![]() ![]() 24 City OT: Er schi si cheng ji Regie: Jia Zhang-Ke Drehbuch: Jia Zhang-Ke Filmstart: 26.06.2009 | Laufzeit: | Drama/Dokumentation |
In Gesprächen findet Jia Zhang-Ke zu seinen Gegenübern. Fünf männliche ehemalige Fabrikarbeiter, verkörpert von Laien, drei Arbeiterinnen, von professionellen Darstellerinnen, berichten authentische Lebensgeschichten. Ein dankbarer Part fällt beispielsweise der auch im Westen bekannten Schauspielerin Joan Chen (TWIN PEAKS) zu: Ihre Rolle als „Kleine Blume“ ist zugleich eine Verbeugung vor der Schauspielerin selbst, die 1980 mit dem Film XIAO HUA als „Kleine Blume“ bekannt wurde. Überhaupt ist 24 CITY ein Film voller kultureller Anspielungen, die man eigentlich nur als Kenner ausmachen kann. So ertönt in einer Szene die wehmütige Ballade Sally Yehs, die bereits als Titelmelodie zu John Woos ansonsten absolut unrührender Action-Orgie THE KILLER Tränen in die Augen trieb.
Zhang-Kes Film beobachtet scharf, urteilt aber nicht. Selbstverständlich ist er aber auch subversiv. Denn in der Offenlegung des wirtschaftlichen Wandels, der auch auf die Kosten der Menschen geht, steckt eine Kritik und der Film desertiert förmlich vor der offiziellen chinesischen Linie. Dennoch ist 24 CITY in China ohne Probleme in den Kinos gelaufen und selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass dem Film ein „Früher war alles besser“ Grundton unterliegt. Ganz im Gegenteil, besinnt er sich doch auf die Vergangenheit, wagt einen Blick in die Zukunft und wird genau deshalb zum Portrait der Gegenwart. Anschauen lohnt sich, wenngleich diesmal auch keine UFOS über die Leinwand schweben.
Wertung:
8/10 Punkte
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