![]() ![]() So finster die Nacht OT: Let the Right One In Regie: Tomas Alfredson Drehbuch: John Ajvide Lindqvist Filmstart: 01.05.2009 | Laufzeit: | Horror / Thriller |
Ein anonymer, verschneiter Vorort von Stockholm im Jahre 1982: Oskar (Kåre Hedebrant), ein bleiches und untersetztes Einzelkind, hegt gewalttätige Rachegelüste gegen seine ihn schikanierenden Klassenkameraden. Die Tatsache, dass seine Eltern geschieden sind, sein Vater ein zwar liebevoller, allerdings dem Alkohol ausgelieferter Charakter ist und seine Mutter wenig bis keine Zeit für ihn opfert, lässt Oskars bisher noch unterdrückte Gewaltfantasien immer weiter aufblühen. Als eines Nachts die mysteriöse Eli (Lina Leandersson) und ihr vermeintlicher Vater Hakan (Per Ragnar) die Nebenwohnung beziehen, scheint Oskar eine neue, wenn auch anfangs unterkühlte und vorsichtige Bekanntschaft zu machen. Doch zusammen mit der Ankunft der beiden menschenscheuen Nachbarn folgt eine brutale Mordserie in der unmittelbaren Umgebung, die in weiterer Folge auf das seltsame Verhalten von Eli zurückzuführen ist…
Unterwerfen deshalb, weil sein Hauptaugenmerk nicht ausschließlich auf den Vampirismus innerhalb der Rahmenhandlung liegt, sondern vielmehr auf dem komplizierten Wechselspiel der beiden Hauptdarsteller Oskar und Eli: Während der eine mit seinem Schicksal als ewig vernachlässigter Prügelknabe ringt, muss der andere Protagonist mit seinem Leben in der ständigen gesellschaftlichen Unsichtbarkeit umzugehen wissen. Dies ist zugleich auch der Schnittpunkt beider Charaktere: Das gesellschaftliche Abseits stellt eine gemeinsame Bürde dar, während das Buhlen um Zuwendung für beide eine Notwendigkeit bedeutet, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven.
Bemerkenswert erweisen sich vor allem die herausragenden schauspielerischen Leistungen beider Hauptdarsteller: Schon die einleitende Taxi Driver-Hommage von Kåre Hedebrant verrät seine kommende brillante Darstellung, die nur durch die ebenso eindrucksvolle Leistung von Lina Leandersson überflügelt wird. Das ambivalente Verhalten des (körperlich) jungen Blutsaugers, das zugleich Bedrohung, Einsamkeit und Verletzlichkeit ausdrückt, stellt Leandersson mit nachhaltiger Überzeugungskraft dar.
Fazit:
Schon mal einen Film auf Schwedisch gesehen und in den ungewöhnten Klängen dieser seltsam anmutenden Sprache versunken? Wenn nicht, ist die OmU-Fassung von Let the Right One In die beste Gelegenheit dazu. Auch wenn die Furcht vor der mittlerweile schon in der Produktion befindlichen US-Remake-Version vorherrschend ist (und dies möglicherweise ja auch ein Zeichen für einen potentiell erfolgreichen/eindrucksvollen Film ist), sollte man sich diesen Geheimtipp unter keinen Umständen entgehen lassen. Sowohl Freunden des Vampir-Genres als auch Fans von atmosphärischen Horror-Thrillern ist Let the Right One In bedenkenlos zu empfehlen, da der Film beide Seiten mit Bravour bedient und den gewagten Spagat zwischen ernstzunehmender Fiktion und fantastischem Realismus mit Leichtigkeit zu absolvieren vermag. Dennoch ist Vorsicht geboten: Hierbei handelt es sich nicht um eine Spielart des Vampirgenres a la Twilight (also keine glitzernden Schönmenschen mit bedeutungsschwangeren Blicken während Baseballspielen vorhanden) oder den Blade-Teilen (kein Hauptaugenmerk auf stylische Aktion), sondern um einen eher zum Nachdenken anregenden, eleganten Film ohne unnötigen Ballast, der zum Mitfrösteln im Kinosaal einlädt.
Bewertung:
9/10 Punkte
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