Thrilla in Manilla (2008)

OT: Thrilla in Manilla - 100 Minuten - Dokumentation
Thrilla in Manilla (2008)
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Drehbuch:
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Thrilla in Manilla

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Muhammad Ali ist zweifellos einer der schillerndsten Sportler aller Zeiten. Olypmpischer Goldmedaillengewinner, legendärer Boxer und vom IOC zum Sportler des Jahrhunderts gewählt, nur um einmal die sportlichen Aspekte seines Lebens zu erwähnen, ganz zu schweigen von seinem politischen und sozialem Engagement. Bekannt wurde Ali vor allem auch durch seinen ausgeprägten „Smack Talk“, also das psychische fertig machen seiner Gegner vor dem eigentlichen Kampf. Thrilla in Manilla sieht nun auf die andere Seite der Medaille, und zeigt was die Statements Ali’s mit einem seiner größten Konkurrenten angerichtet haben.

Am 01. Oktober 1975 findet in Manilla (Philippinen) einer der größten Boxkämpfe aller Zeiten statt: Der so genannte „Thrilla in Manilla“. Gegenüber stehen sich der Weltmeister im Schwergewicht Muhammad Ali und sein ewiger Rivale „Smokin’“ Joe Frazier. Doch zuerst muss ihre Vorgeschichte erwähnt werden: Als Muhammad Ali sein Weltmeistertitel aberkannt wurde, und er gesperrt wurde, weil er den Wehrdienst in Vietnam verweigert hatte (legendär Ali’s Statement dazu: "I Ain't Got No Quarrel With The VietCong... No VietCong Ever Called Me Nigger") stellte sich Frazier auf seine Seite. Nachdem die Probleme behoben wurden, kam es zum „Kampf des Jahrhunders“ zweier ungeschlagener Weltmeister, den Joe Frazier für sich entscheiden konnte.

Bevor es jedoch zum Rückkampf mit Frazier kam, verlor dieser seinen Titel gegen den ungeschlagenen George Foreman durch eine schwere K.O. Niederlage in der zweiten Runde (Frazier war in den ersten beiden Runden sechs mal zu Boden gegangen). Anschließend folgte der Rückkampf Ali – Frazier, bei dem es nicht um den Titel ging, und den Ali nach Punkten gewinnen konnte. Somit war Ali’s Weg frei um gegen Weltmeister Foreman zu kämpfen. Dieser galt als deutlicher Favorit, da er in 40 Kämpfen ungeschlagen war, und bisher 37 seiner Siege durch K.O. gewann. Doch im sogeannten "Rumble in the Jungle" (ebenfalls einem der bekanntesten und besten Kämpfe aller Zeiten) sorgte Muhammad Ali für die Sensation, in dem er Foreman, vor allem durch seine Ringintelligenz, taktisch ausboxte und schließlich K.O. schlug.

Dies ebnete wiederum den Weg für den "Thrilla in Manilla", dem dritten und letzen Aufeinandertreffen zwischen Joe Frazier und Muhammad Ali. Ali zog dabei sein übliches, medienwirksames Schauspiel ab, überschritt dabei aber selbst für ihn die Grenze des erträglichen, und beleidigte seinen Gegner auf das schlimmste. Hinzu kam, dass Ali äußerst siegessicher in den Kampf ging, da er es schaffte Foreman auszuknocken, der wiederum Frazier problemlos in zwei Runden abserviert hatte. Frazier hingegen bereitete sich verbissen auf den Kampf vor, und schlussendlich sollte das Duell der beiden Boxgrößen, in der brodelnd heißen Arena, eine nie gesehene Ringschlacht werden, bei denen beide Boxer bis weit über ihre Grenzen gingen, und der Tod quasi am Ringrand auf seinen Einsatz wartete…

Das besondere ist, dass die HBO Dokumentation die Ereignisse rund um den Thrilla in Manilla nicht aus der Sicht von Muhammad Ali aufbereitet, sondern man den alternden Joe Frazier in seinem Gym besucht, und ihm das Geschehene Revue passieren lässt. Durch diesen einfachen Schachzug ergibt sich ein ungewohnter Blick auf die Sachlage, da man sehen kann welche emotionalen und psychischen Auswirkungen die verbalen Attacken Ali’s wirklich auf Frazier hatten, und selbst heute noch haben. Dabei gibt es unter anderem faszinierende Szenen, wie beispielsweise wenn ein immer noch enttäuschter Frazier meint, dass Ali’s Parkinson Krankheit die Strafe Gottes ist, für alles was er in seiner Vergangenheit falsch gemacht hat.

Ansonsten bietet die Doku vor allem das, was der Titel verspricht: Eine genaue Auseinandersetzung mit einem der spektakulärsten Boxkämpfe aller Zeiten, und alle die sich für den Sport interessieren, sollten ohne Bedenken jede Gelegenheit nutzen, und Thrilla in Manilla ansehen. Denn einmal abgesehen davon, dass der Boxkampf selbst einfach atemberaubend ist, und beide Athleten hier an ihre absoluten Grenzen gehen, ist die Doku auch gut aufbereitet und bietet einen anderen Blickwinkel auf den, ansonsten immer blind gelobten, Muhammad Ali, der zwar sicher einer der größten Boxer aller Zeiten war, aber mit Sicherheit nicht der Heilige war, als den man ihn oft darstellt. Insgesamt ist Thrilla in Manilla also eine sehr spannende Doku, mit einigen ungewohnten Einblicken. Sehr empfehlenswert!

Fazit:
Einer der größten Kämpfe aller Zeiten, zwischen zweien der besten Boxer aller Zeiten. Das ist schon einmal eine sehr gute Ausgangslage für eine Dokumentation, und noch besser ist, dass man hier wirklich alles richtig gemacht hat, und die damalige Ringschlacht aus der Sicht von Joe Frazier neu beleuchtet. Dabei ergeben sich einige neue Einblicke, und das alles zusätzlich zu einem ohnehin schon grandiosen Boxkampf. Jeder der sich für den Sport interessiert kann mit dieser Doku nichts falsch machen.

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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