Nachts im Museum 2

OT:  Night At The Museum 2: Escape From The Smithsonian   -  105 Minuten -  Komödie 
Nachts im Museum 2
Kinostart: 22.05.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Nachts im Museum 2

Von am

Nur in den seltensten Fällen übertrifft eine Fortsetzung das Original an Einfallsreichtum und spinnt die Geschichte der Figuren gekonnt und sinnvoll weiter. In den meisten Fällen merkt man den Fortsetzungen sofort an, dass sie nur aus dem Grund gemacht wurden, weil man sich einen garantierten Publikumserfolg erhofft, aufbauend auf der Attraktion des ersten Teils. Nachts im Museum 2 stellt da keine Ausnahme dar. Man hat bloß den Ort der Handlung verändert und ein paar neue Figuren eingeführt und das war’s dann eigentlich auch schon. Sonst sieht man nur altbekanntes aus dem vorigen Teil. Viel mehr hat die Fortsetzung nicht zu bieten.

Larry Daley (Ben Stiller) ist nun ein erfolgreicher Geschäftsmann und hat seinen „Kollegen” im Museum aus Zeitmangel den Rücken gekehrt. Sein Kontakt zu ihnen beschränkt sich auf ein paar nächtliche Besuche. Als aber ein Großteil seiner Freunde ins Archiv des Smithsonian Instituts verlegt werden und dort auf den feindlichen Kahmunrah (Hank Azaria) stoßen, eilt Daley sofort zu Hilfe und infiltriert das Smithsonian Institut in bester James Bond Manier. Als dann in der Nacht das größte Museumsarchiv Amerikas zum Leben erwacht, geht es drunter und drüber und Daley muss nicht nur seine Freunde retten, sondern auch die Weltherrschaftspläne von Kahmunrah vereiteln. Dabei stehen ihm nicht nur alte Freunde zur Seite, sondern auch neue Bekanntschaften, unter anderem die legendäre Flugzeugpilotin Amelia Earhart (Amy Adams).

Für Action wird jedenfalls reichlich gesorgt. Leider bleibt dabei der Humor auf der Strecke zurück. Abgesehen von ein paar wenigen lustigen Momenten und witzigen Einfällen (vor allem das „Erwachen“ der Gemälde weiß dabei zu gefallen) bietet Nachts im Museum 2 nicht viel zum Lachen. Ben Stiller spielt haargenau die gleiche Rolle wie in fast allen seinen Filmen und er spielt sie mittlerweile schon derart routiniert und abgestumpft, dass es eigentlich keinen Spaß mehr macht ihm dabei zu zusehen. Es gibt in seiner Performance nur ganz wenige Stellen, die zumindest ein Lächeln auf die Lippen des Publikums zaubern können, aber ein wirklich befreiendes Lachen ist nur mehr dann möglich, wenn er mit einem guten Partner zusammenspielt. Dabei ist es aber im Endeffekt oft der Partner, der ihm die Show stiehlt. Allen voran sticht hierbei besonders Bill Hader hervor, der die Rolle von General George Armstrong Custer übernimmt. Leider wurde ihm viel zu wenig Zeit gegeben, um das ganze humoristische Potenzial seiner Figur vollends auszubauen, aber dafür glänzt er in den Szenen die er hat, umso stärker. Hank Azaria weiß ebenfalls zu gefallen und sorgt für einige geglückte Momente. Der Rest der Besetzung wirkt jedoch sehr farblos.

Ebenso farblos erscheint auch das Drehbuch. Es bietet kaum neue Einfälle, humorvolle Momente oder einfach nur eine gut funktionierende Geschichte. Stattdessen ist es mit Figuren überladen und verlässt sich manchmal auf recht schwache Gags. Dabei fallen vor allem das Auftauchen eines legendären Filmbösewichts, Albert Einstein Wackelkopffiguren, singende und fliegende Engelsfiguren und die „Der Denker“ Skulptur besonders negativ und störend auf. Offensichtlich sollten diese Einlagen für Lacher sorgen, doch stattdessen wirken sie deplaziert und nervend, im schlimmsten Fall zerstören sie sogar den Fluss der Handlung und stellen somit nichts weiter als eine unnötige Szene dar, die man besser hätte streichen sollen. Aber die Geschichte bietet auch einige nette Aspekte. Besonders die lebenden Bilder sind ein guter Einfall und hätten durchaus weiter ausgebaut werden können. Auch Napoleon Bonaparte (Alain Chabat) und Octavius (Steve Coogan) bekommen einige gute Momente zugespielt. Dennoch hätte man wohl etwas mehr Zeit in das Entwerfen der Geschichte und die Ausarbeitung der Figuren investieren sollen.

Die Regie von Shawn Levy ist eigentlich zu vernachlässigen. Nur an manchen Stellen wirkt seine Inszenierung etwas gezwungen und aufgesetzt. Da merkt man dann richtig, wie sehr er sich bemüht dem eigentlich humorlosen Drehbuch und den routinierten Schauspielern zumindest irgendetwas witziges abzugewinnen. Leider schlagen seine Bemühungen meistens fehl und reißen einem an manchen Stellen sogar gänzlich aus dem Film raus. Trotzdem ist seine Inszenierung, wenn auch zu vernachlässigen, so zumindest großteils nicht störend (eben mit wenigen Ausnahmen) und ist stets darum bemüht die Geschichte auf die Beste Art und Weise zu erzählen. Und letztlich stellt sich die Frage, ob ein anderer Regisseur wirklich mehr aus der Handlung heraus holen hätte können.

Das wirklich störendste an Nachts im Museum 2 ist aber eigentlich ein vollkommen anderer Punkt. Nämlich die aufgesetzte und aufgezwungene Moral der Geschichte, wirkt derart fehl am Platz, dass man sie nicht ernst nehmen kann und letztlich dem ganzen Film eine zutiefst lächerliche Note aufdrückt. Dadurch verleiht die Moral dem Film weder Tiefgang, noch eine dringend benötigte Schlusspointe, sondern zieht das Ende unnötig in die Länge, wodurch der Film gerade in seinen Schlussmomenten extrem langatmig wirkt. Aber dennoch bleibt zumindest etwas positives am Ende übrig. Trotz seinem auffallenden Mangel an Humor, schafft es Nachts im Museum 2 besonders durch seine Actionszenen zu überzeugen und sorgt wenigstens in dieser Hinsicht für Unterhaltung.

Fazit:

Nachts im Museum 2 bietet nichts neues und ist eigentlich nicht mal sonderlich lustig. Stattdessen wird man mit einer aufgesetzten, scheinheiligen Moral beglückt und einem unnötig langatmigen Ende abgespeist. Dafür bietet der Film aber einige gelungene Nebenfiguren und reichlich Action. Natürlich sind auch der ein oder andere humorvolle Moment enthalten, was aber meistens nicht am Hauptdarsteller Ben Stiller liegt, sondern an den viel interessanteren Nebendarstellern. Ben Stiller wirkt überhaupt einfach nur langweilig, da er zum unzähligsten Mal die gleiche Rolle spielt und ihr absolut nichts neues oder humoristisches mehr abgewinnen kann. Trotzdem bietet der Film im Endeffekt einen entspannenden Kinobesuch und sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Aber mehr braucht man von Nachts im Museum 2 auch nicht erwarten.

Wertung:

5/10 Punkte 

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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