Transformers 2: Die Rache

OT:  Transformers: Revenge of the Fallen   -  147 Minuten -  SciFi / Action
Transformers 2: Die Rache
Kinostart: 24.06.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 05.05.2011
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Filmkritik zu Transformers 2: Die Rache

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Es war ja eigentlich ein kleines, oder eher gesagt gigantisches, Filmwunder, dass Hollywoods „Obersprengmeister“ Michael Bay mit seinem letzten Film Transformers ein solch unterhaltsames Produkt auf die Leinwand brachte. Der Film basierte auf Spielzeugen, setzte auf eine Mischung aus gigantischen Actionszenen und einer Art soften Coming-of-Age Story, garniert mit dem weiblichen Blickfang Megan Fox und schaffte es trotz eigentlich kindischer, und irgendwie dämlicher Ausgangslage fabelhaft zu unterhalten. Nun ist das Spektakel in neuer Version zurück: Die Effekte wischen den Boden auf mit allem bisher gesehenen, der Sound bläst fast das Publikum weg, die Laufzeit beträgt gefühlte 5 Stunden, und trotz allen visuellen Reizen regiert am Ende die Langeweile.

Sam Witwicky (Shia LaBeouf) will von zuhause ausziehen um aufs College zu gehen. Doch nach den Ereignissen des ersten Films, hat sich ein Splitter des Allspark in seiner Kleidung verhakt und als er diesen berührt, bekommt er plötzlich Visionen von mysteriösen Alienzeichen. Natürlich geht es auf dem College nicht unbedingt ruhig weiter. Nicht nur dass es Mikaela (Megan Fox) gar nicht gefällt, dass sie jetzt alleine ist und ihren Freund nur per Videochat sieht, auch die Transformers haben es wieder auf Sam abgesehen: Optimus Prime und die Autobots wollen ihm helfen, doch die Decpticons unter der Führung des, wieder zum Leben erweckten Megatrons, wollen Sam, um an den Code in seinem Verstand zu gelangen…

Woran liegt es denn nun, dass Transformers 2 so gewaltig gegenüber seinem Vorgänger abfällt? Man kann es zwar nur vermuten, aber wahrscheinlich ist, dass Produzent Steven Spielberg beim ersten Teil noch etwas mehr mitredete, und Michael Bay für den zweiten Teil völlig freie Hand gewährte. Das Ergebnis ist ein Film, der sich augenscheinlich an die größte Sequelregel (bigger, stronger, faster) hält, aber dabei völlig die Kontrolle über das Geschehen verliert. Das was Transformers 2 hier als Handlung verkaufen will ist in Wirklichkeit nur ein gigantsicher, konfuser und sperriger Schrotthaufen, der soviel Herz hat wie Megatron.

Bereits der Beginn macht dies eindrucksvoll klar: In wirren Szenen kommt es zu einer ersten gigantischen Actionszene, und speziell wer den Film im IMAX begutachtet wird bald Angst vor einem epileptischen Anfall und einem Hörsturz haben. Transformers 2 schlägt hier zu Beginn bereits ein Tempo an das sich gewaschen hat, das aber auch dazu führt, dass dem Film bereits nach 10 Minuten die Luft ausgeht. Die Mischung ist einfach völlig misslungen, und statt der heiteren Story des ersten Teils gibt es hier nur eine peinliche Szenenansammlung, die sich scheinbar unbegrenzt in die Länge zieht. Was genau hier wirklich 147 (!!!) Minuten braucht ist schwer verständlich, aber der Film fühlt sich noch deutlich länger an.

Zwischen den repitiven, und folgedessen langweiligen Roboterkämpfen gibt es erneut den Versuch eine Fortführung von Sam’s Geschichte zu bringen. Dabei hat man es aber nicht geschafft den sympathischen Charakter des ersten Films zu erreichen. Stattdessen gibt es peinliche Szenen am laufendem Band, inklusiver der sehr erzwungenen Beteiligung von Sam’s Eltern. Dass man hingegen auch Mikaela wieder eingebaut hat, ist jedoch sehr verständlich, bietet doch Megan Fox den großen menschlichen Augenschmaus des Films. Aber nicht verschmerzen kann man die Peinlichkeiten des Films, inklusiver zahlreicher Szenen zum Fremdschämen, bei denen man sich förmlich peinlich berührt fühlt.

Dass Michael Bay einen Hang zum Hurra-Patriotismus hat, ist längst kein Geheimnis mehr, doch während er es in Transformers zufriedenstellend geschafft hat die Eskalation zu vermeiden, geht er im Nachfolger wieder vollständig ab. Am Höhepunkt kann man ganze sechs US-Fahnen innerhalb von 30 Sekunden zählen, und tapfere US-Soldaten die scheinbar jede Situation meistern (während andere Soldaten peinlich scheitern) gehören genauso zum Erscheinungsbild des Films, wie höchst materialistische Einstellungen mit schwerem US-Kriegsgerät und heldenhaft (meistens vor der Sonne als Silhouette erscheinende) posierende US-Soldaten. Das kann man in geringer Dosis verschmerzen, aber Transformers 2 überschreitet hier die Toleranzschwelle um Längen und beginnt sehr an den Nerven zu zehren.

Bezeichnend für den Film ist auch, dass es ungefähr 90 Minuten dauert, bis John Turturro in Erscheinung treten darf, und danach wenigstens für 15 Minuten für Kurzweiligkeit sorgt. Transformers 2 wirkt über weite Strecken unglaublich konzeptlos, und es scheint hier keiner gewusst zu haben wo man überhaupt hin will. Die Story schlägt einige unmotivierte Haken, bietet uns mal mehr (Mutter auf Drogen; Transformer als Terminator (???)) mal weniger (Küchenmaschinen als Transformers; alter Transformer mit Stock) peinliche Szenen, zieht sich aber immer unglaublich in die Länge und am Ende steht nur eine schier gigantische emotionale Teilnahmslosigkeit beim Zuschauer und der vielleicht größte Effektverschleiß der bisherigen Filmgeschichte.

Es bleibt natürlich trotz diesen verheerenden, bis katastrophalen (noch mal: Ein Transformer als Terminator! Noch dazu mit ausfahrbarer Zunge. Einfach deprimierend) Schwächen nicht aus zu sagen, dass Transformers 2 das audiovisuelle Fest geworden ist, dass man erwartet hat. Die Effekte zählen zum Besten vom Besten, speziell im IMAX-Kino ist der Sound erdrückend und die gesamte Optik ist natürlich ebenso gelungen. Doch wem hilft das, wenn der Film einfach peinlich, langweilig und dämlich ist? Diese Frage muss der Zuseher für sich entscheiden. Eine Empfehlung kann ich noch nicht einmal für Fans des Vorgängers ausstellen.

Fazit:
Das größte Problem von Transformers 2 ist sicherlich, dass der Film konzeptlos und chaotisch wirkt, was wiederum dazu führt, dass die Story über 147 Minuten lang ins Leere läuft, was wiederum zu gähnender Langeweile führt. Audiovisuell ist der Film natürlich ein Festmahl und die Effekte toppen auch alles. Doch wirklich helfen tut dies dem Film nicht, denn so viele Peinlichkeiten wie hier sieht man selten in einem Film versammelt und obwohl so einiges für die Augen geboten wird, macht sich vor allem gähnende Langeweile breit. Nach Terminator 4 die nächste riesige Blockbusterenttäuschung des Jahres!

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 5.7/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 45
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