: Män Som Hatar Kvinnor Regie: Niels Arden Oplev Drehbuch: Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg Filmstart: 16.10.2009 | Laufzeit: | Thriller |
Seit dem Verschwinden seiner Nichte Harriet Vanger bekommt Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube) jedes Jahr eine gepresste Blume zu seinem Geburtstag – seit über 40 Jahren. Er glaubt, dass diese von Harriets Mörder stammen, und beauftragt den Journalisten Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist), der es kürzlich in die Schlagzeilen schaffte, weil er angeblich Beweise gefälscht hat, und von einem reichen Industriellen verklagt wurde, noch einmal Nachforschungen anzustellen. Da dieser zwar für 3 Monate ins Gefängnis muss, die Strafe aber erst in einem halben Jahr antreten muss, kommt ihm der Auftrag gerade gelegen. Durch altes Bildmaterial und Infohäppchen versucht er das Puzzle zu lösen. Unerwartete Hilfe bekommt er dabei von der mysteriösen Lisbet Salander (Noomi Rapce), die sich in seinen Computer gehackt hat...
Man wird es wohl dennoch nicht allen recht machen können, aber insgesamt schafft es der Film sehr gut die Geschichte umfangreich und detailliert zu erzählen und dabei auch den Charakteren Profil zu verleihen. Der Film nimmt sich dabei genügend Zeit um tief in die Welt einzutauchen und dank der straffen Inszenierung und des wirklich gut aufgebauten Drehbuchs wird Vergebung auch in keiner Sekunde langweilig, sondern schafft es stets das Publikum fest an sich zu ziehen und mit den beiden Protagonisten mitfiebern zu lassen.
Ausgesprochen gut gelungen ist auch die Schnitzeljagd nach der vermissten, und scheinbar ermordeten Harriet Vanger, die es schafft den Spannungspegel stetig nach oben zu schrauben und den Zuseher voll und ganz einzubeziehen. Harriet Vanger wird dabei durch arrangierte Bilder und durch Videomaterial ins Leben gerufen und erzeugt dabei fast so eine mystische Aura wie die ermordete Laura Palmer in Twin Peaks. Die Herangehensweise mit den Fotos erinnert übrigens auch stark an Michelangelo Antonionis Blow Up, und ist eines der überzeugendsten Argumente des Films.
Abzüge gibt es eigentlich nur dafür, dass die Auflösung nicht ganz mit der Spurensuche mithalten kann. Man sollte dies nicht falsch verstehen, denn das Finale schafft es sehr gut die Fäden zu verknüpfen und alles zu einem logischen Schluss zu bringen, der einfach stimmig ist. Jedoch macht es doch mehr Spaß die eigenen Gedanken schweifen zu lassen, und den Ermittlern beim Spurenlesen zuzusehen. Der Epilog rundet die Geschichte schließlich gut ab, und lässt den Zuseher befriedigt im Kinosaal zurück, wenngleich die ersten beiden Drittel die besten des Films sind.
Fazit:
Verblendung besticht durch ein sehr gut ausbalanciertes Drehbuch und eine straffe Regie, sodass die 152 Minuten Laufzeit zügig voranschreiten und sich nie in die Länge ziehen. Von Anfang an schafft es Verblendung zu faszinieren und eine gelungene Atmosphäre zu erzeugen. Die spannende Geschichte von Stieg Larsson trägt ihr übriges dazu bei, dass der Film höchst spannend voranschreitet und den Zuseher immer tiefer in sein Netz zieht. Die Auflösung und der Epilog, wenngleich sehr gelungen, fallen zwar etwas gegenüber den ersten beiden Dritteln ab, aber dies ändert nichts an der Tatsache, dass Verblendung verdammt spannender Stoff ist, den es lohnt zu sehen.
Wertung:
8/10 Punkte

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