James Bond 007 - Im Angesicht des Todes

OT: -  131 Minuten -  Agenten / Thriller
James Bond 007 - Im Angesicht des Todes
Kinostart: 08.08.1985
DVD-Start: 12.10.2012 - Blu-ray-Start: 01.03.2013
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Filmkritik zu James Bond 007 - Im Angesicht des Todes

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Da geht er nun also dahin, der zweite James Bond: Roger Moore. Nach sieben Einsätzen war für ihn Mitte der Achtziger nun also Schluss. Die Franchise sollte zeitgemäß modernisiert werden und damit musste der inzwischen auch schon 58 Jahre alte Brite seinen Platz räumen. Sein Abschied ist innerhalb der Reihe beileibe kein Höhepunkt, aber dafür ein Abgang mit Stil und Würde. Eben so, wie man sich es für einen altgedienten, liebgewonnenen Agenten wünscht.

Franchise-Dino Richard Maibaum („Goldfinger“, „Licence to Kill”) und Produzent Michael G. Wilson („For Your Eyes Only”, „Octopussy”) schrieben dem längst zum Inventar zählenden Regisseur John Glen („Octopussy“, „Licence to Kill“) einen aktuellen Plot, der sich nicht mehr mit überholten Feindbildern, sondern der keimenden Computerchip-Technologie beschäftigte. Die droht nämlich in die Hand des hochintelligenten Max Zorin (Christopher Walken, „King of New York“, „The Prophecy“) zu fallen, weil dieser plant Silicon Valley zu vernichten, um so den Weltmarkt allein zu beherrschen. Keine leichte Aufgabe für den britischen Geheimagenten, auch weil der unberechenbare Millionär geburtsbedingt einen psychologischen Knacks weg hat.

„A View to Kill“ setzt nicht nur auf Kontinuität hinsichtlich seiner Macher, sondern knüpft wieder an den Trend an, weniger auf technische Q-Gimmicks zu setzen, weniger Action und weniger Albernheiten zu präsentieren. Die optischen Schauwerte werden zurückgefahren und exotische Schauplätze fallen gänzlich flach. Die Franchise wurde nüchterner, damit auch realer, aber nicht unbedingt besser, weil die famosen Actionszenen nun mal zu Bond einfach dazugehörten. Der mal wieder tadellose Ski-Auftakt in verschneiten Höhen, inklusive einer augenzwinkernden Snowboard-Einlage inklusive eines Abgangs im Mini-U-Boot, wo dann franchisegemäß auch gleiche eine hübsche, willige Agentin wartet, die Bond mit nur wenigen Worten betören muss, lässt dabei auf mehr hoffen als das Abenteuer dann letztlich bieten kann.

Roger Moore zeigt sich ein letztes Mal mit urbritischen, trockenem Humor in Form, ist in den Actionszenen freilich nicht mehr ganz so behände, lässt seinen Charakter aber nie im Stich, als dass er sich fast im Rentenalter befindliche Agent sich hier in irgendeiner Szene peinlich aus der Affäre ziehen muss. Im Vergleich zu vorherigen Abenteuern muss er, und das kommt seinem Alter entgegen, sich weniger mit Handlangern herumschlagen, sondern ganz bodenständige Agentenarbeiten verrichten: Recherchieren, spionieren, nachforschen und weniger mit der Brechstange agieren. Mit dem leider sehr früh aus der Handlung scheidenden „The Avengers“ – Urgestein Patrick Macnee hat er zudem einen Partner an seiner Seite, mit dem er sich prima die Bälle zuwerfen kann.

Überhaupt lebt der 14. Bond-Film sehr von der tollen Besetzung. Der sich öffentlich als weltoffener, gebildeter Geschäftsmann gebärende Christopher Walken ist als skrupelloser Bond-Bösewicht, dem die Situation nie zu entgleiten scheint, in einer diabolischen Performance, die er dann später in seiner Karriere noch perfektionieren sollte, während Grace Jones („Conan the Destroyer“) eine der exotischsten und stärksten Bond-Girl darstellt, die die Reihe jemals gesehen hat. Tanya Roberts („Sheena“) als eigentliche love interest bleibt hingegen leider sehr austauschbar und Lois Maxwell mimte ein letztes Mal Miss Moneypenny, bevor sie in die wohlverdiente Rente ging. Dolph Lundgren („Showdown in Little Tokyo“, „Silent Trigger“) schnuppert hier bekanntlich, das sei ergänzend erwähnt, in einer kleinen Rolle als Bodyguard auch zum ersten Mal Filmluft, bevor er dann wenig später gegen Sylvester Stallone antrat.

Neben den technisch natürlich makellos umgesetzten, rasanten Jagden, die diesmal unter anderem am Pariser Eiffelturm stattfinden und de Showdown auf die Golden Gate Bridge verlegen, braucht sich dieser Teil selbstverständlich in keiner Weise vor aktuellen Produktionen verstecken, denn damals bürgte die Reihe zumindest in dieser Hinsicht noch für Qualität.

Das Tempo des Films ist für Bonds Verhältnisse relativ gemächlich. Die Observation von Zoran und seinem Treiben auf dem Gestüt nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und obwohl das Tempo nie verschleppt wird, hätte man sich speziell hier etwas mehr Zug in der Handlung erwünscht. Man kommt kaum daran vorbei zu konstatieren, dass „„A View to Kill“ ähnlich wie seine Vorgänger, rein von Spannung her, nicht gänzlich mit aktuellen Produktionen, wie sie damals aus Amerika kamen (z. B. „Remo Williams: The Adventure Begins“, die Amis hatten den abgedankten Guy Hamilton noch mal reaktiviert), mithielten. Ganz anders, nämlich stilistisch ganz im Trend der Vorgänger liegend, sorgt Komponist John Barry, ebenfalls schon lange genug dabei, für altgediente Klänge. Der umstrittene Titelsong von Duran Duran passt dann auch ganz gut zum Zeitgeist.

Fazit:
Ordentliches letztes Kapitel für Roger Moore, der eine Lücke hinterließ, die Timothy Dalton nie so ganz zu schließen vermochte. Die sorgfältige Besetzung lässt ein paar Temposchwierigkeiten verzeihen, auch weil die dosierte Action stimmt, Moore Bond immer noch mit Stil gibt und der überraschend zeitgemäße Plot ausnahmsweise mal nicht, obwohl es die Gelegenheit dazugab, Ost und West gegeneinander auszuspielen. Man hatte die Zeichen der Zeit also auch erkannt, so oder so.

 

Wertung:

7/10 Punkte

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