Arac Attack

OT: -  95 Minuten -  Horror / Komödie
Arac Attack
Kinostart: 15.08.2002
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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680
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Filmkritik zu Arac Attack

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Der neuseeländische Filmemacher Ellory Elkayem hatte mit seinem Kurzfilm „Larger Than Life“ und dem in die selbe Kerbe schlagenden „They Nest“ keinen Hehl aus seiner Vorliebe für ekelige Krabbelviecher gemacht und erhielt von den Mannen um Blockbuster-Spezialist Roland Emmerich („Independence Day“, „The Day After Tomorrow“) schließlich auch die Gelegenheit seinen Faible im großen Stil aufzuziehen. „Eight Legged Freaks“ war allerdings leider kein großer Publikumserfolg beschert, was dann wohl letztlich auch der Grund war, warum der eigentlich talentierte Regisseur sich inzwischen miesen Auftragsarbeiten („Return of the Living Dead: Necropolis“, „Return of the Living Dead 5: Rave to the Grave“) widmen muss. Schade.

Denn sein „Eight Legged Freaks“ zeichnet sich als ein Mix aus Hommage und Parodie nach einem etwas trägen Beginn durch einen meistens ziemlich hohen Unterhaltungsgrad aus, der selbstironisch mit den seit Jahrzehnten gestapelten Klischees jongliert und darüber hinaus im Kontext sinnlose, aber witzig eingestreute Querverweise darbietet. Der Filmspaß soll Programm sein und diese Vorgabe erfüllt Ellory Elkayem eigentlich auch mit nur wenigen Abstrichen. Das Szenario verhält sich darüber natürlich traditionsgemäß klischeehaft. Eine Tonne Giftmüll als Ursache allen Übels verwandelt über den Umweg der Nahrungsaufnahme die 200 Exemplare umfassende Spinnenfarm von Joshua Taft (Tom Noonan, „Manhunter“, „Last Action Hero“) in ein Tollhaus. Die gefräßigen Krabbler mutieren zu einer stattlichen Größe und attackieren die nahe gelegene Kleinstadt ohne Rücksicht auf Verluste.

Um vom Start wegzukommen und die traditionellen Stereotypen kurz vorzustellen, fährt „Eight Legged Freaks“ leider mit angezogener Handbremse an. Elkayem hätte gut daran getan das Tempo früher hochzufahren, weil alle Figuren ohnehin nur den Standards entsprechen müssen. Vom minderjährigen, brillentragenden Spinnen-Nerd, dem starrköpfigen Bürgermeister und dem gerade im richtigen Moment nach Hause heimkehrenden Held über den reizenden, weiblichen Sheriff und deren trotteligen Deputy ist alles am Start. Auch der seine Verschwörungstheorien preisende Schwarze mit paranoider Invasionsphobie darf nicht fehlen und dazu gibt es eben jede Menge Futter, das eingesponnen und ausgesaugt werden kann.

Während Telefone ihren Geist aufgeben und Haustiere verschwinden, beginnen die Viecher dann auch gen Stadt zu hüpfen und schnappen sich zunächst ein paar Motorcrossbiker, bevor ein Tanklastwagen ihnen zumindest kurzfristig Einhalt gebietet. Der Gag an der Sache sind natürlich die putzigen Spinnen, die hüpfend und mit seltsamen Quiekgeräuschen sich teilweise ganz schön überheblich und unvorsichtig an ihre Beute machen und dabei nicht immer ihrem Instinkt vertrauen sollten. Ob nun an Kabeln abseilend und gegen Wände oder Glasscheiben knallend oder einfach in feurigen Infernos, die Brut stellt sich phasenweise schön blöd an, was ihre Anzahl aber sofort nivelliert. Die Attacke auf die Stadt stellt sich angesichts der verdatterten, ungläubigen Bewohner auch als das Highlight heraus. Obwohl die zusammengewürfelte Rettungstruppe um Sheriff Samantha Parker (Kari Wuhrer, „Anaconda“, „King of the Ants“), Töchterchen Ashley (vor ihrem Durchbruch: Scarlett Johansson, „Lost in Translation“, „The Island“) und Heimkehrer Chris McCormick (David Arquette, „Scream“, „Ravenous“) noch irrwitzig klingende Warnungen per Radio ausspricht, trifft die Invasion nämlich alle unvorbereitet und so verbarrikadiert man sich im neuen Einkaufszentrum.

Die stets verdatterten Reaktionen der Spinnen auf Gegenwehr, Verletzungen oder zerschossene Verwandte (Grundsätzlich ein kleiner Splatteranfall) und die manchmal eben tölpelhaften Versuche der Beteiligten sich ihrem Schicksal zu widersetzen, sind dabei dann das Salz in der Suppe, weil man sich mit allen möglichen Utensilien von der Kettensäge bis zur Mistgabel bewaffnet, um dem eindringenden Getier Herr zu werden. Urkomische Momente, wie die beiden im Vordergrund stehenden Cops und die sich dezent dahinter scharrenden Überlebenden oder eben der Versuch auf dem Dach via Antenne den Notruf zu wählen, der dann prompt ungläubig auflegt, garnieren den flotten Spaß. Gut getimte Einfälle, wie die herumhuschende Spinne im Zelt oder der Versuch einen ausgestopften Elchkopf zu fressen, bieten wirkliche Zwerchfellattacken. Zumindest für dieses Kapitel haben die Macher sich echt was einfallen lassen und drücken auf die Tube, um auch alles unterbringen zu können.

Schade, dass dem Film dafür auf der Zielgeraden die Puste ausgeht. Der Rennerei durch den Stollen auf der Suche nach einem Ausgang und dem vorprogrammierten Duell mit der Königin, die dort unten haust und fürstlich speist, fehlt der gute Witz sowie noch einmal eine Portion Action. Auch wenn die Plage natürlich entsprechend ausradiert wird und in dieser gefährlichen Situation Chris endlich mit Sam zusammenkommt, um auch noch die obligatorische Romanze zu bedienen, fehlt der entsprechende Höhepunkt zum Abschluss. Nichtsdestotrotz bleibt „Eight Legged Freaks“ trotz kleinerer Längen ein Riesenspaß für Jung und Alt. Dreist und ungeniert werden mit einer unwahrscheinlich hohen Frequenz munter alle Genreregeln, die diese Filmgattung jemals hervorgebrachte, aufgefahren und zelebriert, so dass vor allem Genrefreunde so richtig auf ihre Kosten kommen werden. Die Darsteller ziehen dementsprechend auch mit, da sie offensichtlich ihren Spaß hatten, was dem Unsinn natürlich sehr zum Vorteil gereicht.

Fazit:
Herrlich leichtfüßiger, selbstironischer Monsterspaß mit viel Drive, guten Witzen und gelungenen Parodien, der es sich zur Aufgabe gemacht alle erdenklichen Klischees aufzureihen, um sie dann ganz genüsslich durch den Kakao zu ziehen. Kleinere Temposchwierigkeiten und ein etwas zu unspektakuläres Ende verzeiht man angesichts der sonstigen guten Laune da schon mal. Die animierten CGI-Spinnen und ihr ulkiges Verhalten erweist sich dabei als ständiges Quelle für urkomische Gags. Die sichtlich begeisterten Darsteller steigen darauf ein, so dass „Eight Legged Freaks“ wirklich riesigen Spaß macht. Die Geeks dürfen darüber hinaus ständig aufpassen, welcher Klassiker gerade zitiert wird. Frech und mal was anderes, aber bitte keine Neuinterpretation von „Them!“ oder „Tarantula“ erwarten.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4.7/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 12
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