X-Men Origins: Wolverine

OT: X-Men Origins: Wolverine - 105 Minuten - Comic / Action
X-Men Origins: Wolverine
Kinostart: 29.04.2009
DVD-Start: 05.07.2013 - Blu-ray-Start: 05.07.2013
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Filmkritik zu X-Men Origins: Wolverine

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Im Jahr 2000 war Bryan Singers X-Men mit Sicherheit ein Mitgrund für den momentan am Zenit angelangten Comicverfilmungsboom. Gleichzeitig avancierte der damals noch relativ unbekannte Hugh Jackman zum Star und sein Wolverine wurde zur wohl beliebtesten Rolle der Reihe. Nun sind neun Jahre vergangen, Bryan Singer hat die Reihe bereits nach dem zweiten Teil verlassen, Hugh Jackman ist immer noch ein Star, und das erste Spin-Off schafft es in unsere Lichtspielhäuser: X-Men Origins: Wolverine, und das Experiment ist definitiv geglückt.

Logan (Hugh Jackman) und sein Bruder Victor (Liev Schreiber) sind seit jeher anders: Beide sind Mutanten und können sich selbst heilen, sodass sie schon seit ewigen Zeiten Seite an Seite kämpfen. Doch Victor verschlägt es immer weiter auf die Seite des Bösen, und obwohl zunächst beide in der Spezialeinheit von Oberst William Stryker (Danny Huston) kämpfen, die aus Mutanten besteht, folgt schon bald der Bruch und Logan verlässt das Team. Er geht als Holzfäller nach Kanada, verliebt sich in Kayla Silverfox (Lynn Collins) und lebt ein glückliches Leben. Doch dann holt ihn seine Vergangenheit ein…

Dass die ersten beiden X-Men Filme solch hochwertige Blockbuster wurden, ist mit Sicherheit auch Regisseur Bryan Singer zu verdanken. Natürlich spielt auch der Cast eine wichtige Rolle, aber nachdem Singer die Reihe verlassen hatte, konnte Ersatzmann Brett Ratner nicht an die Qualität der Vorgänger anknüpfen – trotz der Starbesetzung. Glücklicherweise hat man sich nun für das erste Spin-Off (ein Magneto Spin-Off befindet sich auch bereits in Vorbereitung) für einen neuen Regisseur entschieden: Gavin Hood, der für seinen großartigen Film Tsotsi mit dem Auslandsoscar ausgezeichnet wurde.

Und dieser Wechsel tut dem Film wirklich gut. Denn wo es Brett Ratner an Talent mangelt, kann Gavin Hood mit viel Gespür punkten. Die Optik des Films ist vom Feinsten und man kann bereits während des grandiosen Intros erkennen welches Potential in X-Men Origins: Wolverine schlummert: Man sieht die beiden Brüder Logan und Victor wie sie gemeinsam unsterblich durch die Zeit ziehen und in den verschiedensten Kriegen für Amerika kämpfen. Zunächst im Bürgerkrieg, dann in den beiden Weltkriegen und schließlich auch in Vietnam. Dabei wird bereits durch rein filmische Mittel der Weg Victors auf die Seite des Bösen gezeigt.

Diese wunderbar eingefangene Montage bringt uns aber auch gleich zum einzigen großen Negativpunkt des Films. Während der Produktion wurde bekannt, dass Gavin Hood nicht völlig freie Hand hatte, und ihm von Fox angeblich sogar ein Set umgestalten wurde. Man hörte, dass Gavin Hood den Film weitaus düsterer anlegen wollte, als er es durfte, und an einigen Stellen blitzt dies auch noch durch. Zwar bewahrt sich X-Men Origins: Wolverine großteils die richtige Atmosphäre, aber manchmal erkennt man eben doch, dass der Film noch abgründiger hätte werden können, und ihn dies wohl auch aufgewertet hätte. Man hätte gerne noch mehr von der Zerrissenheit der Figuren gesehen, denn der epische Bruderzwist zwischen Wolverine und Sabertooth hätte noch mehr Potential gehabt. Ausserdem vergeht die Zeit wie im Flug, und der Film hätte durchaus noch mehr ins Detail gehen können.

Doch ansonsten bietet Gavin Hood alles, was man sich vom Film erwarten konnte: Wunderbar kurzweilige Unterhaltung mit fesselnden Hauptcharakteren und gut gemachter Action, die sich nicht zu verstecken braucht. Natürlich ist es schade, dass einige beliebte Figuren der Reihe nicht gezeigt werden, aber dafür hat vor allem Sabretooth einen großen Stellenwert bekommen, und es werden auch einige andere Mutanten eingeführt: Gelungen ist beispielsweise der relativ kurze Auftritt von Ryan Reynolds als Wade Wilson / Deadpool und ein nettes Wiedersehen mit bekannten Figuren (mehr wird dazu nicht verraten) wird auch geboten. Etwas farblos bleibt hingegen Gambit, was insofern schade ist, da sich viele Fans besonders auf ihn gefreut hatten.

Hugh Jackman darf erneut zeigen, dass es damals ein gigantischer Glücksfall war, dass er die Rolle des Wolverine übernehmen durfte, denn er passt in die Rolle wie die Faust aufs Auge. Seine physische Präsenz und sein Charisma sind unersetzlich, und so glänzt er auch in seinem Spin-Off mit rauem Charme, aber auch einer Prise Tragik. Wie bereits oben erwähnt, hätte man zwar durchaus etwas detaillierter auf die Figur eingehen können, aber trotzdem macht es Spaß seine Entwicklung zu sehen, und zu beobachten wie die Story von X-Men etabliert wird. Denn X-Men Origins: Wolverine ist natürlich ein Prequel (wie der Titel auch schon suggeriert), und von daher ist es zwar nicht zwingend notwendig die X-Men Trilogie gesehen zu haben, es ist aber absolut empfehlenswert, da es den Spaßfaktor des Films noch erhöht.

Denn obwohl sich einige Schauspieler geändert haben (Stryker wurde in X-Men 2 von Bryan Cox gespielt, Sabretooth in X-Men von Tyler Mane) schafft es X-Men Origins: Wolverine gut die Brücke zu den X-Men Filmen zu schlagen. Der Wechsel der Schauspieler hat übrigens durchaus seinen Grund: Denn der Film spielt deutlich früher als die X-Men Reihe, sodass Stryker neu besetzt werden musste, und obwohl Sabretooth nicht altert, ist Liev Schreiber einfach ein deutlich besserer Darsteller als Tyler Mane, sodass man dies dem Film durchaus verzeihen kann.

Sollte man sich X-Men Origins: Wolverine also ansehen? Von mir gibt es dazu ein klares Ja! Für Fans der X-Men Filme und von Hugh Jackman sollte es ohnehin keine Bedenken geben, denn das Spin-Off überragt den dritten Teil der Reihe deutlich, und befindet sich auf Augenhöhe mit den ersten beiden Filmen (wenn er auch einen Hauch schwächer ist). Man sollte sich einfach nicht zu viel Anspruch erwarten, denn obwohl der Film hier Potential gehabt hätte, beschränkt er sich vor allem auf simple aber gute Unterhaltung, die den Zuseher durch eine wunderschöne Optik und vor allem durch zwei großartige Hauptdarsteller, um den Finger wickelt. Spin-Off gelungen, das nächste kann getrost kommen! PS: Nach dem Abspann gibt es noch eine kurze Szene. Zwar ist es nicht tragisch wenn man sie versäumt, aber interessierte haben zumindest einen Anreiz den Abspann abzuwarten.

Fazit:

Gut, unter Wertung könnte auch leicht eine 7 stehen, also am besten die Erwartungen nicht allzu weit in die Höhe schrauben. Doch mich persönlich hat X-Men Origins: Wolverine wirklich positiv überrascht, und dank der stilsicheren Inszenierung von Gavin Hood knüpft der Film wieder an die ersten beiden X-Men Filme an, und kann den eher durchschnittlichen dritten Teil problemlos hinter sich lassen. Hugh Jackman und Liev Schreiber liefern zwei wirklich gute Leistungen ab und obwohl der Film durchaus noch mehr Potential gehabt hätte (des Öfteren blitzt durch was Gavin Hood mit völlig freier Hand hätte machen können), schafft er es auch in seiner jetzigen Version sein Hauptziel zu erreichen: Er schafft es wunderbar zu unterhalten und die Zeit wie im Flug vergehen zu lassen. Der Film ist sogar so kurzweilig, dass er ruhig noch länger hätte dauern können.


Wertung:
8/10 Punkte

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Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 41
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