Tyson

OT:  Tyson   -  90 Minuten -  Dokumentation 
Tyson
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Filmkritik zu Tyson

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Mike Tyson war ein Phänomen am Boxhimmel. Mit aussergewöhnlicher Kraft, unglaublicher Schnelligkeit und perfekter Technik boxte er sich an die Weltspitze und sorgte für ausverkaufte Hallen und Traumeinschaltquoten. Selbst nachdem er seine Glanzzeit hinter sich hatte schafft er es Millionen einzunehmen, jedoch trieben ihn private Probleme und eine Menge Rückschläge in den finanziellen Ruin. James Toback lässt den Ausnahmeboxer in seiner Doku sein Leben Revue passieren und gewährt dem Zuseher intime Einblicke in „Iron Mike“ Tysons Gedankenwelt.

Gemeinsam mit seinem Trainer und späterem Vormund Cus D’Amato erarbeitete sich Mike Tyson den Weg aus der kriminellen Jugend hin zum gefeierten Sporthelden. 1985, im Alter von 18 Jahren wird Mike Tyson Boxprofi. Ende 1986 ist er bereits Weltmeister – und zwar mit 20 Jahren und 144 Tagen der jüngste Weltmeister in der Geschichte des Boxens. Zu diesem Zeitpunkt sind nicht wenige Experten davon überzeugt, dass das unglaubliche Talent die Szene sogar über 10 Jahre dominieren, und damit zum vielleicht größten Boxer aller Zeiten werden könnte. Doch 1990 verlor er seinen Titel völlig überraschend, und wurde schließlich 1991 wegen Vergewaltigung eingesperrt. Der Stern begann zu sinken…

Wie ist es möglich, dass einer der reichsten Sportler aller Zeiten hoch verschuldet ist? Was treibt einen Menschen dazu seinem Gegner im Ring ein Stück seines Ohrs abzubeissen? Wie kann es überhaupt innerhalb eines einzigem Menschenleben möglich sein, ein solches Talent zu entdecken, zu fördern, und schließlich zu vernichten? James Toback versucht auf diese, und weitere Fragen Antworten zu finden, und er tut dies, in dem er einfach die Person sprechen lässt, der es als einziges möglich ist überhaupt so etwas wie Antworten zu liefern.

Filmisch gesehen ist seine Doku Tyson also vor allem eine längere Aufnahme von Mike Tyson persönlich, der sein Leben Revue passieren lässt, und dabei die Stationen seiner beruflichen, und privaten Karriere abarbeitet. Jeder der bereits mit dem Lebensweg Tysons vertraut ist, der wird auf den ersten Blick nicht allzu viel neues zu sehen bekommen. All jene die den Film nur sehen wollen, um eine Ansammlung von Tysons brutalsten K.O.s zu sehen, werden auch enttäuscht werden, da zwar durchaus Boxaufnahmen vorkommen, diese jedoch eher untergeordnet sind.

Für wen ist Tyson also geeignet? Ganz besonders natürlich für diejenigen, die noch kaum Informationen über die Hintergrundgeschichte rund um den Aufstieg und Fall des Ausnahmeboxers haben, aber auch für die, die zwar im Wesentlichen mit der Geschichte vertraut sind, aber durchaus Interesse haben die Ansichten von Tyson selbst über seine fragwürdigen Momente zu erfahren. Der große Pluspunkt des Films ist nämlich, dass er es tatsächlich schafft in die Gedankenwelt des ehemaligen Champs vorzudringen und die teilweise durchgeknallten Aktionen etwas zu beleuchten.

Muss überhaupt erwähnt werden, dass Interesse für den Boxsport, und Mike Tyson mitgebracht werden sollte? Eigentlich nicht, aber es wäre hiermit dennoch erledigt. Ankreiden muss man jedoch, dass Tyson eigentlich nicht wirklich gewinnbringend mit den filmischen Ressourcen umgeht. Oft handelt es sich um einen reinen Monolog, der durch diverse, leider manchmal unnötige, Spielereien aufgelockert wird. Kritisiert werden muss auch, dass es Tyson leider schlussendlich auch nicht schafft radikal neue Seiten am Leben Tysons zu beleuchten (für alle die schon etwas informiert sind) und somit wohl nicht wirklich für neue Erkenntnisse sorgen wird.

Die fesselnde Geschichte des Ausnahmesportlers Mike Tyson ist es aber, allen Kritikpunkten zum Trotz, dennoch wert erzählt zu werden. Und selbst für Kenner der Geschichte wird es wieder interessant sein noch einmal die Stationen im Auf und Ab dieses Lebens durchzugehen und dabei noch einmal mitzuerleben, wie ein unglaublich talentierter Boxer an seinen eigenen privaten Schwächen, und an seinen äußeren Einflüssen zerbrochen ist. Tyson macht seine Aufgabe somit eigentlich ziemlich gut, und sorgt für einen ansprechenden Filmabend.

Fazit:
Über Mike Tyson gibt es viele Ansichten, und jeder der bereits mit dem Leben des Sportlers vertraut ist, wird in Tyson naturgemäß eher wenig Neues erfahren. Aber dennoch ist es schön die Geschichte dieses Lebens von dem Menschen zu hören, der die Hintergründe am besten kennen muss, und der auch genau erklären kann, wie es wirklich zu vielen Situationen gekommen ist. Der Film bietet dabei einige schöne Momente, und wenngleich das Medium Film nicht wirklich ausgenützt wird, und Tyson eher ein Monolog ist, schafft es der Film dennoch gekonnt das Leben eines sehr talentierten Boxers zu beleuchten, der an sich selbst und seiner Umwelt gescheitert ist. Sehenswert!

Wertung:

7/10 Punkte 

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