The Limits of Control

OT:  The Limits of Control   -  116 Minuten -  Drama 
The Limits of Control
Kinostart: 29.05.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Limits of Control

Von am
“He who thinks he’s bigger than the rest should go to the cemetery. There he’ll find what life really is: It’s a handful of dirt.”

Autorenfilmer Jim Jarmusch hat zweifellos seine Anhänger, und auch wenn seine Filme normalerweise für ein großes Publikum uninteressant bleiben, so kann man doch sagen, dass sie das gewisse Etwas haben und zumindest interessierte Kunstfilmfreunde für sich gewinnen können. Mit The Limits of Control beweist Jarmusch erneut, dass man von ihm eigentlich nur das Unerwartete erwarten kann, aber mit seinem neusten Werk sorgt er vor allem für ein großes Fragezeichen. Denn obwohl sein Film durchaus interessant und optisch betörend ist, werden wohl nur die wenigsten seine vielen Rätsel dechiffrieren können.

Ein einsamer Mann (Isaach De Bankolé) bekommt von einigen geheimnisvollen Männern den Auftrag sich nach Spanien zu begeben, und dort etwas zu erledigen. Obwohl der Auftrag nicht näher bestimmt wird, scheint es sich um eine illegale Aktion im Verborgenen zu handeln. Doch es wird bald schon klar, dass alles etwas anders als gewohnt ist. Denn auf seiner Reise durch das Land trifft er die verschiedensten skurrilen Charaktere, die ihm in versteckten Hinweisen den Weg weisen. Doch worauf läuft das alles hinaus?

Genau das ist die Frage, und ich möchte gleich vorweg nehmen, dass Jim Jarmusch dafür keine Antwort im Ärmel versteckt hält. Jarmusch ist zweifellos ein ausgezeichneter Indie-Regisseur, und konnte bis dato seinen eigenen Stil durchziehen und damit überzeugen. In The Limits of Control verlässt er aber seinen eigenen Weg, und scheint viel eher im Schatten eines David Lynchs zu wandern. Das Problem dabei ist nur, dass Jarmusch hier oftmals etwas verloren wirkt.

Denn obwohl er gekonnt eine faszinierende, surreale Atmosphäre kreiert verliert sich The Limits of Control in seinem eigenen, kryptischen Konzept, und verliert den Zuseher schließlich auf halben Weg. Zu Beginn aber schafft es der Film noch zu überzeugen. Gemeinsam mit Kameramann Christopher Doyle hat Jim Jarmusch wirklich beeindruckende Bilder erschaffen, die es schaffen das Publikum in Trance zu versetzen und so einzunehmen, dass man sich auf die meditative Reise einlässt.

Dabei erweist sich The Limits of Control nur als in Ansätzen narrativ, denn einmal abgesehen von den vollkommen schrägen Figuren, deutet so einiges auf eine rein spirituelle Reise hin, die manchmal wie ein Traum, aber manchmal auch wie die letzte Vision eines Sterbenden wirkt. Für diesen Ansatz sprechen auch die zahlreichen Doppelungen, Spiegelungen und Wiederholungen die Jarmusch eingebaut hat, und die ebenfalls auf einen tranceartigen Zustand hindeuten.

Dieses Konzept hätte auch wirklich gut funktionieren können, doch einmal ganz davon abgesehen, dass die unzähligen Wiederholungen sich äußerst ermüdend auf das Publikum niederschlagen, hat es Jim Jarmusch versäumt dem Publikum wirkliche Hinweise an die Hand zugeben, die dazu beitragen könnten, dass man sein filmisches Rätsel entschlüsselt. Denn in dieser Form ist der surreale Stil ein Freibrief für alles was einen durch den Kopf geht. Und so interessant The Limits of Control an manchen Stellen auch ist, so enttäuschend ist es doch schließlich, dass der Film stets ein Buch mit sieben Siegeln bleibt.

Nicht gerade förderlich ist dabei auch die Inszenierung von Jarmusch. Denn obwohl er bei seinem neusten Werk auf recht viele Schnitte setzt, fühlt sich der Film durch seine spezielle Inszenierung doch recht langatmig an. Das liegt auch daran, dass der Hauptdarsteller kaum ein Wort über die Lippen bringt, und sich die Szenen eben ständig wiederholen. Das alles sorgt schließlich dafür, dass The Limits of Control nicht an die anderen Werke von Jarmusch anschließen kann. Aber dank der interessanten Bilder und einer gut ausgearbeiteten, surrealen Atmosphäre, können Anhänger des Regisseurs durchaus einen Blick riskieren.

Fazit:
Mit seinem neusten Werk hat sich Jim Jarmusch einige Schritte von seinem eigenen Stil wegbewegt, und sich stattdessen auf das Oeuvre eines David Lynch zubewegt. Doch im direkten Vergleich mit dem, zumindest ähnlich gelagerten, Mulholland Drive, werden die Schwächen von The Limits of Control so richtig deutlich. Denn obwohl die surreale Atmosphäre sehr gefällig ist, und der Film auch interessant geworden ist, fehlen doch Hinweise, die beim Entschlüsseln des chaotischen Rätsels helfen könnten. Somit fällt es denkbar schwer das Gezeigte zu verarbeiten und zu deuten. Die vielen Wiederholungen und der, trotz schnellen Schnitten, recht langatmige Fluss des Films sind dabei auch nicht gerade förderlich. Doch trotz allem hat der Film etwas, und Anhänger des Regisseurs können durchaus einen Blick riskieren. Auch wenn Jarmusch zweifellos ein gutes Stück von der Klasse seiner früheren Filme entfernt ist.

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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