Hannah Montana: Der Film

OT:  Hannah Montana: The Movie   -  102 Minuten -  Komödie 
Hannah Montana: Der Film
Kinostart: 28.05.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 01.09.2011
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Filmkritik zu Hannah Montana: Der Film

Von am
Tagsüber ist Miley ein ganz normaler Teenager mit ganz normalen Teenagerproblemen. Doch abends wird sie zum Popstar Hannah Montana und feiert einen Konzerterfolg nach dem anderen. Über dieses Doppelleben wissen allerdings nur die wenigsten Bescheid: Papa Billy, Managerin Vanessa oder Mileys beste Freundin Lilly. Als Miley zu deren Geburtstag allerdings als Hannah Montana auftritt, scheint die Freundschaft der beiden bedroht. Zumal Miley der Erfolg tatsächlich etwas zu Kopf zu steigen scheint. Deshalb verfrachtet Papa Billy sie kurzerhand ins lauschige Tennesse zu Oma und allerlei Landbevölkerung. Aber in der verträumten Kleinstadt ist ebenfalls allerhand los: Ein skrupelloser Bauplaner will ein riesiges Einkaufszentrum errichten – wogegen Mileys Oma und die Bevölkerung protestieren. Und ein britischer Boulevardreporter (das sind immer die schlimmsten) scheint hinter das Geheimnis von Miley/Hannah zu kommen. Und Miley trifft ihre erste große Liebe…

HANNAH MONTANA ist zweifellos ein Pop-Phänomen – eines das an mir bis vor noch wenigen Monaten vorüber gegangen ist. Erst seitdem die Werbetrommel für den Kinofilm kräftig gerührt wird, bin auch ich aufmerksam geworden auf die 16-jährige Miley Cyrus, die der derzeit beliebteste Kinder- und Teenagerstar ist – und angeblich trotz dem Ruhm, der Ehre und des vielen Geldes, am Boden geblieben ist. Jetzt bleibt nur noch die Frage: Was steckt hinter diesem Phänomen? Und kann der Film diese Frage beantworten?

Zunächst einmal erzählt HANNAH MONTANA – DER FILM eine recht uninspirierte 08/15 coming-of-age Story mit erster Liebe, Suche nach der eigenen Identität, hier auch die Suche nach den eigenen Wurzeln. Wo in anderen, vergleichbaren Teenagerfilmen die jungen Protagonisten meist die familiäre Geborgenheit verlassen, um die Welt auf eigene Faust zu erkunden, geht Miley beinahe einen umgekehrten Weg. Anfangs noch widerwillig verabschiedet sie sich für ein paar Wochen von ihrem glamourösen Leben, um die Bedeutung der Familie für sie zu erfahren. Ganz kann sie Hannah allerdings nicht abstreifen, denn sie trägt sie die meiste Zeit in Form ihrer überdimensionierten Schminkkassette bei sich. Wenn Miley sich erst einmal in Hannah verwandelt, dann strömen ihr die Fans scharenweise zu und verzeihen ihr auch, dass sie sich wegen einem Paar Schuhe mit Tyra Banks einen Catfight liefert (ein Subplot, wie in SEX AND THE CITY nicht besser erfinden hätte können).

HANNAH MONTANA ist zudem auch ein Film, der nicht gerade von durchdachten oder gar komplexen Charakteren lebt. Im Gegenteil, sie sind alle recht eindimensional und flach gehalten, manchmal vielleicht sogar etwas boshaft (die Landbevölkerung läuft natürlich in Arbeitskleidung rum, und es braucht mir echt keiner zu erzählen, er würde bei dem einen oder anderen Landei keine Inzucht vermuten). Zumal der Film die Kleinstädter ja dauernd für dumm verkauft. Bei all dem Vorabend-Seifenopern-Niveau soll trotzdem gesagt werden, dass die Darstellungen allesamt sympathisch sind. Miley Cyrus überträgt die Freude an ihrer Rolle auf die Zuschauer, der Rest ist austauschbare Staffage. Das Vater-Tochter Verhältnis zwischen Miley und Billy wird leider nur sehr oberflächlich behandelt – Rebellion oder gar Ungehorsam scheint der Teenager nicht zu kennen (auch das ist ja eine Form von Rebellion).

Selbstverständlich gibt es in HANNAH MONTANA auch wieder ordentlich was auf die Ohren. Zu den extrem konstruierten Weichspül-Songs äußere ich mich aber nicht weiter. Zur Stimme von Miley Cyrus auch nicht. Zu den Bühnenoutfits (Miniröcke bevorzugt) auch nicht. Das ist viel zu sehr aufs Zielpublikum zugeschnitten. Ebenso wie die platten Gags, die oft intelligenzbeleidigend absehbar sind. Fingerspitzengefühl ist hier fehl am Platze.

Trotz all dieser Nettigkeit, die der handwerklich einwandfrei inszenierte Film auf der einen Seite versprüht, muss aber dennoch eines gesagt werden: Die Message am Schluss ist eigentlich empörend und so gar nicht nett, sondern eine reine Absage an jeglichen Individualismus: Sei nicht du selbst, sondern sei so, wie die anderen es gerne haben. Solange die HANNAH MONTANA Geldmaschinerie (allein im Presseheft werden neben zahlreichen DVDs auch Spiele und Fanprodukte wie Gitarre, Ballerinas und ein Drehstuhl beworben) allerdings weiterhin so geschmiert läuft, lohnt sich dieses Credo zumindest in finanzieller Hinsicht. Ein Ende ist nicht abzusehen, ein Erfolg des Films gilt als sicher und bestimmt beehrt uns Miley bald wieder auf großer Leinwand.

Fazit:

Wien, 27.05.09: Zur Pressevorstellung sind auch ca. 50 Schüler aus der Zielgruppe geladen. Der Saal tobte. Jungen und Mädchen lieben HANNAH MONTANA. Den Traum vom glamourösen Leben scheinen viele in diesem Alter zu träumen. Für alle die es bisher noch nicht erraten haben: Wer Hannah Montana mag, der wird vom Film nicht enttäuscht. Wer sie nicht ausstehen kann, der sollte den Film meiden. Und wer – wie ich – nur aus Interesse am „Phänomen“ reingeht, kann sich mit etwas gutem Willen passabel unterhalten, kommt aber nicht unbedingt klüger aus dem Film.

Wertung:
5/10 Punkte

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