G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra

OT:  G.I. Joe - Rise Of Cobra   -  118 Minuten -  Action
G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra
Kinostart: 07.08.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra

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Nach Literatur-, Comic- und Videospielverfilmungen ebnete der weltweite Erfolg von Transformers den Weg für die wohl dubiose Art der Adaption der bisherigen Filmgeschichte: Die Spielzeugverfilmung. Der Zeitpunkt mag kommen, da diese Filme wirklich gute Geschichten zu erzählen haben, aber im Augenblick sind wir davon noch ein gutes Stück entfernt. Transformers 2 hat es ja bereits vorgemacht, und nun folgt G.I. Joe in den selben Pfaden. Eine möglichst simple, dumme Story wird mit peinlichem Humor angereichert und schließlich mit tosender Action überspielt. Das Resultat ist ähnlich wie bei Transformers 2, nur nicht ganz so enttäuschend, da man sich von G.I. Joe gleich von Anfang an nicht allzu viel erwarten konnte.

Captain „Duke“ Hauser (Channing Tatum) hat gemeinsam mit seinem Kumpel und Army-Kollegen „Ripcord“ Weems (Marlon Wayans) den Auftrag eine neue Geheimwaffe zu eskortieren. Doch der Trupp wird überrascht und von einer übermächtigen Terrorgruppe angegriffen. Die Anführerin der Angreifer wird Baroness (Sienna Miller) genannt, und hat eine gemeinsame Vergangenheit mit Duke. Doch es bleibt wenig Zeit für Sentimentalitäten und nur durch die Hilfe der Spezialtruppe G.I. Joe, unter der Leitung von General Clayton „Hawk“ Abernathy (Dennis Quaid) kann die Geheimwaffe gerettet werden. Die Truppe bringt Duke und Ripcord in ihre Basis, wo diese von der technischen Überlegenheit so begeistert sind, dass sie beitreten wollen. Doch COBRA, die Vereinigung unter der Baroness arbeitet, will natürlich nicht so einfach aufgeben…

Zunächst eine gute Nachricht: Wer vorab dank des, eher schwachem, Trailermaterials und der dubiosen Ausgangslage, seine Erwartungen tiefgestapelt hat, wird zumindest insofern überrascht, dass G.I. Joe zumindest verdammt kurzweilig bleibt, was man ja von der ewig langen Konkurrenz Transformers 2 nicht behaupten konnte. Doch nun kommt auch schon die große schlechte Nachricht: Seine Kurzweiligkeit ist auch schon der einzige Pluspunkt den man dem Film anrechnen könnte.

Die Ausgangslage des Films ist dabei so etwas wie die Trashversion eines verworfenen Bonddrehbuchs aus längst vergangenen Zeiten. Gute Agenten kämpfen gegen böse Agenten, wobei man natürlich nicht erst erwähnen muss, dass die guten Agenten die stolzen Amerikaner sind, denn dies gehört ja schon fast zum materialistischem Grundton des G.I. Joe Universums. Dabei setzt man vor allem auf technische Spielereien und unglaublich fähige Übermenschen die sich gegenseitig bekriegen. Menschliche Regungen kommen lediglich durch die obligatorische Love-Story zum Vorschein, ansonsten heißt es vor allem Hirn ab, Action an.

Die Action selbst ist zwar solide, leidet aber daran, dass man gegenüber dem, ähnlich mauen, Transformers 2 effekttechnisch auf ganzer Linie untergeht. Besonders die Sets muten unglaublich künstlich an, und verspüren leider nur B-Movie Flair. Das große Problem ist jedoch, dass die Action ein bloßes Mittel zum Zweck ist, und sich nicht organisch in die Geschichte einfügt. Diese besteht nämlich nur darin, dass eine Partei die andere Partei aus diversen Gründen verfolgt, und im Zuge dieser Verfolgungsjagden eine Menge Krach geschlagen wird.

Die Charakterentwicklung der Figuren bewegt sich durchwegs auch auf, natürlich völlig überzogenem und unglaubwürdigem, B-Movie Niveau. Dies beginnt bereits bei dem Hauptdarstellerpaar Duke/Baroness, zieht sich auf Grund deren Hintergrundgeschichte auch auf den Hauptbösewicht aus (was hier nicht näher beleuchtet wird, um den Überraschungseffekt nicht zu verderben, aber es sollte nicht allzu schwer zu erraten sein, wer am Ende als Schurke präsentiert wird) und geht über den Sidekick Ripcord bis hin zu den beiden „grauen Emminenzen“ Hawk und Waffenhändler McCullen, die allesamt nur ihre berechnenden Funktionen erfüllen, ohne jemals wirklich interessant zu wirken. Wie man es eben aus jedem x-beliebigen B-Movie kennt.

Dabei wird es natürlich nicht versäumt, dass man am Ende alle Türen weit für eine Fortsetzung öffnet. Überraschend ist jedoch, dass diese gar nicht so schlecht in Position gebracht wird, wobei sich natürlich dennoch die Frage stellt wer überhaupt noch einen zweiten Teil sehen will. G.I. Joe (der wohl besser CGI Joe heißen sollte) ist zwar nicht so schlecht wie man befürchten konnte, da der Film in all seinen Fehlern und Dümmlichkeiten zumindest stets kurzweilig bleibt, aber recht viel mehr als ein glatt gebügeltes B-Movie mit hohem Geldverschleiß und nicht unbedingt astreinen Effekten, ist leider nicht dabei herausgekommen. Wer aber mit Transformers 2 seinen Spaß hatte, und generell einer No-Brainer Unterhaltung nicht abgeneigt ist, kann gerne einen Blick riskieren.

Fazit:
Im Vorfeld musste man bereits vom schlimmsten ausgehen, doch ganz so desaströs wie erwartet ist G.I. Joe nun doch nicht geworden. Im Wesentlichen handelt es sich um ein durchaus kurzweiliges und dämliches B-Movie, die Enttäuschung macht sich erst breit wenn man beachtet, dass es sich eigentlich um einen potentiellen Sommerblockbuster handelt, der mit einem Millionenbudget ausgestattet ist. Doch Stephen Sommers ist ja seit jeher für seine eher dumpfen Filme bekannt, die aus mysteriösen Gründen immer wieder ihr Publikum finden. G.I. Joe ist jedenfalls ein sehr mäßiger Film, der zwar oft haarsträubend dämlich und klischeebeladen ist, der sich aber zumindest nicht vorwerfen lassen muss, dass er langweilig ist. Somit kann er zumindest einen Teilerfolg gegenüber Transformers 2 feiern.

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 5.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 15
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