Regisseur Chris Bell startet dabei seine Forschungsreise von der eigenen Familie aus. Chris hat selbst Steroide ausprobiert, da er aussehen wollte wie seine Idole aus dem Fernsehen. Mittlerweile ist der davon runter. Bei seinen Brüdern sieht das jedoch anders aus: Mike (Mad Dog) will unbedingt ein großer Wrestler werden. Er hat es zwar schon in die WWF geschafft, wurde da aber nur als Loser eingesetzt, und wieder fallen gelassen. Mark (Smelly) hat seiner Frau versprochen, dass er mit den Steroiden aufhören wird, sobald er seinen Traum erfüllt hat und 700 Pfund drücken kann. Doch als er dies erreicht hat, verrät er, dass er weitermachen will. Von hier ausgehend startet Chris Bell eine Reise durch Amerika und hinterfragt die korrupte Fitnessindustrie…
Der Film behält sich dabei im Kern eine persönliche Note, da er viel Zeit mit der Familie Bell verbringt, und relativ genau nachzeichnet wie es zum Steroidkonsum innerhalb der Familie gekommen ist. Über diese Brücke, hin zu den Actionhelden schlägt sich Chris Bell vor zu einer größeren Dimension, und fühlt der gesamten Fitnessindustrie auf den Zahn. Besonders amüsant ist hierbei das Hinterfragen, der berühmten Vorher-Nachher Fotos, wenn ihm schließlich ein Fotograph verrät, dass er manche solche Bilder schon am selben Tag gemacht hat, und schließlich auch mit Bell selbst ein solches Foto macht. Richtig pikant wird es allerdings, wenn man erfährt, dass in Amerika so gut wie jeder Nahrungsergänzungen herstellen darf, und Bell schließlich mit billigen Aushilfen sein eigenes Supplement herstellt.
Besonders eindrucksvoll wird dies gezeigt, wenn Mark Bell seinen Powerlifting Wettbewerb hat. Beide Eltern und sein Bruder Chris sind streng gegen Steroide, wissen aber dass Mark welche nimmt. Doch sobald er seine Leistung gebracht hat, springen sie hoch und jubeln. Wie man zum Ergebnis kommt zählt nicht, das einzige was zählt ist der Sieg. Und solange diese Mentalität vorherrscht, und es den Sportlern möglich ist zu „betrügen“, werden sie das auch tun. Somit ist Bigger Stronger Faster vor allem ein radikaler Blick auf die Leistungsgesellschaft, der es mit viel Humor schafft sein Thema zu vermitteln. Wenn man dann das Ergebnis dieser Einstellung, in Gestalt des hochgezüchteten Belgian Blue Bull (eine Rinderart, die genetisch so verändert ist, dass sie eine gigantische Muskelmasse mit sich herumträgt) sieht, kann man eigentlich nur mehr hoffen, dass so nicht die Sportler der Zukunft aussehen.
Fazit:
Bigger Stronger Faster wirft einen Blick auf die Kehrseite der Leistungsgesellschaft und schafft es dabei gekonnt hinter die Fassade des Steroidmissbrauchs zu blicken. Dabei bewahrt sich der Film stets einen sehr humorvollen Grundton, mit dem man es gut schafft das ernste Thema ans Publikum zu bringen. Wer den Stil eines Michael Moore schätzt, der wird auch mit Bigger Stronger Faster seine Freude haben. Gelungene Dokumentation!
Wertung:
8/10 Punkte
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Ø Pressewertung: 5,5 /10 |












