The Host

OT: -  119 Minuten -  SciFi / Drama
The Host
Kinostart: 22.06.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Host

Von am

"A terrific hybrid genre fantasy (...), a monster movie and a science fiction thriller, but also a comedy, a family drama, a political critique and, at times, a seriously scary freak-out". Diesen Satz schrieb die New York Times über Südkoreas Boxoffice König The Host. Der Film spielte alleine in seinem Heimatland über 100 Millionen Dollar ein und insgesamt wurden im 48 Millionen-Land über 13 Millionen Eintrittskarten verkauft, was bedeutet dass fast jeder dritte Südkoreaner den Film gesehen hat. Auf dem letztjährigen Cannes-Festival wurde The Host dann auch der westlichen Welt präsentiert und wurde von den Kritikern und vom Publikum hoch gelobt. Auch ein Hollywoodremake des Films ist bereits geplant und die Universal Studios konnten den Streit um die Remakerechte für sich gewinnen. Dennoch sollte sich jeder interessierte Zuseher die Originalversion ansehen, denn erfahrungsgemäß kann man sagen dass das Remake wohl nicht dessen Qualität haben wird.

 

Es ist ein sonniger, schöner und warmer Tag in Seoul. An der Promenade entlang des Flusses Han spazieren die Menschen fröhlich dahin, oder sie entspannen sich gemütlich am Flussufer. Kang-du (Kang-ho Song) und dessen Vater gehört ein Kiosk am Flussufer und auch heute müssen sie wieder arbeiten, obwohl Kang-du seine Zeit eher damit verbringt im Kiosk zu schlafen. Wie wir später erfahren sollen hängt seine Schläfrigkeit mit einer Krankheit zusammen. Als seine Tochter Hyun-seo (Ah-sung Ko) nach Hause kommt, wollen sie gemeinsam Kang-dus Schwester im Fernsehen sehen, die bei der koreanischen Bogenschießmeisterschaft eine Favoriten ist.

 

Doch da entsteigt plötzlich ein merkwürdiges, riesiges Wesen aus dem Fluss und jagd die Menschen quer über die Promenade. Es ist hungrig und jeder der sich ihm in den Weg stellt, ist dem Tod geweiht. Als Kang-du und seine Tochter fliehen stürtzen sie und das Monster fängt Hyun-seo mit seinem Schwanz und nimmt es mit. Kang-du, sein alkoholabhängiger Bruder, seine bogenschießende Schwester und sein Vater trauern um den Verlust und werden von der Regierung in Quarantäne gebracht, da von dem Wesen eine Virengefahr ausgeht. Doch da erreicht Kang-du plötzlich ein Anruf seiner Tochter. Sie lebt noch und wurde von dem Monster in dessen Versteck gebracht. Nun muss sich die Familie zusammenraufen und sich gemeinsam auf die Suche machen. Sie brechen aus der Quarantäne aus und müssen das Monster suchen, werden aber gleichzeitig von der Polizei gejagd...

 

Zwar mag es nach dieser Inhaltsangabe nicht so klingen, aber die Idee zu The Host basiert auf einem wahren Ereignis. Die erste Szene des Films, weswegen das Monster mutiert, ist genau so tatsächlich Vorgefallen: Im Jahr 2000 hatte ein Angestellter des US-Militärs seinen Assistenten angeordnet eine riesige Menge an abgelaufenen Chemikalin einfach in den Han zu kippen. Das aufdecken dieses Umweltskandals war für Regisseur Joon-ho Bong ein wichtiger Tag: Bereits seit seinen Schultagen träumte er davon einen Monsterfilm zu drehen. Als er damals in der Klasse saß sah er beim Fenster raus und entdeckte eine schwarze Masse, die sich den Stützpfeiler der Jamsil Brücke hochbewegte. Bis heute weiß er nicht was das damals war, aber sein Wunsch einen Monsterfilm zu drehen war geweckt. Doch erst durch den oben angesprochenen Umweltskandal nahm sein Gedanke Formen an und er konnte die Brücke zur Realität schlagen.

 

The Host ist ganz und gar ein besonderer Film. Etwas aussergewöhnliches fällt bereits in den ersten 15 Minuten auf: Normalerweise zeigt ein FIlm dieser Kategorie sein Monster immer nur schemenhaft und beginnt mehr und mehr im Zuseher das Verlangen zu wecken endlich das Ungeheuer als Ganzes betrachten zu können. Paradebeispiel hier ist Steven Spielbergs Der Weiße Hai, der es perfekt vormachte wie man im Zuseher gleichzeitig Furcht schürt, aber auch sein Interesse für die Kreatur weckt. The Host ist in diesem Punkt ganz anders: Bereits zu Beginn sieht man das mutierte Monster in seiner vollen Größe und der erste Angriff der Kreatur am Hanufer gehört zu den aussergewöhnlichsten Momenten, die je ein Monsterfilm gezeigt hat. Überraschend und großartig inszeniert wird der Zuseher ins kalte Wasser geworfen und The Host zeigt bereits von Anfang an welche Qualitäten in ihm schlummern.

 

Doch dies bleibt bei weitem nicht das einzig besondere an diesem Film. Das Monster selbst bekommt überraschend wenig Screen-Time und der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem Verhältnis der dysfunktionalen Familie, die sich gleichzeitig gegen die Regierung, als auch gegen das Ungeheuer wehren muss. Hier werden keine unbezwingbaren Helden in den Kampf geworfen, sondern ganz normale Menschen, die sich aus ganz nachvollziehbaren Gründen dem Monster entgegen stellen müssen. Im Zusammenspiel der einzelnen Figuren liegt einer der großen Stärken des Films, und diese weiß Regisseur Joon-ho Bong auch sehr gut auszuspielen. Weiters sind die sozialkritischen Untertöne die der Film anschlägt sicher als herausragend zu bezeichnen. Besonders amerikakritische Kommentare scheinen es Joon-ho Bong angetan zu haben und sein leichtes überzeichnen der "Krieg gegen Alles" Einstellung ist einfach zum Brüllen komisch.

 

Das Monster selbst ist als möglichst realistische Mutation angelegt und kann sich als amphibisches Wesen sowohl im Wasser, als auch an Land fortbewegen. Wunderschön anzusehen sind die beinahe grazilen Bewegungen, wenn sich das Monster entlang einer Brück hangelt und saltoschlagend durch die Gegend springt. Zuerst sollten die Effektspezialisten von Weta, die bereits das Herr der Ringe Projekt und King Kong ermöglichten, die Special Effects gestalten, aber das Budget des FIlms war dann doch zu niedrig und so konnte sich die Effekttruppe aus Harry Potter und der Feuerkelch und Sin City ans Werk machen um dem Film ihren Stempel aufzudrücken. Und beschweren kann man sich auf keinen Fall: The Host sieht einfach sehr gut aus.

 

Ein leichter Kritikpunkt schleicht sich aber dennoch ein: Zwar ist der Genremix aus Familiendrama, Komödie, SciFi und Satire hervorragend gelungen, aber eine Komponente kommt leider doch zu kurz. Auf Horrorebene kann dieser Film leider gar nicht überzeugen und die Kreatur ist weder zum Fürchten, noch wird sie den Zuseher ausserhalb des Films irgendwie beunruhigen, wie es zum Beispiel bei Der weiße Hai der Fall war. Doch dies bleibt der einzige Kratzer auf der Oberlfläche dieses hervorragenden Werkes. The Host ist kurzweilig, witzig und kritisch und es macht einfach verdammt viel Spaß sich diesen Film anzusehen. Von mir gibt es einen klaren Daumen nach oben und eine Kinoempfehlung für alle geneigten Zuseher.

 

Fazit:

The Host ist ein wunderbar kurzweiliger Film, der den Kampf einer dysfunktionalen Familie gegen ein schier unbezwingbares Monster zeigt und der einfach von Anfang an sehr viel Spaß macht. Besonders die kritischen Töne die der Film an einigen Stellen anschlägt sind sehr gelungen und regen in ihrer überspitzten Darstellung doch zum Schmunzeln an. Nur auf der Horrorebene scheitert der Film und kann dem Zuseher nie das Fürchten lehren. Auf dieser Ebene gibt es bessere Monsterfilme, doch jeder der einmal einen unkonventionellen, aussergewöhnlichen Film sehen will, soll einen Blick riskieren.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Liste von Cineast90
Erstellt: 09.06.2013