Illuminati

OT:  Angels & Demons   -  140 Minuten -  Mystery / Thriller 
Illuminati
Kinostart: 15.05.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
6796
Bewerten:

Filmkritik zu Illuminati

Von am
Da die erste Dan Brown Verfilmung Das Sakrileg vor versammelter Weltpresse, bei seiner Premiere in Cannes ausgebuht wurde, hat man sich diesmal gleich wohlwissend gegen eine Premiere an der Croisette entschieden. Stattdessen hat man sich eine andere Location ausgesucht, die jedoch erneut für Diskussionen sorgte: Da der Vatikan in Anbetracht des Vorgängers jede Zusammenarbeit verweigerte und auch keine Drehgenehmigung gewährte, hat man die Premiere des Films nach Rom verlegt, also quasi direkt in Sichtweite des „Gegners“. Dabei erweisen sich all die Streitereien mit der Kirche wieder einmal als kleinlich und unsinnig. Denn Illuminati ist ein konventioneller Sommerblockbuster, der niemanden weh tut. Ob er stattdessen allerdings Begeisterungsstürme auslösen wird, ist wiederum eine andere Frage.

Im Schweizer High-Tech Laboratorium CERN ist es den Wissenschaftlern gelungen höchst instabile Antimaterie herzustellen. Das Problem dabei ist nur, dass jemand einen Behälter mit Antimaterie gestohlen hat und diesen im Vatikan positioniert hat. Gleichzeitig wurden vier Kardinäle entführt. Der Entführer verkündet, dass er jede Stunde einen der Kardinäle hinrichten wird, und dass darauf die Batterie des Antimateriebehälters leer sein wird, was zu einer gigantischen Explosion führt, die den ganzen Kirchenstaat vernichten wird. Inspektor Ernesto Olivetti (Pierfrancesco Favino) ruft Professor Robert Langdon (Tom Hanks), der in den Vatikan gebracht wird um sich auf die Suche nach dem Pfad der Erleuchtung zu begeben, der ihn wohl zum Entführer führen könnte. Denn man vermutet dass die Illuminati den Krieg gegen die Kirche erklärt haben…

Nach dem durchschlagenden Erfolg des Vorgängers war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis sich Hollywood auch auf den zweiten Robert Langdon Roman von Dan Brown stürzen würde. Denn ungeachtet der Reaktion der Kritiker und der Kirche fand das Publikum seine Freude an Das Sakrileg, und so konnte der Film immerhin stolze 758 Millionen Dollar in die Kassen spülen. Da Regisseur Ron Howard seit jeher jemand ist, der zwar durchaus im Stande ist gute Filme zu machen, man denke nur an Apollo 13, oder erst kürzlich Frost/Nixon, aber eben auch als klassischer Auftragsregisseur gilt, war es auch nicht schwer ihn erneut für die Regie zu gewinnen. Tom Hanks war zwar bereits im ersten Teil nicht gerade die beste Besetzung für diese Rolle, aber im Rahmen der Kontinuität war es natürlich nicht möglich ihn zu ersetzen.

Stilistisch orientiert sich Ron Howard in seiner Inszenierung natürlich auch sehr am Vorgänger. Dabei hat es aber vor allem für Probleme gesorgt, dass der Vatikan jegliche Drehgenehmigung verweigert hat, und das Team folgedessen auch in Rom Probleme hatte. Jeder der die Vorlage kennt, versteht das Dilemma: Denn Dan Brown schaffte es vortrefflich das Reisefieber zu entfachen, sodass man sich am liebsten selbst von der Pracht der Sehenswürdigkeiten der Stadt überzeugen wollte. Doch da es keine Drehgenehmigung gab, musst mit dem Computer getrickst werden, oder die Ortschaften nachgebaut werden. Dies raubt dem Film jedoch einiges an optischer Kraft.

Ron Howard hat zusätzlich auch noch einige visuelle Spielereien eingebaut, die man nicht unbedingt gebraucht hätte. Als unsinnigstes Beispiel sei hier die Eröffnungsszene im CERN Labor erwähnt, die die Kreation der Antimaterie durch wilde Kamerafahrten visualisiert und dabei für Kopfschmerzen bei allen Zusehern sorgt, die sich auch nur ein bisschen mit Physik auskennen. Doch daran soll es nicht scheitern, da man ja von einem reinrassigen Sommerblockbuster auch kaum etwas anderes erwarten konnte.

Viel schlimmer ist jedoch der Erzählrhythmus, der in Illuminati kaum als „Rhythmus“ bezeichnet werden kann. Rasend schnell und ohne Gespür für die Atmosphäre der Vorlage werden hier die Ereignisse heruntergerasselt, ohne dabei jedoch wirklich den Zuseher zu erreichen. Das Problem ist einfach, dass es hier durchgehend Schlag auf Schlag geht, sodass sich kaum Spannung aufbauen kann, und der Film in gewisser Weise zur Nummernrevue wird. Dies wirkt sich vor allem dann aus, wenn man die Vorlage kennt. Nichtkenner, dürften etwas mehr Freude am Film haben.

Kann man aber über diese Mängel hinwegsehen, dann kann Illuminati durchaus für einen kurzweiligen Abend sorgen. Denn durch den rasenden Schnitt des Films gibt es eigentlich keine Gelegenheit dass Langeweile aufkommt und dank einem stets unterhaltsamen Ton und durchaus interessanten Rätseln, schafft es der Film durchaus sein Publikum bei der Stange zu halten. Illuminati ist also, ähnlich wie sein Vorgänger, keine wirklich astreine Adaption, aber wer sich auf die Schwächen einstellt, oder die Vorlage nicht kennt, der wird durchaus einen kurzweiligen Abend verbringen.

Fazit:
Illuminati kränkelt vor allem am viel zu überhetzten Erzählfluss, aber auch an der Tatsache dass Tom Hanks sicher nicht die Topbesetzung für diese Rolle ist. Die Stimmung des Buchs kann der Film also in keiner Sekunde einfangen, und auch der Spannungsbogen wirkt nicht optimal in den Film übertragen. Doch für Nichtkenner der Vorlage und alle die sich auf die Schwächen einstellen wird dennoch genug Unterhaltungswert geboten, sodass ein kurzweiliger Abend im Kino gesichert sein dürfte. Doch so richtig überzeugend ist auch diese Dan Brown Verfilmung nicht, und ein Pflichttermin im Kino sieht definitiv anders aus.

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.2/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 34
10 /10
3%
9 /10
9%
8 /10
6%
7 /10
26%
6 /10
21%
5 /10
21%
4 /10
12%
3 /10
0%
2 /10
3%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Lost Highway
Die Hochzeits-Crasher
The Da Vinci Code - Sakrileg (2006)
Das Waisenhaus
Rebecca
Police Academy - Dümmer als die Polizei erlaubt (1984)
Bruce Allmächtig (2003)
Der Einzelgänger (Thief)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!