Inside Hollywood (2008)

OT: What Just Happened - 104 Minuten - Komödie
Inside Hollywood (2008)
Kinostart: 05.06.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Inside Hollywood

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Eine Satire auf Hollywood Made in Hollywood. Eine Satire sollte im besten Fall einen bissigen und scharfzüngigen Blick hinter die Kulissen der Mechanismen unserer Gesellschaft werfen. Barry Levinson, der vor elf Jahren mit Wag the Dog (ebenfalls mit Robert De Niro in einer der Hauptrollen) eine gelungene Politsatire vom Stapel ließ, die bis heute nichts von ihrer Gültigkeit und Stärke eingebüßt hat, scheint daher auf den ersten Blick geradezu prädestiniert dafür zu sein um nun einen gleichermaßen gemeinen Film über die Traumfabrik zu inszenieren. Dafür versammelt er ein richtiges Ensemble Team um sich. Leider nützt das alles nichts. Inside Hollywood ist nur Schein und Oberfläche. Hübsch gefilmt und eine bombastisch anmutenden Besetzung täuschen letztlich nicht darüber hinweg, dass der Film eigentlich nichts zu bieten hat. Der Blick hinter die Kulissen von Hollywood zeigt in Wahrheit nichts neues, sondern offenbart dem Zuschauer nur eine altbekannte Handlung und klischeebeladene Figuren.

Ben (Robert De Niro) ist Produzent in Hollywood und steckt in einer Krise. Der Regisseur seines letzten Films (Michael Wincott) will das Ende nicht umschneiden und der Hauptdarsteller seines neuen Films (Bruce Willis) taucht am Set plötzlich mit Vollbart und Übergewicht auf. Zusätzlich dazu funkt ihm sein Privatleben ständig dazwischen. Zu dem ganzen Spektakel gesellt sich noch der an einem nervösen Magen leidende Agent (John Turturro) von Bruce Willis. All das wird irgendwie miteinander verknüpft und man sieht Ben ständig von einem Termin zum anderen hetzen. Dabei legt er natürlich ein höchst nervöses Gehabe an den Tag, was auch nicht weiter verwundert, immerhin geht es um seine Karriere.

Man sollte wenigstens meinen, dass bei einer derartig hochkarätigen Besetzung zumindest die schauspielerischen Leistungen überragend sein sollten. Doch weit gefehlt. Bruce Willis, Sean Penn, John Turturro und besonders Michael Wincott sorgen zwar für ein paar gelungene Szenen, nehmen aber derart wenig Zeit im Film und Bedeutung in der Handlung ein, dass ihre Darstellungen wiederum hinfällig erscheinen. Gerade Robert De Niro taumelt lustlos durch den Film und lässt dabei alles von seinem einstigen Glanz und Können als Schauspieler vermissen. Stattdessen hat man stets das Gefühl, dass er eigentlich gar keine Lust mehr hat Filme zu machen, weshalb man sich zwangsläufig fragt warum er dann noch immer schauspielert. Im Großen und Ganzen schleichen alle Darstellungen einfach nur vor sich hin, ohne je zu gewohnten Leistungen auf zu laufen, geschweige denn Höchstleistungen zu erklimmen.

Dabei fängt Inside Hollywood sogar sehr vielversprechend an, doch der Anfangsschwung ist schnell dahin und der Elan verpufft. Zum einen trauen sich nämlich weder die Macher, noch die Darsteller, Hollywood so richtig aufs Korn zu nehmen, zum anderen scheint ihnen daher die Lust am Film bald gänzlich ausgegangen zu sein. Dabei basiert der Film sogar auf dem Tatsachenroman von Art Linson, der darin seine Erlebnisse als Filmproduzent schildert. Noch dazu hat Linson selbst das Drehbuch zum Film verfasst. Dennoch scheint nichts so richtig zu funktionieren. Vielleicht liegt das auch gerade daran, dass er seinen Tatsachenroman für den Film in eine fiktive Geschichte verpackt hat, wodurch der Film im Ganzen ziemlich unausgegoren wirkt. In den schwächsten Momenten könnte man fast meinen ein unfertiges Produkt zu sehen, ein „Work-in-Progress“ sozusagen.

Dabei wäre es durchaus mal an der Zeit gewesen einen bissigen, entlarvenden und brutalen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik zu werfen. Stattdessen dümpelt Inside Hollywood einfach vor sich hin und vermittelt einem leider nie das Gefühl wirklich einen tieferen Einblick in die Scheinwelt zu bekommen, von einem satirischen oder humoristischen ganz zu schweigen. Als Zuschauer wird man mit einem rein oberflächlichen Blick auf eine Industrie abgespeist, die sich ja vielleicht wirklich nur aus Oberflächlichkeit zusammensetzt. Sollte dem tatsächlich so sein, muss man Inside Hollywood wiederum zugestehen, dass er auf einer viel größeren Abstraktionsebene durchaus eine gelungene Satire wäre. Denn der Film ist und bleibt nichts weiter als Trug und Schein, eine glänzende Oberfläche, an der nie wirklich gekratzt wird. Zumindest nicht in einem Hollywood Film. Denn welcher dortige Filmemacher hätte schon den Mut sich über seinen Arbeitgeber lustig zu machen oder ihn gar auf satirische Weise zu kritisieren und zu hinterfragen. Dabei geht der Film aber von der Prämisse aus, genau das zu tun. Aber im Endeffekt tut er es dann doch nicht. Entweder negiert sich der Film also selbst oder er ist tatsächlich eine gelungene Satire, allerdings auf einer metafiktiven Ebene weit über die Grenzen des Films hinaus. Denn Inside Hollywood ist am Schluss genau das, was er vorgibt durch Satire darzustellen, ein Scheinprodukt.

Doch nun mal genug von den negativen Aspekten es Films, es gibt ja auch durchaus den ein oder anderen positiven Aspekt anzumerken. Auch wenn es leider nicht viele sind. Zum einen macht es auf jeden Fall Spaß Bruce Willis und Sean Penn sich selbst spielen zu sehen. Dabei sticht vor allem Bruce Willis als animalischer, beinahe bedrohlich anmutender Schauspieler, der sich nichts sagen lässt und stur seinem Willen folgt, sehr positiv hervor. Er hat sichtlich Spaß daran sich selbst nicht so ernst zu nehmen. Der einzig andere, der das auch macht ist Michael Wincott, der einen versoffenen, drogenabhängigen Regisseur spielt, der sich als großen Künstler versteht und es ganz und gar nicht leiden kann, wenn sich die Geldgeber in seinen Film einmischen. Da fließt bei ihm vor Verzweiflung schon mal die ein oder andere Träne. Aber dies sind sehr rar gesäte Momente. Auch die Nebenhandlung mit Ben’s älterer Tochter (Kristen Stewart) weiß zu gefallen, wird aber zu schnell wieder fallen gelassen. Darüber hinaus gibt es den ein oder anderen gelungenen Moment, wo die Geschichte ihr Potenzial und ihre satirischen Intentionen durchblicken lässt.

Fazit:
Inside Hollywood ist trotz seiner zahlreichen Schwächen zwar ein ganz netter, aber absolut verzichtbarer Film. Es gibt nur einige wenige und meist leider zu kurze Momente, die die eigentliche Absicht des Films durchblicken lassen. Das Drehbuch versucht zu viel auf einmal, der Regisseur weiß nicht in welche Richtung er will und die meisten Schauspieler scheinen keine große Lust an ihrer Arbeit zu haben (mit wenigen Ausnahmen). Dazu kommt noch, dass Inside Hollywood weder eine richtige Satire, noch eine richtige Komödie ist. Der Film dümpelt vielmehr so vor sich hin, erzählt lust- und planlos seine Geschichte und verwechselt oft Klischee mit Satire. Wobei gerade manche klischeehaften Darstellungen für einige der gelungeneren Szenen sorgen. Alles in allem hätte man aus diesem Film weitaus mehr rausholen müssen, stattdessen bleibt Inside Hollywood an der Oberfläche und bemüht sich nicht mal einen tieferen Blick auf die Filmfabrik oder seine Figuren zu riskieren. Schade um die verpatzte Chance.

Wertung:

4/10 Punkte 

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