Into the Blue

OT: -  102 Minuten -  Abenteuer / Thriller
Into the Blue
Kinostart: 13.10.2005
DVD-Start: 11.04.2014 - Blu-ray-Start: 11.04.2014
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Filmkritik zu Into the Blue

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Dem finanziell katastrophal schwachem Kinojahr 2005 hatte im Herbst Regisseur John Stockwell mit „Into the Blue“ leider auch nicht mehr viel entgegenzusetzen. Deshalb enttäuschte sein neuester Film genauso an den Kinokassen, wie bereits viele höher budgetierte, potentielle Blockbuster vor ihm. Immerhin gereichte es bei ihm aber noch zu einem rundum unterhaltsamen Feel-Good-Movie, an dem sich alle Jacques-Cousteau-Fans wahrhaft ergötzen dürfen, denn Stockwell macht genau dort weiter, wo er bei „Blue Crush“ aufhörte.

Seinen Schauplatz, die Bahamas, inszeniert er mit der schönsten Traumurlaubsoptik, die man sich vorstellen kann und aus unzähligen Broschüren kennt, wenn man sich mal wieder in den Urlaub träumt. Darin ist Stockwell bekanntlich ein Virtuose und wenn er in Hollywood einmal arbeitslos wird, fängt er eben eine Nebenbeschäftigung als Dokumentarfilmer an. Maritime Stoffe sind jedenfalls genau sein Ding. Auf diesem Gebiet ist er ein Ästhet, wie es in der Traumfabrik kaum einen zweiten gibt – ein Michael Bay unter Wasser.

Diese makellose, bis ins letzte Bild gestylte, unglaublich faszinierende Optik mit passender Musik (u.a. „Time of our lives“ by Paul van Dyk) hat der Film allerdings auch bitternötig, denn Drehbuchverbrecher Matt Johnson, der bereits schon das Skript zum unterirdischen „Torque“ verbrach, fällt so schrecklich viel nicht ein, was er denn nun mit Steilvorlage anfangen soll. Deshalb gibt es auch nur blass gezeichnete Stereotypen und einen Plot vom Reißbrett, der lediglich die letzte halbe Stunde Fahrt aufnimmt und dann in einen, im Rahmen der Altersfreigabe, harten Actionthriller auf See umkippt.  Allerdings gibt sich hier auch keiner der Protagonisten redlich Mühe mit irgendwelchen schauspielerischen Qualitäten zu glänzen. Walker ist eben der gebräunte Sunnyboy mit den einstudierten Gesichtsausdrücken, Jessica Alba muss eigentlich nur gut aussehen, Scott Caan den alten Kumpel geben und Ashley Scott gerade so unsympathisch und überflüssig sein, dass man sie später nicht vermisst.

Storygemäß sind Jared (Paul Walker, „The Fast and the Furious”, „Timeline”) und Sam (Jessica Alba, „Sin City”, „Fantastic Four”) jedenfalls ein innig verliebtes Pärchen, das sich auf den Bahamas geradeso über Wasser halten kann und in einer heruntergekommenen Hütte wohnt. Sie arbeitet in einem Meeresfreizeitpark und er als Tauchbegleiter für dickbäuchige Touristen. Als Jareds Kumpel Bryce (Scott Caan, „American Outlaws“, „In Enemy Hands“), ein erfolgreicher Yuppie-Anwalt, mit seiner gerade frisch kennengelernten Freundin Amanda (Ashley Scott, „Walking Tall“, „Trespassing“) im Schlepptau zwecks Kurzurlaub vom Festland rüberfliegt und die vier spontan einen Ausflug aufs Meer unternehmen, mit Jetskis umherrasen und eine Runde tauchen, stoßen sie nicht nur auf Hinweise eines legendären Wracks, sondern ein paar Meter weiter auch auf einen abgestürzten Jet voller Drogen. Sich ihren Plan zurechtschmiedend, wollen sie aber zunächst die Fundstelle registrieren lassen und erst später die Polizei benachrichtigen, weil die vermutlich die Umgebung weiträumig zur Sperrzone erklären würde und man nicht mehr die Gelegenheit bekäme das Wrack zu identifizieren und sich damit die Rechte daran zu sichern.

Tauchen, tauchen und tauchen. Um nicht mehr geht es eigentlich in der ersten Stunde. Kameramann und Second Unit Director Peter Zuccarini (u.a. auch „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl”) filmt sich zusammen mit Stockwell ein plakatives Werbevideo oberster Güte zurecht. Obwohl die Tauchgänge keinesfalls so ausführlich ausfallen müssten, sind sie die Essenz des Films. Das klare, hellblaue Wasser, die exotische Fischwelt mit Rochen und Fischchen, der weiße Sand und last but not least die berechnend gecasteten Hollywood-Beaus, von denen besonders Jessica Alba nur noch das Nötigste bedeckt, sorgen für Schauwerte, an denen der Zuschauer sich nicht satt sehen kann und darf. Ein paar obligatorische Unterwasserprobleme, wie eingeklemmte Gliedmaße und zuneige gehende Sauerstoffflaschen knabbern ein wenig an den Zuschauernerven, sind allerdings eigentlich nur Appetithappen und nicht weiter von Belang.

Denn kaum aufgetaucht und über Wasser, gilt es das Gehirn wegzuschnüren. Dort gibt es zwar auch schöne Strände, die ewig strahlende Sonne, deren Untergänge am Horizont und einen hellblauen Himmel, aber leider auch Dialoge und so etwas wie eine angerissene Alibihandlung: Während Jared und Sam, ganz die redlichen, moralischen Inselbewohner, mit Drogen nichts zu tun haben wollen, kommen Bryce und Amanda auf die unendlich dumme Idee ihren Pfund dem lokalen Drogenhändler anzubieten. Wie dumm, dass der in Kontakt mit dem Besitzer steht, der flugs mit seiner Yacht angekachelt kommt, die beiden als Geisel nimmt und Jared nun auffordert innerhalb von 12 Stunden sein komplettes Eigentum aus dem Boot zu holen und ihm zu übergeben...

Dass das nicht wie geplant verläuft, sollte klar sein. Sogar Jared dämmert es schnell, dass der schnöde Mammon im Leben nicht zählt, sondern die Liebe und die befindet sich, weil weitere lokale Kräfte auch noch falsch spielen, auch bald in den Händen des Drogenbosses. Die Prämisse ist der Auftakt zum Finale, das in etwa die letzte halbe Stunde einnimmt und mit einem, für PG-13-Verhältnisse, fiesen Haibiss eingeleitet wird. Überhaupt ist der Film zwar offensichtlich auf die jugendgerechte Freigabe angelegt, hat aber zum Schluss ein paar böse Momente.

Denn während Sam über Wasser ums Leben kämpft, anderen Leuten Hände abhackt, die Finger einklemmt oder sie von gleich hungrigen Haien zerfleischen lässt, muss Jared unter Wasser Harpunen ausweichen, selbst welche abschießen, sich im Flugzeug-Wrack balgen, erwürgen und Sauerstoffflaschen zu Torpedos umfunktionieren. Harpunengeschossen surren in Köpfe, Haie werden aufmerksam, überall ein einziges Tohuwabohu aus Luftblasen und schnellen Schnitten, sowie portioniertem CGI-Blut-Einsatz. Das Finale macht in seinem Rahmen tatsächlich richtig Laune und bildet letztlich dann auch einen zufriedenstellenden Abschluss.

Fazit:
Wer „Blue Crush“ mochte, wird auch an „Into The Blue“ seinen Spaß haben. John Stockwell drehte hier erneut anspruchslos und für die Augen - ein Eyecatcher halt. Mehr habe ich hier auch nicht erwartet. Sicher, zur Filmmitte dehnen sich die Tauchgänge dann schon ein wenig, aber die Optik ist wirklich umwerfend und damit meine ich nicht nur Jessica Alba. „Into The Blue“ ist ein oberflächlicher Film, an dem man sich 105 Minuten lang nicht satt sehen kann. Die Unterwasseraufnahmen sind umwerfend und die letzten 30 Minuten auch endlich actionreich genug, um noch etwas Spannung, Blut und Gewalt unterzubringen. Das PG-13-Rating schadet hier ausnahmsweise einmal nicht. Zurücklehnen, DVD einwerfen und sich von den traumhaften Bildern berieseln lassen. Vorzugsweise für kalte Winterabende geeignet.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013