Red Water

OT: -  120 Minuten -  Horror
Red Water
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Red Water

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Angesichts der allgemein vorherrschenden, mauen Hai-Attacken der Marke „Shark Attack“ oder „Shark Zone“ kann man bei „Red Water“ fast noch von einer positiven Überraschung schreiben. Obwohl es auch für diesen Streifen nicht zum Genredurchschnitt reicht, kommt es ihm sehr gelegen, dass der Killer-Hai nicht die Hauptrolle spielt, sondern ein paar bekannte Gesichter durch die mal wieder sehr genretypisch gehaltene Story turnen. Es mangelt eben nur an einer schmissigen Regie.

Wobei Regisseur Charles Robert Carner (u.a. Autor von „Blind Fury“) den innovationslosen Stoff ganz ansprechend gestaltet. Ähnlich wie schon mit seinem „Die Hard“ – Ripoff „Christmas Rush“ backt er das Szenario visuell recht professionell, muss allerdings bei den Hai-Attacken und ein paar mies getricksten CGI-Unterwasserexplosionen Abstriche hinnehmen. Ansonsten passt aber alles zusammen, obwohl eine eigene Handschrift fehlt. Es ist allerdings fraglich, ob man die bei solchen Produktionen überhaupt definieren kann.

Lou Diamond Phillips („Blaze of Glory”, „Bats”) wird nicht nur langsam alt, sondern unterschreibt auch vorbehaltlos für jeden Mist und findet sich hier als Ölbohr-Spezialist John Sanders in einer persönlichen Krise wieder. Einst DIE Koryphäe auf seinem Gebiet, konnte er sich nie verzeihen den tragischen Unfalltod einiger Arbeiter verantwortet zu haben. In Schuldkomplexen versunken, ist er deswegen wieder in seine Heimat Louisiana zurückgekehrt und verdingt sich dort mehr schlecht als recht als Fischer.


Die Bank sitzt ihm schon im Nacken, weil er mit den Raten des Bootes im Verzug ist, die Fischersaison läuft schlecht und zu allem Überfluss treibt auch noch ein Hai sein Unwesen, der in Süß- und Salzwasser leben kann. Da passt es sich doch, dass seine Ex Dr. Kelli Raymond (Kelly Swanson, „The Chase“, „The Phantom“) ihn um Hilfe bittet, weil die Bohrungen mitten im Naturschutzgebiet nur sehr schleppend vorangehen und er mit seinem untrügerischen Instinkt ruhig mit anpacken könnte. Da er die Knete braucht, nimmt er den Job nach kurzem Zögern an. Problematisch sind nur die Gangster vor Ort, die ganz in der Nähe nach einer Beute aus einem Raubüberfall tauchen. Schnell kommt man sich ins Gehege...

Mit dem Hai hat das Geschehen bis zum Ende immer nur am Rande zu tun und so inszeniert Carner die Attacken auch – sehr nebensächlich. Ab und an wird zwar mal eine Schwimmerin oder ein Fischer weggeknuspert, die eigentliche Handlung streifen diese Attacken aber höchstens, bis der Fisch endlich direkt an der Bohrstelle aktiv wird. Dann kommt auch etwas Schwung in die träge Handlung, weil unter anderem die Plattform zu explodieren droht.

Die Dialoge siedeln sich ohne größere Peinlichkeiten auf einem soliden Niveau an und unter den Darstellern befinden sich auch keine echten Aussetzer. Das vereinfacht den nervenschonenden Konsum von „Red Water“ schon einmal sehr. Nur wenn Coolio das Maul aufmacht, wird es übel. Obwohl dem gesamten Film eine ausgeprägtere Portion Selbstironie, die über vorhandene Ansätze (die jagdgeilen Hobbyfischer) hinausgeht, gut tun würde, so ist einzig der sich komplett ernst nehmende Gangster-Rapper einmal mehr ein Totalausfall.

Wenigstens hatten die Pyrotechniker einen guten Tag, denn sobald der Budenzauber beginnt, die Plattform den Figuren um die Ohren fliegt und sich die Ölbohrer mit den Gangstern anlegen, beginnt „Red Water“ besser zu werden. Die zweite Hälfte des Films ist also klar die Stärkere, wobei der Hai trotzdem bis zum Schluss eine Nebenerscheinung bleibt, die man reichlich unkonventionell ausschaltet. Wenigstens sorgt die nächtliche Kulisse mit den brennenden Ruinen für genügend Stimmung im brauchbaren Finale, indem Sanders und Co nach einem misslungenen Befreiungsversuch zwangsweise auf Tauchstation geschickt werden, um dann den Spieß umzudrehen.

Ein gewisses Potential lässt sich letztlich durchaus erkennen, wobei man die Story auch locker flockig zu einem straighten B-Actioner umschreiben hätte können, denn der Look und die Action gefällt, während Charles Robert Carner der Hai selbst stets lästig zu sein scheint. Die ziemlich dicht gestaffelten Klischees, wie der Gangsterboss mit seinen knapp bekleideten Frauen, dem protzigen Anwesen und dem Piranha-Aquarium, nerven dabei gar nicht einmal allzu sehr, nur so bitterernst und seriös hätte sich der Film keinesfalls nehmen dürfen. Allein schon weil alle denkbaren Stereotypen mit ihren üblichen Problemen und Macken anwesend sind und auch der Plot selbst auf bekannte Ideen zurückgreift, tut Humor in solchen Situationen oft Wunder.

Fazit:
„Red Water“ fehlt der rechte Drive. Alles ganz nett und schön, doch der Funke springt nie über. Dilettantismus sieht zwar anders aus, gute Unterhaltung allerdings auch. Zu viele Dialoge und zu wenig Action dominieren den Ablauf, wobei die Hai-Attacken ohnehin denkbar ineffektiv umgesetzt werden. Zudem hat man das alles schon mal besser oder auch schlechter gesehen, so dass ich diesen Streifen höchstens Genrefreunden kompletthalber empfehlen kann. Zu mehr reicht es einfach nicht, weil sich das Geschehen über Umwege (u.a. der Stop bei den Cajuns inklusive Mystery-Einlage) zu sehr hinzieht.

 

Wertung:

4/10 Punkte

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