Taking Woodstock

OT:  Taking Woodstock   -  110 Minuten -  Komödie 
Taking Woodstock
Kinostart: 04.09.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Taking Woodstock

Von am

Ang Lee ist zweifellos ein großer Regisseur, wenngleich er mit seinem ruhigen und schwermütigen Stil sicher nicht alle Filmfans auf seine Seite ziehen kann. Seine letzten beiden Filme, Brokeback Mountain und Gefahr und Begierde, brachten ihm einen Oscar als Bester Regisseur und zwei Goldene Löwen beim Filmfestival in Venedig ein. Mit Taking Woodstock verlässt Lee jedoch nun die gewohnten Pfade der schwermütigen Dramen, und versucht sich an einer spritzigen Coming-of-Geschichte die sich durchwegs leichtfüßig und unterhaltsam gibt.

Elliot Teichberg (Demetri Martin) hilft jeden Sommer seinen Eltern aus, die in der Kleinstadt Bethel ein Motel betreiben. Die Geschäfte laufen nicht gerade rosig, und auch die Bank macht Probleme, sodass man durchaus nicht abgeneigt ist sich auf Alternativen einzulassen. Eine solche Alternative bietet sich, als der Ort Wallkill es ablehnt das Woodstock Festival auszurichten, und die Festivalbetreiber einen neuen Ort suchen. Elliot setzt sich mit den Organisatoren in Verbindung und schlägt vor das Festival in Bethel abzuhalten. Der Ort scheint perfekt, und die Zukunft des Familienmotels wäre damit gesichert, doch keiner hätte damit gerechnet dass das Festival einen so unglaublichen Ansturm bei den Hippies auslösen würde, und somit bricht schon bald die gesamte Infrastruktur der Umgebung zusammen…

Ang Lee stützt sich bei seinem neuesten Film vor allem auf der wahren Geschichte von Elliot Teichberg, doch wer glaubt, dass sich Ang Lee mit seiner Woodstock-Komödie auf die Pfade des Mainstreams verschlagen hat, der irrt gewaltig. Das Gegenteil ist nämlich der Fall, denn Lee’s Ansatz beinhaltet quasi einen Woodstock-Film ohne Woodstock. Denn wir sehen zwar das rege Treiben rund um die Vorbereitung des Festivals und die Erlebnisse rund ums Festivals, von den Musikern und der Bühne bekommen wir aber nur eine entfernte Silhouette zu sehen, und das Festival wird eigentlich nur als Aufhänger benutzt um den amüsanten Charakteren beim Leben zuzusehen.

Das Zentrum bietet dabei die Entwicklung von Elliot Teichberg der versucht dem Nest seiner schrulligen Eltern (Imelda Staunton und Henry Goodman) zu entfliehen und seine eigenen Erfahrungen zu machen. Mit dem Festival, und der damit verbundenen Ansammlung an jungen und durchgeknallten Charakteren, bietet sich auch die optimale Plattform um Erfahrungen abseits des normalem zu sammeln. Die Aufgabe des Zusehers ist es dabei vorwiegend mit der Kamera mitzuschweben und die Atmosphäre in sich aufzunehmen.

Ang Lee ist natürlich ein kraftvoller Name im Filmbusiness, und wenn ein Regisseur wie er ruft, dann kommen auch einige namhafte Darsteller, um sich für relativ kleine Rollen herzugeben. Denn die Hauptrolle ist dem weitgehend unbekannten Demetri Martin zugefallen, der sich auch sehr gut durch den Film schlägt und wahrscheinlich auch gerade wegen seines unverbrauchten Gesichts so überzeugend wirkt. Höchst amüsant ist auch der kleine Auftritt von Liev Schreiber als transsexuelle Sicherheitskraft, der es als einziger „Gaststar“ schafft so richtig zu überzeugen. Emile Hirsch wirkt leicht deplaziert als Vietnamveteran und die Auftritte von Paul Dano und Jeffrey Dean Morgan sind so klein und unwichtig, dass sie wohl nur mitgemacht haben um auch dabei zu sein.

Taking Woodstock ist in seiner gesamten Fülle ein leichtfüßiger und unterhaltsamer, kaleidoskopartiger Blick auf das Treiben rund um das Woodstock Festival und schafft es zwar für einen kurzweiligen Kinoabend zu sorgen, die große Klasse anderer Ang Lee Filme erreicht er dabei aber nicht. Dazu gibt sich Lee auch stilistisch etwas zu verspielt, was vor allem auf die eigentlich unnützen Split-Screen Aufnahmen zutrifft. Da Taking Woodstock aber ansonsten solide Unterhaltung abseits des Mainstreams bietet, kann man sich einen Kinobesuch durchaus überlegen.

Fazit:
Ang Lee versucht sich nach seinen eher schwermütigen und vor allem ernsten letzten Filmen mit Taking Woodstock an einer leichtfüßigen Komödie. Dieser Ansatz ist auch gut aufgegangen, schafft es Lee doch gekonnt frischen Wind mitzubringen und durch gelungene Ideen zu überzeugen. Die Klasse seiner letzten Filme erreicht er jedoch nicht, und somit sorgt Taking Woodstock zwar für einen kurzweiligen Kinoabend, wird aber im Oeuvre Lees nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Wertung:

7/10 Punkte 

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 6
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