The Fast and the Furious: Tokyo Drift

OT: -  104 Minuten -  Action
The Fast and the Furious: Tokyo Drift
Kinostart: 13.07.2006
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 01.09.2011
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Filmkritik zu The Fast and the Furious: Tokyo Drift

Von am

Drei Jahre nach „2 Fast 2 Furious“ setzt „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ den Abwärtstrend der PS-starken Reihe fort und blieb gleichzeitig an den Kinokassen auch deutlich hinter den Einspielergebnissen der beiden kommerziell sehr erfolgreichen Vorgänger zurück. Es würde mich angesichts des sinkenden Niveaus auch gar nicht wundern, wenn Universal sich bald daran macht, auch diese Franchise mit DTV-Sequels auszuschlachten, denn der dritte Teil trägt schon alle Anzeichen für diese Ausrichtung. Wären da nicht die teuren Karren und ein paar herrliche Shots der nächtlichen Skyline Tokios, hätte man den Streifen gleich direkt auf DVD pressen können und keiner hätte sich beschwert.

„The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ erweist sich nämlich leider als die sehr belanglose Geschichte des aufsässigen Teenagers Sean Boswell (Lucas Black, „Deepwater“, „Jarhead“) aus mittelklassigen Verhältnissen, der den reichen, arroganten Schnösel Clay (Zachery Ty Bryan, „Home Improvement“) in seiner Luxuskarre herausfordert. Auf einem verlassenen Baugelände kommt es zum Duell und einem schweren Unfall, den zwar beide überleben, aber die Polizei auf den Plan bringt. Clay kommt dank seines reichen Vaters glimpflich aus der Sache heraus, dem Unruhestifter Sean droht indes das Jugendgefängnis. Seine Mutter kann mit dem Cop jedoch noch ein Arrangement treffen. Sean muss zu seinem Vater nach Tokio ziehen, obwohl er mit ihm nicht sonderlich gut kann. Natürlich denkt er gar nicht daran sich an die Regeln seines Erzeugers zu halten und schnüffelt gleich beim nächsten Underground-Rennen herum. Dort legt er sich mit einem Yakuza-Mitglied (ein wandelndes Klischee: Brian Tee) an, fährt eine geliehene Karre im Rennen zu Schrott und steht nun in der Schuld des Gangsters Han (Sung Kang, „Roque“). Zu allem Überfluss muss er sich auch noch in die schnuckelige Neela (Nathalie Kelley) verknallen, die wiederum mit dem driftenden Yakuza-Typen zusammen ist. Also muss Han Sean trainieren, damit er in Neelas Herz driften kann...

Klingt nicht sonderlich innovativ und so kommt der Film auch rüber. Justin Lin serviert nach „Annapolis“ schon den zweiten Rohrkrepierer in Folge, pflegt zwar einen angenehm schicken Look, hat aber leider überhaupt keine Ahnung wie er eine Story einigermaßen interessant erzählen soll. Selbst die Actionszenen sind noch einmal eine ganze Liga schwächer als in den Vorgängern. Richtig überzeug kann auch nur das erste Rennen zu Kid Rocks "Bawitaba" in Amerika. Obwohl man für die Drift-Rennen in Japan extra Spezialisten aus der Szene hinzuzog, sehen die Rennen recht unspektakulär aus. Teil 3 kann in keiner Weise irgendwo die Vorgänger übertrumpfen und zieht in allen Belangen den Kürzeren. Das Driften an sich ist inklusive ein paar toller Manöver schon ein sehenswertes Gimmick, aber es wird so häufig eingesetzt, dass es sich viel zu schnell abnutzt. Spätestens nach dem zweiten Rennen öden die quietschenden Rutschpartien nur noch an. Das Finale leidet zudem unter einem ganz miesen Schnitt.

Die Darstellerriege setzt sich aus einer austauschbaren Talentwüste zusammen, von denen sich lediglich Sonny Chiba als Gangsterboss distanziert. Gerade er sollte sich aber für so eine Produktion zu schade sein. Lucas Black fällt in der Hauptrolle als unverbesserlicher PS-Junkie gleich ganz durch und die asiatische Fraktion bringt in ihren stereotypen Rollen auch nichts zustande. Wenigstens gibt es ein paar hübsche Einblicke und einen witzigen, wenn auch komplett überflüssigen Cameo zum Schluss, der ein wenig von den schwachen Leistungen ablenkt.

Lin legt „The Fast and the Furious: Tokyo Drift” nach dem ordentlichen Auftakt in einer allzu typischen Manier auf. So erlebt Sean in Tokio zunächst mal eine völlig andere Kultur, an die er sich nur mühsam gewöhnt (Mal kann er Japanisch und dann wieder nicht?), in der Schule beobachtet man ihn argwöhnisch, aber mit dem geschwätzigen Twinkie (Bow Bow, „Like Mike“, „Roll Bounce“) hat er gleich einen neuen Kumpel an der Hand, der mit Markenplagiaten handelt und ihm die Gepflogenheiten dieser Welt erklärt. Daneben noch kurz und halbherzig eingewobene Diskussionen mit seinem Vaters, der nicht auf seinen rebellischen Sohn einwirken kann und natürlich immer wieder Stress und eine blutige Fresse, weil er die Finger nicht von Neela lässt. Irgendwann kulminieren dann unüberwindbare Konflikte, jemanden platzt der Arsch, einer stirbt und ein finales Drift-Rennen gegen den zum Erzfeind auserkorenen Yakuza-Fatzken entscheidet alles. Hurra...

Nur leider zündet „The Fast and the Furious: Tokyo Drift” niemals. Der belanglose Konserven-Plot kleckert 95 Minuten vor sich hin, ohne sich auch nur einmal die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu verdienen. Die Schose wirkt so unglaublich konventionell, als ob man einfach nur behelfsmäßig ein paar Zeilen, um die schick getunten Autos geschrieben hätte. Auch die Vorgänger waren keine Ausgeburten intelligenter Unterhaltung, aber sie besaßen den nötigen Drive, den die Stippvisite in Tokio einfach nie entwickelt. Die Metropole selbst hält laut, modern, glitzernd und grell noch einige Momente für das Auge bereit, die das Geschehen ein wenig aufwerten, aber natürlich nicht ausreichen, um den ganzen Film zu tragen. Die Underground-Szene kennt man so zwar schon aus den Vorgängern, weil es sich in Tokio ganz ähnlich verhält, die weiteren Locations erhalten aber schon einen Exotik-Bonus. Wer darüber hinaus auf schick getunte Vehikel mit extraordinären Ausstattungen steht, wird sich natürlich auch hier ganz in Ruhe einen orgeln können.

Abseits dessen weidet sich Lin vorwiegend gern in den auf geleckten und geschniegelten Bildern. Viele leicht bekleidete Frauen, auf Hochglanz polierte Autos und eine vorgegaukelte Coolness dominieren das Geschehen. Der Humor gibt sich leider ganz platt. Von der Kultur und der Einblick in die Szene bleibt dabei überhaupt keine Zeit, was den faden Geschmack des trivialen Ablaufs noch potenziert. Man könnte sich als Zuschauer nach den ersten 10 Minuten des Films genauso eine Liste abzuhandelnder Klischees schreiben und „The Fast and the Furious: Tokyo Drift” würde sie alle bringen – sogar in der Reihenfolge. Wirklich herunter ziehen diesen Film aber eigentlich die blassen Figuren, die aufgesetzte Coolness und die lächerlichen Pseudokonflikte zwischen ihnen. Da fühlt Sean sich als Außenseiter, verliebt sich und sucht nach seiner Berufung, aber so desinteressiert, wie „Cellular“ - Drehbuchautor Chris Morgan diese Motive abhandelt, war ihm wohl gar nicht daran gelegen zwischenmenschliche Komponenten zu integrieren. Ich erwarte hier ja auch anspruchslose Unterhaltung, möchte aber zumindest soweit eine Beziehung zum Film aufbauen, das ich mit den Protagonisten mitfiebern oder mich an der Inszenierung ergötzen kann. „The Fast and the Furious: Tokyo Drift” gelingt weder das eine noch das andere.

Fazit:
Belangloser Inhalt mit schicker Verpackung. Für meinen Geschmack erweist sich der zweite Aufguss als bereits zu öde Angelegenheit, die mit ihrem brüchigen Behelfsplot nun wirklich keinen Blumentopf mehr gewinnt. In der einfallslosen Geschichte tummeln sich die Klischees nur so, während sich lauter Stereotypen die Klinke in die Hand geben. Optisch geht „The Fast and the Furious: Tokyo Drift” noch klar, aber die Darsteller sind in diesem innovationslosen Aufguss auch keine Offenbarung.

 

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4.6/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 13
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