Sky Fighters

OT: -  102 Minuten -  Action
Sky Fighters
Kinostart: 23.02.2006
DVD-Start: 18.08.2011 - Blu-ray-Start: 18.08.2011
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Filmkritik zu Sky Fighters

Von am

Regisseur Gérard Pirès („Taxi“) ist die französische Ausgabe von Michael Bay („Bad Boys“, „The Rock“) oder Tony Scott („Days of Thunder“, „Man on Fire“). Das hat er spätestens mit „Riders“ bewiesen, der mit ästhetischen wie spektakulären Actionszenen in einer nicht allzu aufwendigen Story aufwarten konnte. Mit „Sky Fighters“ schließt er nun tatsächlich zu diesen Filmemachern auf. Doch während die Amerikaner mit wesentlich größeren Budgets arbeiten, inszeniert Pirès seine Version von „Top Gun“ mit Hilfe des Militärs beziehungsweise der Regierung und liefert einen luftigen Actionthriller ab, der mir doch deutlich besser gefällt als jüngerer CGI-Terrorismus der Marke „Stealth“.

Ohne Frage ist „Sky Fighters“ ein ziemlich dummer Film geworden, der voller Plotholes steckt und auch nur eine mittelprächtige Story zu bieten hat, die ein französisches Piloten-Duo, beide natürlich absolute Flieger-Asse, in eine etwas verworrene Terroristen-Geschichte verwickelt. Benoît Magimel („Das tödliche Wespennest“), noch bestens aus „Die Purpurnen Flüsse 2 - Die Engel der Apokalypse“ bekannt, spielt mit Capitaine Antoine Marchelli einen leidenschaftlichen Piloten für den es nichts anderes im Leben gibt als in der Luft zu sein. Als er zusammen mit seinem Flügelmann Capitaine Sébastien Vallois (Clovis Cornillac, „Maléfique“, „Cool Waves - Brice de Nice“) während einer Übungsmission angefunkt wird, um eine scheinbar während einer Flugschau entführte, bis an die Zähne bewaffnete Mirage 2000 wiederzufinden, passiert ein Zwischenfall. Die unter einem A 340 entdeckte Mirage eröffnet das Feuer und provoziert ihren Abschuss, obwohl den beiden Piloten die Rückkehr zur Basis befohlen wurde. Zurück am Boden werden sie darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Entführung der Mirage nur eine Übung der geheimen Sonderstaffel war, um den Ernstfall zu proben. Wegen Befehlsverweigerung wird Marchelli entlassen, worauf Vallois den Dienst quittiert bis sie beide Monate später für eine gefährliche Mission von der Sonderstaffel rekrutiert werden.

Der Plot selbst gestaltet sich wirklich nicht besonders gut, beinhaltet er doch den Plan einer nicht näher definierten, offenbar aus dem Nahen Osten stammenden Terrororganisation, die eine Mirage stehlen will und schließlich über Paris ein Tankflugzeug während der Zusammenkunft verschiedener westlicher Staatsoberhäupter abschießen will, um eine Katastrophe zu verursachen. Vorweg gibt es noch einen Cannonball-Flug zwischen Amerika und Frankreich über unter anderem feindliches Gebiet ohne Überflugerlaubnis, um den Zuschlag für einen lukrativen Waffen-Deal zu erhalten, in den auch die beiden Piloten verwickelt sind. Alles also etwas verworren und mit der heißen Nadel geschrieben, allerdings launig.

Denn die Flugszenen sind das Beste, was ich seit „Top Gun“ auf diesem Sektor gesehen habe und überbieten diesen nach 20 Jahren natürlich doch etwas angestaubten Genreprimus auch deutlich, zumal dessen Plot nun ebenfalls keine Bäume ausriss. Wohlbemerkt ohne CGI, dafür aber mit den besten Piloten der französischen Luftwaffe und speziell präparierten Kameras, kreiert Gérard Pirès absolut atemberaubende Bilder, die man so noch nicht gesehen hat und schon allein das Ansehen rechtfertigen. Obwohl den Luftkämpfen der letzte Kick noch fehlt, kann man sich an den beeindruckenden Aufnahmen kaum satt sehen. Egal ob vor dem Horizont der untergehenden Sonne, über den Alpen oder einfach in, unter oder über der Wolkendecke, unglaublich ästhetische Momente sind gerade zu garantiert und laden zum Genießen ein.

Gut, dass der Film auch den Großteil in diesen luftigen Höhen verbringt, spannende Dogfights bietet und als es am Ende dann auch ernst wird und die Piloten auf einem scheinbar stillgelegten Rollfeld landen müssen, auch ein paar Shootouts und Explosionen den Action-Fan zufrieden stellen als die beiden sich befreien können. Denn am Boden bleibt ansonsten alles etwas konfus und mit Klischees durchsetzt. „Sky Fighters“ bringt einfach zu viele Storyelemente ins Spiel als so einem Nobrainer gut tun. Die geschickte Infiltrierung der französischen Rüstungsspitze durch terroristische Zellen, die ihrerseits einen komplizierten Plan aushecken, um an eine Mirage 2000 zu gelangen und selbst amerikanische Piloten in ihren Reihen haben, ist in Verbindung mit den manipulierten Aufnahmen des Zwischenfalls zu Beginn, der nur zur Aufgabe haben soll Antoine und Sébastien, beide nun ein peinliches Fliegerdasein fristend, zur Sonderstaffel zu locken, was dann die unwissentlich manipulierte Maelle Coste (Géraldine Pailhas, „Don Juan DeMarco“, „They came back“), die wiederum mit Antoine die Laken zerknüllt, umsetzt, einfach viel zu konstruiert, als dass sich das Zielpublikum von so einem komplexen Plan mitgerissen fühlt beziehungsweise das Konstrukt auch nur ansatzweise einen glaubhaften Eindruck erweckt. Am Boden gibt es zwar neben der kurz gehaltenen Romanze auch noch Flieger-Mentalität, viele Machosprüche, einen Strip und dazu regiert der lockere Ton, doch der schale Beigeschmack der eigentlichen Geschichte, die zu viele Bereiche bedienen will, bleibt.

Denn die Zwischensprints am Boden, die sogenannte Handlung, wird im Sauseschritt verrichtet, damit die Piloten bald wieder aufsteigen können. Erst der Zwischenfall, dann die Trainingsmissionen mit den weiblichen Ami-Pilotinnen und später das Wettfliegen inklusive Zwischenstop in den Fängen unfreundlicher Terroristen, die ihre Flugzeuge stehlen wollen. Wirklich alles superschick, nur eben von einigen Szenen namens Story unterbrochen. Da keiner der Darsteller sonderlich gut agiert, bleibt dabei ohnehin nicht viel hängen. Ihre Figuren bleiben dabei auch nur gängige wie uninteressante Stereotypen wie man sie kennt. Da machen in „Top Gun“ Typen wie Tom Cruise („Days of Thunder“, „Collateral“) oder Val Kilmer („The Saint“, „Kiss Kiss Bang Bang“) einfach den Unterschied aus. Das Finale über Paris gestaltet sich dann letztlich als etwas enttäuschend und der Schluss auch nicht völlig überzeugend, so dass sich kaum von einem komplett gelungenen Actionvehikel schreiben lässt. Das lose auf der Comicvorlage „Tanguy et Laverdure“ basierende Drehbuch von Gilles Malençon, der schon dem ebenfalls toll inszenierten, französischen Rennfahrer-Spektakel „Michel Vaillant“ keine ordentliche Geschichte verpassen konnte, erweist sich damit letztlich leider als großes Manko.

Fazit:
Ganz überzeugt hat mich „Sky Fighters“ nicht, doch sobald die Kampfjets abheben, hatte ich meinen Spaß mit diesem Film. In Sachen Ästhetik kann momentan kein Film den spektakulären Aufnahmen das Wasser reichen und die lohnen ein Anschauen definitiv. Da Gérard Pirès den Schwerpunkt auch darauf legt und selbst am Boden zum Schluss etwas Action bereithält, fällt der arg überladene Plot nicht so schrecklich negativ ins Gewicht. Dennoch harmonieren die zig Handlungsstränge, so wie sie ineinander verworren sind, kaum und sorgen eher für Desinteresse beim Zuschauer, weil gleich so viele Elemente bedient werden wollen, wie man in einem 90minütigen Nobrainer gar nicht unterbringen kann und sollte. Dass die Darsteller und Dialoge auch nicht über das schnöde Mittelmaß hinauskommen, hilft dabei natürlich auch nicht. Dennoch... sobald die Piloten abheben, kann man Gérard Pirès nur gratulieren. Wird Zeit, dass der Mann endlich mal ein gutes Drehbuch erhält.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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