My Bloody Valentine 3D

OT:  My Bloody Valentine 3D  -  101 Minuten -  Horror 
My Bloody Valentine 3D
Kinostart: 21.05.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu My Bloody Valentine 3D

Von am

Here we go again. Der Monat Mai ist noch nicht vorüber und erneut zwangsbeglückt Hollywood den geneigten Kinogänger mit einem Horror-Remake (The Last House on the Left startete zwei Wochen zuvor). Doch so wie fast jede Neuauflage eines Streifens dieser Machart muss auch hier irgendeine „Kleinigkeit“ – Hauptcharakter, Setting, Motivation des Bösewichts – so hervorstechend sein, das das Publikum wirklich darauf aufmerksam wird. Im Falle von My Bloody Valentine des bisher gänzlich unbekannten Regisseurs Patrick Lussiers (Gods Army III, Dracula 2000) ist der Hauptanreiz zur Sichtung schon im Titel angegeben: 3-D. Es ist noch nicht allzu lange her dass die Stereoskope, also dreidimensionale Projektionstechnik (vor allem in den USA) wieder in aller Munde ist, nachdem das relativ teure Verfahren (Kinos müssen umgerüstet und spezielle Kameras bei der Aufnahme eingesetzt werden) sich selbst mit mehr oder minder belanglosen Produktionen und schwindenden Interesse außer Kraft gesetzt hat.

Angespornt von prognostizierten (Kino-) Revolutionen wie der des Vorstandes von DreamWorks Animation, Jeffrey Katzenberg, der im September des letzten Jahres großspurig behauptete, dass schon in naher Zukunft alle Filme in 3-D gedreht werden, scheint vor allem das erwähnte Studio von dieser Vision vollends überzeugt zu sein: Monsters VS. Aliens bildete als erster vollständig animierter Trickfilm von DreamWorks quasi die Vorhut für kommende, ausschließlich dreidimensionale Produktionen. Auch Disney, Pixar und Centfox scheinen auf den Zug aufzuspringen und werfen 3-D Neuauflagen von Bolt, Toy Story I und II oder auch neue Werke wie etwa James Camerons Avatar in absehbarer Zeit auf den Markt - ob Erfolg garantiert ist, bleibt dennoch abzuwarten, man denke hinsichtlich kinematographischer Innovationen an die Ruine des IMAX Kinos in Wien.

Betrachtet man die erstaunlich lange Liste von dreidimensionalen Spielfilmen, wird hinsichtlich der Filmgenres ein gewisses Schema deutlich: Frankenstein, Der weiße Hai, Amityville III, Final Destination 4 – die Sensation der cineastischen Zusatzdimension scheint vor allem bei Horrorfilmen eine gewisse Tradition aufzuweisen. Womit damit die Rückführung zum eigentlichen Thema wiederum vollzogen wäre: My Bloody Valentine 3-D darf sich mit dem Titel „erster Horrorfilm ab 18 mit Real-D Technik“ brüsten, wobei sich das R-Rating – also die Einstufung ab 18 Jahren – auf Amerika bezieht und die Real-D Technik eine digitale 3-D Projektion darstellt (eigentlich also Real-D 3D).

Nachdem man also die spezielle Brille für die Vorführung ausgefasst hat, beginnt My Bloody Valentine 3D auch gleich und ohne Umschweife mit altbekannter Mord- und Totschlagmethodik: mehr oder minder jugendlich wirkende Teenager aus der Kleinstadt Harmony (oh, diese Ironie) treffen sich zur mitternächtlicher Stollenwanderung samt Biergelage, nur um schon nach kurzer Zeit von einem verrückt gewordenen Minenarbeiter namens Harry Warden (Richard John Walters) in bedrohlicher Gasmaske mit dessen Spitzhacke gewalttätig umgebracht zu werden. Während Axel (Dawsons Creeks Kerr Smith), seine Freundin Irene (Betsy Rue) und Sarah (Jaime King) als einzige knapp entkommen können, stolpert Tom (Supernaturals Jensen Ackles) bei der Flucht und wird in letzter Sekunde von der Polizei gerettet, die Harry Warden allerdings verwundet in der Mine verschwinden lassen. Zehn Jahre später kehrt ein völlig veränderter Tom nach Harmony zurück um alte Bekanntschaften aufzufrischen und geschäftliche Angelegenheiten zu klären - und schon bald werden er und seine damaligen Freunde abermals Zeuge von grausamen Morden, die von einem vermummten Minenarbeiter begangen werden…

Innovationen und großartige schauspielerische Leistungen sind natürlich angesichts einer solch dürftigen Ausgangslage kaum zu erwarten, dennoch ist es erstaunlich, dass aus dieser Anhäufung von Horrorklischees zumindest ansatzweise eine Handlung erkennbar wird – die natürlich absolut belanglos bleibt, denn das Hauptaugenmerk liegt auf dem Einsatz der Spitzhacke, die durch allerlei Körperteile fährt und Grauen verbreiten soll. Echter Horror mit Gänsehauteffekt ist in My Bloody Valentine 3-D in keinster Weise vorhanden, da hilft auch der besagte dreidimensionale Effekt in den erstaunlicherweise häufig aufkommenden Szenen absolut gar nicht. Wie bei so vielen anderen Filme im Horrorgenre kann leider keine Stimmung und keine Spannung aufgebaut werden, wenn die Handlung so vorhersehbar ist - aber das scheint weder das Publikum in Übersee, den Regisseur noch die Drehbuchautoren zu kümmern (solange der Rubel rollt).

Plakativ, blutig und sinnentleert ist hier die Devise, die in einer – den Film treffend beschreibenden – Szene überdeutlich vorgeführt wird: Frank, ein LKW-Fahrer (Drehbuch-Co-Autor Todd Farmer!) wird minutenlang von der splitternackt vor einem Motel herumspazierenden Irene unter anderem mit einem belanglosen Monolog bedroht und nach dem Öffnen der Fahrertür – Überraschung - von der Spitzhacke des Minenarbeiters erschlagen. Ein scheinbar unendlicher, der Szene vorausgehender sowie sinnloser Dialog, der in einen brutalen Dreifachmord endet; eine nackte Frau, die sich mehrere Minuten lang betrachten lassen darf und – um dem ganzen noch die Krone der Absurdität aufzusetzen – eine griesgrämige Kleinwüchsige, die die Motelbesitzerin spielt und während ihres Auftritts ständig ihrem Hund nachjagt: Da hilft auch der beste 3-D Effekt nichts mehr.

Fazit:
Vielleicht könnte sich ein Regisseur mal überwinden und dem Horror-Remake-Wahn Hollywoods ein Ende setzten indem er ein “Freddy Vs Jason Vs Michael Myers Vs Predator Vs Alien Vs Chucky Vs Pinhead Vs Leatherface Vs Jigsaw Vs Harry Warden”-Wahnsinnswerk fabrizieren, am besten in 3-D mit Rüttelsitzen und Geruchsspendern. Wer sich an belanglosen Pseudo-Schockern noch nicht satt gesehen hat und das zweifelhafte Vergnügen einer dreidimensionalen Filmvorstellung nicht missen möchte, dem sei My Bloody Valentine 3D ans Herz zu legen. Wer Wert auf Handlung, Stimmung, schauspielerische Leistungen, ausgereifte Kameraarbeit, logische Figurenkonstellationen, verblüffende Auflösungen von Geschichten und wirksame Schockeffekte legt, sollte einen gigantischen Bogen um diesen Film machen.

Wertung:
3/10 Punkte 

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