The Hangover

OT:  The Hangover   -  100 Minuten -  Komödie 
The Hangover
Kinostart: 23.07.2008
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Hangover

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Was ist denn hier los? Da zaubert doch Regisseur Todd Phillips nach soliden Komödie wie Road Trip, Old School oder Starsky und Hutch einen Kracher aus dem Hut, den so wohl keiner erwartet hätte: In den USA entwickelte sich Hangover (vermutlich vor allem dank ausgezeichneter Mund zu Mund Propaganda) zu dem Überraschungshit der Saison und spülte alleine dort über 200 Millionen Dollar in die Kassen, was eines der besten Ergebnisse für eine R-Rated Komödie aller Zeiten bedeutet. Und während man normal dank zweifelhaften Nummer 1 US-Komödien wie Epic Movie eher vorsichtig sein sollte, kann man hier Entwarnung geben: Hangover ist das wohl witzigste Stück Film seit einer langen Zeit.

Doug (Justin Bartha) will seine Freundin Tracy (Sasha Barrese) heiraten, doch bevor es soweit ist, muss natürlich noch der Junggesellenabschied gefeiert werden. Gemeinsam mit seinen Freunden Phil (Bradley Cooper) und Stu (Ed Helms) und seinem künftigen Schwager Alan (Zach Galifianakis) reist er im Auto des Schwiegervaters nach Las Vegas um noch einmal ordentlich die Sau rauszulassen. Man nimmt sich also eine standesgemäße Suite und beginnt das Besäufnis. Dann kommt der nächste Tag, das Zimmer ist verwüstet, ein Baby, ein Huhn und ein Tiger sind da, aber dafür fehlt Bräutigam Doug. Man muss sich also auf die Spuren der letzten Nacht begeben, um herauszufinden was geschehen ist, und wo man Doug gelassen hat...

Die meisten werden zunächst einmal skeptisch sein, erinnert die Inhaltsangabe doch eher an eine Mischung aus Ey Mann, wo is’ mein Auto? und Fear and Loathing in Las Vegas. Doch wer hier einen geistigen Durchfall mit flachen Witzen und stereotypen Charakteren erwartet, der liegt völlig falsch. Denn Hangover schafft es seinen Stil voll durchzuziehen, eine Gagfrequenz wie aus dem Maschinengewehr zu erreichen und dabei vor allem durch völlig durchgeknallte Einfälle zu punkten. Kurz gesagt: Hangover ist die beste nicht-Apatow Komödie seit verdammt langer Zeit und schafft es unglaublich gut zu unterhalten.

Dies beginnt damit, dass der Film seine Geschichte äußerst raffiniert erzählt und den Zuseher alleine durch diesen Kniff verblüffen kann. Zunächst werden wir darüber informiert, dass der Trip nach Vergas nach hinten losgegangen ist, und erst dann sehen wir wie sich das Quartett aufmacht. Schließlich sehen wir nur den Beginn der feucht-fröhlichen Nacht, und anschließend daran werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt, und werden in die Position der Hauptdarsteller geschubst, die selbst keine Ahnung haben was vorgefallen ist, sodass man einen Heidenspaß hat zu beobachten wie sie nach und nach das Rätsel entwirren.

Dabei eilt das Trio von Station zu Station um den Abend zu rekonstruieren und so Doug zu finden, und es ist dabei schön, dass es keine Rückblenden gibt, die den Abend zeigen, sondern lediglich Reaktionen der Leute auf das Trio und Erzählungen (einmal von einer Überwachungsaufnahme abgesehen), die Rückschlüsse auf den Verlauf des Abends ermöglichen. Somit vermeidet Hangover den einfachen Weg und schafft es auf durchdachte Weise den Zuseher zu überraschen und zu unterhalten.

Die Gags zieht Hangover dabei vor allem aus herrlichem Wortwitz, völlig abstrusen Situationen und den Charakteren, die sich dabei als sehr gut konstruiert erweisen. Denn man vermeidet es geschickt ins Klischee abzudriften. So gibt Bradley Cooper zwar klar den Anführer, aber nicht im klassischen Sinne, da er selbst keinen Plan zu haben scheint, und Ed Helms gibt zwar den nerdigen Verlierertyp, dessen Charakter sich aber im Verlauf des Films wendet und Zach Galifianakis, als wahrscheinlich unterhaltsamster der Darsteller, punktet zwar mit Brachialkomik, aber auf solch ungewohnte Weise, dass es frisch und unverbraucht wirkt. Justin Bartha hat leider eine etwas undankbare Rolle, da er über weite Strecken vermisst wird. Dafür bekommen wir einen schwer unterhaltsamen Gastauftritt von Mike Tyson, der zwar kein großer Schauspieler ist, aber die Lacher trotzdem auf seiner Seite hat.

Es ist schwer zu beschreiben was genau an Hangover so verdammt gut funktioniert, aber die Gagdichte ist unglaublich hoch, und zusätzlich handelt es sich um recht kreative Gags, sodass der Film insgesamt zum Brüllen komisch ist, und sich wohl kaum jemand seinem Charme entziehen kann. Ausserdem, so banal und verbraucht sich die Story auch anhört, so raffiniert und witzig ist sie im Endeffekt, und obwohl im Vorfeld viele sicher skeptisch sein werden, ist Hangover das was man als künftigen Kultfilm bezeichnen kann, denn etwas witzigeres war schon lange nicht mehr im Kino, und es würde mich sehr überraschen wenn es noch ein Film schaffen könnte Hangover den Titel "Komödie des Jahres" streitig zu machen. Denn ein solch unerwarteter Volltreffer ins Schwarze ist selten, und es gibt auch wirklich gar keine Ausrede diesen Partykracher auszulassen.

Fazit:
Hangover ist wohl das, was man getrost als kommenden Kultfilm bezeichnen kann. Die Story klingt abgetroschen, die Schauspieler kennt man kaum, die bisherigen Filme des Regisseur waren lediglich solide, und so richtig werden wohl nur die wenigsten glauben dass Hangover wirklich so toll ist wie alle sagen. Doch genau das ist eine unglaubliche Stärke des Films: Denn Hangover ist so verdammt unterhaltsam, dass er wie aus dem nichts mit voller Breitseite zuschlägt. Die Story gibt sich raffiniert erzählt, die Gagdichte ist unglaublich hoch und die Situationen sind so skurril und schräg, dass es keine Alternative zu einem Lachanfall gibt. Die englische Version ist jedoch zu bevorzugen, da es schwer sein wird den Wortwitz ins deutsche zu übertragen. Hangover ist wahrscheinlich die beste Komödie seit sehr langer Zeit, und am besten sollten sich alle Kinofans gleich einen Termin freihalten, so viele Leute wie möglich schnappen und sich in dieses Lachfest begeben. Denn etwas witzigeres wird es dieses Jahr wohl nicht mehr in unsere Kinos schaffen.

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 167
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