Che - Teil 1: Revolucion

OT:  Che - Part 1: The Argentine   -  126 Minuten -  Biopic 
Che - Teil 1: Revolucion
Kinostart: 12.06.2009
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Che - Teil 1: Revolucion

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Man kennt es mittlerweile, dass Steven Soderbergh ein Regisseur ist, der in seiner Herangehensweise oft stark variiert. Seien es lockere Unterhaltungsfilme wie die spaßigen Ocean’s Filme, die sich als Hollywoodkino von seiner besten Seite präsentieren, oder politisch ambitionierte Werke wie Traffic, für den Soderbergh auch den Oscar als Bester Regisseur erhalten hat. Dazwischen gibt es noch Filme wie Erin Brockovich, bei denen sich Unterhaltung und Ambition irgendwo in der Mitte treffen. Sicher kann man sich nur sein, dass Soderbergh immer eine interessante Herangehensweise wählt (man denke nur an The Good German, oder den radikalen Stilwechsel zwischen Ocean’s Eleven und Ocean’s Twelve) die es schafft zu polarisieren. Und hier ist auch sein neustes Werk nicht anders.

Ernesto “Che” Guevara (Benicio Del Toro) bricht im November 1956 gemeinsam mit Revolutionsführer Fidel Castro (Demián Bichir) nach Kuba auf, um dort eine Revolution zu entfachen. Gemeinsam und durch Unterstützung einer kampfbereiten Truppe will man den Diktator Fulgenico Batista stürtzen. Der charismatische Hardliner Guevara wird bald schon zur Leitfigur der Revolution und zu einem der wichtigsten Unterstützer Castros…

Steven Soderbergh hat einen Faible für aussergewöhnliches Material und da bietet sich die Geschichte des ikonischen Che Guevara ja geradezu an. Bald schon wurde auch klar, dass es kaum zumutbar ist das Gesamtwerk in einem Film in die Kinos zu bringen, und so hat man sich dazu entschlossen Soderberghs Che Film auf zwei Teile zu spalten. Den Auftakt bildet Che – Revolucion der die Geschichte der kubanischen Revolution erzählt, und weiter geht es in Che – Guerilla, der Ches Aufenthalt in Bolivien thematisiert.

So gut wie jeder kennt die Bilder von Che Guevara, doch nur die wenigsten die sein Bild auf einem T-Shirt tragen, kennen auch die Geschichte dahinter. An dieser Situation wird sich aber auch durch den Besuch von Steven Soderberghs Mammutwerk nur bedingt etwas ändern. Denn von einem vollständigen Biopic ist der Film (als Gesamtwerk betrachtet) ein gutes Stück entfernt. Im Wesentlich konzentriert man sich auf die zwei wichtigsten Revolutionsphasen seines Lebens, unterbrochen durch seine feurigen Reden als UNO-Vertreter und einem späteren Interview. Sein Werdegang wird dabei jedoch etwas unter den Tisch gekehrt.

Doch das muss nicht weiter tragisch sein, jedoch ist es nicht so, dass Soderbergh die Zeit die ihm durch diese Reduktion bleibt effizient nutzt. Häufig verliert er sich in Wiederholungen, und schifft um den Kern seines Films herum, ohne jemals wirklich genau ins Schwarze zu treffen. Dies soll keinesfalls bedeuten, dass sein Che ein misslungenes Projekt wäre – im Gegenteil, eigentlich ist der Film relativ interessant und auch filmtechnisch versiert auf die Leinwand gebracht. In seinen besten Momenten erinnert der Film gar an den Stil den ein Oliver Stone in Filmen wie JFK prägte.

Doch genau durch diesen Vergleich wird einem auch wieder bewusst wo Soderbergh scheitert. Denn er schafft es nicht durch diesen Stil viele Details so zu arrangieren, dass sie ein großes Ganzes ergeben. Stattdessen füllt er den Raum viel zu sehr mit Belanglosigkeiten, und versperrt damit den Blick auf die wahre Person Che Guevara. Denn so sehr er sich auch Mühe gibt mit großer Authentizität ans Werk zu gehen, so unmöglich scheint es doch einen wirklich differenzierten Blick auf Ches Charakter zu werfen.

Ausgeglichen wird dieses Manko durch eine fabelhafte Performance von Benicio Del Toro, der für seine äußerst engagierte Darbietung den Preis als Bester Darsteller in Cannes erhalten hat. Er schafft es Facetten in die Performance zu bringen, wo das Drehbuch es alleine nicht schaffen würde, und blüht unter der Regie von Soderbergh förmlich auf. Leider bleibt er auch der einzige Darsteller der wirklich herausscheint, ansonsten ist es oft schwer die zahlreichen Nebendarsteller wirklich zuzuordnen.

Doch das Geschriebene klingt bis jetzt etwas zu negativ. Denn in Wirklichkeit ist Steven Soderbergh ein stimmiger Film gelungen, der es schafft durchgehend zu faszinieren, und der speziell im Finale auch eine nicht zu unterschätzende Kraft erreicht. Wunderschöne Bilder, eine fein dosierte Prise Humor und vor allem viel Authentizität sorgen schließlich dafür, dass der Film absolut sehenswert bleibt. Auch wenn das ambitionierte Projekt schlussendlich nicht ganz gelungen ist, und trotz seiner Länge oftmals nur an der Oberfläche verharrt.

Fazit:
Der erste Teil von Steven Soderberghs Che Mammutprojekt schafft es leider nicht durchgehend zu überzeugen. Dies liegt vor allem daran, dass der Film trotz seiner Länge nur selten durch die Oberfläche bricht, und es weder schafft vollständig in die Tiefe zu gehen, noch das Leben von Che Guevara wirklich in der Breite zu erzählen. Soviel zu den Kritikpunkten, denn wenn man diese verschmerzen kann, wird man mit einer großartigen Leistung von Benicio Del Toro und einem interessanten Film belohnt. Denn trotz seinen Schwächen bleibt Che – Revolucion absolut sehenswert und schafft es durch wunderschöne Bilder zu verzaubern.

Wertung:
7/10 Punkte

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